Durchführung eines Betriebspraktikums

Die Nachwuchsgewinnung ist für die Hotellerie und Gastronomie sehr wichtig. Heute gilt es, den Nachwuchs von morgen zu gewinnen. Das Betriebspraktikum bietet den künftigen Berufseinsteigern die Möglichkeit, sich aus erster Hand zu informieren. Es ist von großer Bedeutung die ‚Eigenarten’ der verschiedenen gastronomischen Berufe kennenzulernen.
Für Schüler/-innen bestimmter Klassen der allgemeinbildenden Schulen sind Betriebspraktika in Unternehmen vorgeschrieben. Die Praktikantenverhältnisse richten sich nach dem jeweiligen Schulrecht. Arbeitsrecht und Berufsbildungsgesetz finden keine Anwendung. Eine Vergütungspflicht besteht nicht. Die Schule bereitet das Praktikum vor und ist gleichzeitig rechtlicher Träger. Sinn ist, einen Gesamteindruck vom Ablauf innerhalb eines Betriebes zu bekommen.
Betriebspraktika sind Unterrichtsveranstaltungen, die sich auf einzelne, vorher festzulegende und mit den Betrieben abzustimmende Bereiche konzentrieren. Sie müssen geeignet sein, im Unterricht vorbereitete Themen zu veranschaulichen. Die Ziele erfordern eine Absprache und Planung zwischen allen Beteiligten.
Bei Erkundungen können technische Aspekte, soziale Gesichtspunkte, ökonomische Fragen sowie die Ausbildungsmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen. Zu einer Erkundung gehört eine intensive Vor- und Nachbereitung, etwa in den Bereichen Gesprächsführung, Fragetechniken, Beobachtungsverfahren oder Dokumentation.
Für das Unternehmen hat das Betriebspraktikum ebenfalls eine wichtige Bedeutung. Hier besteht die Chance zur Selbstdarstellung. Ob dies gelingt, hängt von der Vorbereitung ab. Damit möglichst viele Jugendliche neugierig und echte Auszubildende werden, ist der Betrieb sowohl vorteilhaft wie realistisch darzustellen. Dazu ist natürlich vorher schon zu überlegen.
-Was ist darstellbar?
-Was soll dargestellt werden?
-Was sollten die Praktikanten wissen?
Auf keinen Fall sollten Sie mit irgendwelchen weniger interessanten Arbeiten beschäftigt werden. Auch ein bloßes Zuschauen bei den Arbeitsabläufen wird nicht viel helfen, sondern eher langweilen. Vielmehr sollte ihnen eine Betreuung zur Seite gestellt werden um gezielte Einblicke in die Arbeitswelt der Hotellerie und Gastronomie zu ermöglichen. Hier kommen die Gastropaten zum Einsatz. Sie kümmern sich persönlich um die Personen, verteilen kleine Aufgaben, erläutern alles und stehen für Fragen zur Verfügung.
Am ersten Tag begrüßen Chef und Pate den Praktikanten und stellen ihm die Mitarbeiter/-innen vor. Mit dem Paten macht er eine kleine Führung durch das Haus, um den Betrieb in seiner Gesamtheit kennen zu lernen. Dabei wird ihm auch ein ruhiger Platz gezeigt, wo er seine Notizen macht und sich mal zurückziehen und wo er – falls er nicht mit den anderen im Gastgeberteam speist – seine Mahlzeiten einnehmen kann.
Dann geht es an das eigentliche Aufgabengebiet. Die Arbeiten, mit denen er oder sie betraut wird, sollten sinnvoll aufeinander aufbauen. Mindestens einmal am Tag ist eine Besprechung zwischen dem Paten und dem Praktikanten anzusetzen, für die man sich gut eine halbe Stunde Zeit nehmen sollte. Dabei müssen die gesammelten Fragen und Eindrücke besprochen und abgeklärt werden, um Missverständnisse schon im Vorfeld auszuräumen. So wird auch eine Möglichkeit gegeben, besondere Interessen zu vertiefen und ganz schnell zu erfahren, was noch nicht klar ist. Umgekehrt lernt der Pate dadurch, wo die besonderen Interessenschwerpunkte liegen. Der Gesamteindruck wird anschließend im Praktikumsbericht festgehalten. Diese Berichte können später auch den Lehrern der allgemeinbildenden Schulen dienlich sein, die Praktika gezielt vorzubereiten.
Grundregeln für die Durchführung eines Praktikums
- Ehrliche Praktika durchführen, also realistischen Berufsalltag kennen lernen lassen
- Professionell gestalten und nicht als Mühe betrachten
- Aufgabenverteilung: 50% bei den Gästen, 50 % hinter den Kulissen
-
Informationsmaterial zur Verfügung stellen:
- über die unterschiedlichen Berufe der Gastronomie,
- positives und negatives der gastronomischen Berufe,
- die Stärken und Schwächen des eigenen Hauses,
- innerbetriebliche Spielregeln, Leitlinien des Betriebes. -
Plan erstellen
- Zeitfenster festlegen: Dauer zwischen drei und fünf Tagen.
- Strukturiertes Programm, Abwechslung, fester Plan der Bereiche, Was bietet der Beruf? Was bietet das Haus? Ist der Beruf etwas für den Praktikanten? -
Klare Zielvorgabe:
- Was erwarten wir?
- Was sind die persönlichen Ziele für das Praktikum?
- Ziele kurz und schriftlich fixieren -
Eigenverantwortung des Praktikanten fördern, das heißt, arbeiten lassen und nicht an die Hand nehmen. Er / Sie
- soll Berichte führen,
- bewertet das Praktikum,
- soll bewertet werden (Feedbackgespräche),
- soll beginnen, sich mit dem Beruf zu identifizieren - Belohnung nach Zielerreichung in Aussicht stellen
- Praktikant gleichwertig wie Auszubildende behandeln
- Ein Gastropate als Ansprechpartner
- In den Bereichen jeweils einen Verantwortlichen benennen
- Erfahrungsaustausch mit Auszubildenden ermöglichen
- Gegebenenfalls Besichtigung bei Zulieferer
-
Verabschiedungsgespräch:
- Wie war es?
- Wie geht es weiter?
- Perspektiven aufbauen
- Danke schön!
Beurteilung der Schlüsselqualifikationen im Rahmen eines Betriebspraktikums.
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