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Die IHK Frankfurt am Main macht seit 1998 zusammen mit dem Frankfurter Forum für Kommunikation - eine Initiative von Medien, Kommunikationsdienstleistern und werbetreibenden Unternehmen - ein einzigartiges Projekt: KUS - Kommunikation und Schule. Namhafte Unternehmen vermitteln Schülerinnen und Schülern aber auch Lehrkräften Einblicke in den Berufsalltag der Kommunikationsbranche. Zehn Frankfurter Schulen werden durch Patenschaften von neuen Unternehmen betreut. Die Betroffenen werden mit dem Thema Wirtschaft am Beispiel der Informationswirtschaft vertraut gemacht. Sie bekommen Perspektiven und Chancen in einer Zukunftsbranche am Standort Frankfurt aufgezeigt. Zu den Unternehmen gehören:
-Deutsche Städte-Medien GmbH
-D.M. GROUP Gesell.für Werbung
-Numerical magic Ges.f.neue Medien
-MR & S
-Nestlé Deutschland AG
-Wolfram Schweickhardt
-RN:P Rolf Nagel
-Zentropy partners (ehm.Thunder House)
-Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag
Die Patenschaft ist inzwischen in eine Partnerschaft übergegangen von der alle Seiten profitieren. Vorurteile auf beiden Seiten waren auszuräumen, so spontan Schüler sein mögen, so wenig ist es ein Schulapparat. Fachschaften, Schulleitung, Schulkonferenz, Lehrer, Eltern und Schüler - Monate verstrichen, bis die Idee alle Gremien durchlaufen hatte. Doch auch die Unternehmen selbst konnten auf die Wünsche und Vorhaben erst reagieren, wenn Vorgesetzte, der Vorstand und der Terminkalender befragt waren.
Projekte gibt es wie Sand am Meer, umreißt der Direktor des Frankfurter Goethe-Gymnasiums Jürgen Neßler das Angebot, das die Schulen erreicht. Als Sprecher der Frankfurter Gymnasien hat er den Überblick. Das Problem liege jedoch darin, Projekte an der Schule wirklich zu verankern. Im Klartext, die Schüler müssen es annehmen, sonst läuft gar nichts. Durch das Projekt KUS jedoch, können die Schulen Hilfestellung aus einigen Bereichen gewinnen, mit dem Sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Internet“ und „Informations-Technik“. Beide Themenkreise sind für viele Lehrer noch immer siebenfach versiegelt, auf die Schüler hingegen wirken sie wie magische Zauberworte.
Die Bilanz ist äußert positiv. So entstanden unter anderem eine virtuelle Werbeagentur, die Schülerzeitung „Goethaholic“/ ein innerschulisches Computer-Netzwerk.
Ein ehemaliger Aufenthaltsraum wurde zum Internet-Cafe umgerüstet. Ziel war, dass die Schüler nicht nur mal was mit dem Computer zu tun haben. Sondern dass sie das Projekt komplett planen und ausführen, soweit sie es können. Selbstkritische Lehrer kennen ihre Schüler und deren Schwachpunkte, recht genau. Hier setzen die Experimentierfreudigen unter ihnen an. Sie haben erkannt, dass man mit den Patenunternehmen einen Dritten ins Boot holen kann, dem die Schüler nicht so schnell eine Absage erteilen.
Wenn etwa eine Marktforscherin aus einem Betrieb mit knapp zwanzig Mitarbeitern es hanebüchen nennt, was bei Vorstellungsgesprächen abgezogen wird und damit meint, dass die Bewerber nach Rauch riechen oder zu früh oder zu spät kommen, man kann das pingelig nennen. Ein Training von Vorstellungsgesprächen nach pingeligen Vorgaben kann Jungen und Mädchen jedoch kaum schaden.
Die Unternehmen erwarten von den Schulen keine Gegenleistung, wie zunächst von der Lehrerschaft befürchtet. Auch seien materielle Spenden nicht das Hauptanliegen, beteuern beide Seiten. Dennoch ist das Engagement nicht uneigennützig, davon sind die Schulen überzeugt. Nach Gesprächen mit verschiedenen Paten scheinen Dabeisein, Kontakt und Austausch mit anderen Unternehmen wichtig genug.
Die Lehrer wiederum wünschen sich praktische Hilfe. Schon vor Jahren fragten die Schulen bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main nach, was von den Schülern erwartet wird, um nicht so ins Blaue hineinzuarbeiten. Bei den Schülern seien Teamfähigkeit und Selbstständigkeit die Knackpunkte. Vielen Schülern mangelt es an Pünktlichkeit und dem sauberen Anfertigen von Arbeiten. Reinriechen bei den Praktikern ist ein großes Anliegen. Praktika und Schulungen durch das Patenunternehmen werden als großes Plus angesehen. Schulungen zum Thema Internet finden auch bei den Lehrerinnen und Lehrern großen Anklang. Das kommt der Schule sehr entgegen, denn erstens sind solche Kurse teuer, zweitens oft mit Schwerpunkten versehen die nicht benötigt werden.
Selbstverständlich freut sich eine Schule auch ganz besonders über einen neuen PC-Server oder andere Sachspenden im Zusammenhang mit dem Projekt; hierzu gehören Büromöbel, Drucker, EDV-Zubehör oder Ausstellungsvitrinen. Die Unternehmen sehen in ihren Aktivitäten eine Investition in die Zukunft. Denn nur bestens ausgebildete junge Leute, die bereits in der Schule wirtschaftliche Zusammenhänge begreifen, werden auch im späteren Berufsleben erfolgreich und engagiert arbeiten. Diese Überlegung gewinnt im Zusammenhang mit dem permanent zunehmenden Fachkräftemangel ständig an Bedeutung. Die Initiative KUS ist immer noch einzigartig in Deutschland. Die Patenunternehmen rufen deshalb auch andere Frankfurter Unternehmen auf, sich an diesem erfolgreichen Projekt zu beteiligen.
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