Gütesiegel Berufsorientierung Hessen verliehen

Die Preisträger im IHK Bezirk Frankfurt sind in diesem Jahr die

Carl-von-Weinberg-Schule, Frankfurt am Main
Eduard-Spranger-Schule, Frankfurt am Main
Friedrich-Stoltze-Schule, Königstein
Georg-August-Zinn-Schule, Frankfurt am Main
Gesamtschule Am Gluckenstein, Bad Homburg
Hostatoschule, Frankfurt am Main
Konrad-Haenisch-Schule, Frankfurt am Main
Sophie-Scholl-Schule, Flörsheim am Main

Kultusministerin Dorothea Henzler überreichte die Auszeichnungen gemeinsam mit Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch und Professor Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, am Sitz der Deutschen Börse Group in Eschborn.

 

"Es ist wichtig, dass junge Menschen für Berufe ausgebildet werden, die ihnen Zukunft, Erfüllung und gute Verdienstmöglichkeiten bieten. Die für ihre Anstrengungen im Bereich Berufsorientierung ausgezeichneten Schulen nehmen eine Vorbildfunktion im ganzen Land ein“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Börse AG, Reto Francioni, in seiner Begrüßung.

"Fachkräftenachwuchs zu entwickeln wird für die hessischen Unternehmen immer wichtiger“, so Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch bei der erstmaligen Verleihung des „Gütesiegels Berufsorientierung Hessen“ in Eschborn. „Unser Ziel ist die bessere Vorbereitung junger Menschen auf die Arbeitswelt von morgen, denn wirtschaftlicher Erfolg und Wachstumssicherung erfordern qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Verleihung eines Gütesiegels für vorbildliche Berufsorientierung an 90 hessische Schulen stärken wir die Bedeutung der Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen. Eine umfassende Berufsorientierung legt die Grundlage für eine fundierte Berufswahl. Dies kommt nicht nur den jungen Menschen, sondern auch den ausbildenden Unternehmen zugute. Die Gefahr von Ausbildungsabbrüchen sinkt und die Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses garantiert optimale Betriebsabläufe.“

 

Kultusministerin Dorothea Henzler dankte den vielen ehrenamtlichen Auditoren, die sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit in den Schulen gemacht haben. Sie brachte ihre Freude über die enorme Anzahl der zertifizierten Schulen zum Ausdruck: „Im novellierten Schulgesetz ist die Berufsorientierung jetzt fest verankert. Ich freue mich feststellen zu können, dass diese Aufgabe bereits von vielen hessischen Schulen in vorbildlicher Weise gelebt wird.“

„Die Siegelschulen sind Leuchttürme in der bundesweit einzigartigen OLoV-Landschaft und damit Vorbild für andere Schulen“, sagte Prof. Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), stellvertretend für die gesamte hessische Wirtschaft, in seinem Grußwort. Eine intensive Berufsorientierung in der Schule helfe den Jugendlichen, den richtigen Beruf zu finden und Ausbildungsabbrüche zu reduzieren. Dies komme in erster Linie den Schülern, aber auch den Unternehmen zugute.
 

Seit 2008 arbeiten die hessischen Schulen mit den Bildungsgängen Haupt- und Realschule und die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen an der Umsetzung der Standards für die hessenweite Strategie „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen“ (OloV). Ziel von OloV ist es, den Übergang von der Schule in das Berufsleben so zu gestalten, dass die jungen Menschen problemlos in eine Ausbildung vermittelt werden können, die ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Mit dem Gütesiegel für vorbildliche Berufsorientierung können Schulen für jeden sichtbar belegen, dass sie die Standards von OloV in besonders herausragender Weise erfüllen.
 

Im Schuljahr 2010/2011 wurde das Zertifizierungsverfahren erstmalig in Hessen ausgeschrieben. Von den 134 Bewerbungen konnten 90 durch hervorragende Leistungen die Jury von der Qualität der Berufsorientierung und der Förderung der Ausbildungsreife überzeugen. Das Gütesiegel wird vergeben in Zusammenarbeit von Hessischem Kultusministerium, der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.

Die Berufswahlentscheidung ist eine schwierige Entscheidung, bei der Experten aus  Unternehmen den Jugendlichen helfen können. Sie können am besten die Fragen von Schülern zur Arbeitswelt beantworten und ihnen Tipps zum Erkennen eigener Stärken und zur Berufswahl geben. Alle Erfahrungen, die Schülerinnen und Schüler im Kontakt mit Unternehmen sammeln, unterstützen ihre Entscheidung für eine Berufsausbildung. Dauerhafte Partnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen können diese Kontakte intensivieren und verstetigen. Beteiligten Unternehmen bieten Patenschaften die Gelegenheit, mögliche Bewerber für eine spätere Berufsausbildung kennenzulernen.

Diese zertifizierten Schulen sollten daher die erste Wahl sein, wenn Unternehmen Bewerberinnen oder Bewerber für einen Ausbildungsplatz suchen, Praktikantenplätze für das Blockpraktikum oder kontinuierliche Praxistage anbieten, Plätze für Einstiegsqualifizierung zu vergeben haben, eine Schulpatenschaft eingehen wollen, im Frankfurter Hauptschulprojekt mitwirken oder auf eine andere Art mit Schulen zusammenarbeiten wollen.