Tourismusausschuss: Rahmenbedingungen verbessern

Als eine der ersten deutschen IHKs hat die Frankfurter IHK 1989 einen Ausschuss für Tourismus eingerichtet. In der laufenden Wahlperiode will das Gremium dazu beitragen, die touristische Qualität der Region weiter zu verbessern.

Die vorrangige Aufgabe des IHK-Ausschusses für Tourismus ist es, sowohl die Vollversammlung als auch die Geschäftsführung in politischen und wirtschaftlichen Fragen in Bezug auf touristische Belange zu beraten. Dabei geht es auf regionaler Ebene um Themen, die den IHK-Bezirk selbst betreffen, auf hessischer Ebene um Fragen der Landespolitik und auf Bundes- und Europa-Ebene um Angelegenheiten, die vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag an die IHK Frankfurt mit der Bitte um Stellungnahme herangetragen werden. Die Mitglieder des Ausschusses wollen sich aktiv in die Gremien der IHK einbringen. Neben dieser Beratungsaufgabe steht vor allem auch der Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Mitglieder untereinander im Vordergrund.

Tourismusaktivitäten koordinieren und besser vermarkten
Der Ausschuss für Tourismus der IHK Frankfurt verfolgt das grundsätzliche Ziel, die vielfältigen touristischen Aktivitäten in Frankfurt und in der Region zu koordinieren und die Region FrankfurtRheinMain touristisch besser zu vermarkten. Dieser Ansatz gab im Jahr 1989 den Ausschlag, diesen Fachausschuss als eigenständiges Gremium bei der IHK Frankfurt zu installieren. Damit war sie eine der ersten Industrie- und Handelskammern in Deutschland, die einen Ausschuss für Tourismus eingerichtet hat.

Insgesamt 39 Unternehmer aus der Hotellerie, mittelständisch geführten Gastronomiebetrieben, Reisebüros und Reiseveranstaltern, Verkehrsbetrieben und der kommunalen Tourismusförderung diskutieren im Ausschuss, welche Politik die Interessen und Belange der rund 4 700 Tourismusunternehmen in Frankfurt und den beiden Landkreisen Hochtaunus und Main-Taunus angemessen berücksichtigt.

Geschäftsreisetourismus: Anteil bei etwa 70 Prozent
In Frankfurt spielt neben dem Geschäftsreisetourismus der Städtetourismus eine bedeutende Rolle. Der Anteil des Geschäftsreisetourismus liegt dabei bei etwa 70 Prozent. Aufgrund der Funktion von FrankfurtRheinMain als internationale Verkehrsdrehscheibe korreliert der Tourismus in der Region mit den Verkehrsträgern. Der Geschäftsreiseverkehr wird durch die verkehrsgünstige Lage der Mainmetropole unterstützt. Die Metropole liegt am Schnittpunkt europäischer Fernstraßen, die zu den meistbefahrenen Autobahnmagistralen Deutschlands gehören. Der Eisenbahnknoten Frankfurt mit Hauptbahnhof und Flughafenbahnhof ist ein Schnittpunkt des regionalen, nationalen und internationalen Schienennetzes mit Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz. Der Flughafen ist der Dreh- und Angelpunkt für den intermodalen Verkehr. Der wirtschaftliche und touristische Erfolg der Region FrankfurtRheinMain ist sehr eng mit dem Frankfurter Flughafen verknüpft. Es gibt kaum einen Standort mit derartig idealen Voraussetzungen für ein optimales Mobilitätsangebot.

Seine Funktion als Verkehrsdrehscheibe ist ein entscheidender Standortvorteil, aufgrund dessen sich in Frankfurt die meisten Reisebüros und Fremdenverkehrsämter in Deutschland niedergelassen haben. Bezogen auf den Wirtschaftsfaktor sind von der Branche mehr als 23 500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in circa 550 Hotels, 3 400 Gaststätten, bei 160 Reiseveranstaltern und 630 Reisebüros abhängig. Ein riesiger Markt, der wächst und sich verändert und der stets auf seine Schwächen und Bedürfnisse abgeklopft werden muss. Hinzu kommt die enge Verzahnung mit dem Kongress- und Eventmarkt.

Ausschuss sorgt für richtige Rahmenbedingungen
Für die richtigen Rahmenbedingungen zu sorgen, ist erste Aufgabe des Ausschusses für Tourismus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, beginnend mit der Durchsetzung regionaler Denkweisen, aber auch Verknüpfung der Themen auf Landes- und Bundesebene.

Neben den harten Standortfaktoren von Frankfurt und seiner Region ist es von großer Bedeutung, insbesondere die weichen Standortfaktoren in den Vordergrund zu stellen. Hier sehen die Ausschussmitglieder noch erhebliche Defizite. Das Kultur- und Freizeitangebot in Frankfurt und seiner Umgebung wird vielfach und vor allem in der überregionalen Vermarktung unterschätzt, obwohl es innerhalb der Tourismuswirtschaft als weicher Standortfaktor zur Attraktivität der Region FrankfurtRheinMain erheblich beitragen könnte. Neben dem Museumsufer mit seinem vielfältigen kulturellen Angebot müssen auch Einrichtungen wie die übrigen Museen, die Alte Oper, der Zoo und der Palmengarten besser vermarktet werden.

Vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot
Beispielhaft für die Lebens- und Freizeitqualität von FrankfurtRheinMain ist zum Beispiel der Regionalpark Rhein-Main: Ein Netz von parkartig gestalteten Wegen und Anlagen von rund 450 Kilometern Länge umschließt die Region FrankfurtRheinMain. Der Regionalpark ist bestes Beispiel dafür, wie in dieser starken Metropolregion Natur und Stadt, Erholung und Dynamik ineinander und miteinander verzahnt sind. In diesem Zusammenhang nicht zu vergessen sind auch der Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis mit ihrem vielfältigen Erholungs- und Freizeitangebot, unter anderem mit dem Weltkulturerbe Limes. Die Region FrankfurtRheinMain besitzt viele Facetten, die als Wohlfühlfaktoren dazu beitragen können, die Vermarktung der Region zu unterstützen.

Der Ausschuss für Tourismus hat sich zum Ziel gesetzt, noch in diesem Jahr Themen und Projekte zu definieren, mit denen in der laufenden Wahlperiode die touristische Qualität in Frankfurt und der Region gefördert und vor allem die Vermarktung innerhalb Deutschlands und in anderen bedeutenden Quellmärkten optimiert werden können.

Grundsätzlich ist dazu ein reger Austausch untereinander, eine aktive Kommunikation in die Vollversammlung sowie eine enge Zusammenarbeit mit der IHK-Geschäftsführung erforderlich. Aufgrund der branchenübergreifenden Themen findet außerdem einmal im Jahr eine Sitzung gemeinsam mit dem Verkehrsausschuss statt, um so die Kommunikation über den eigenen Ausschuss hinaus zu fördern.


Autor 
Martin Katz
Vorsitzender IHK-Tourismusausschuss
Frankfurt und
Geschäftsführer
Ameropa-Reisen
Bad Homburg


IHK WirtschaftsForum
November 2009
ihk-ehrenamt-tourismusausschuss
 

Die Mitglieder: 1 Thorsten Brandt, Innside Premium Hotel, Frankfurt; 2 Edmond Alexander Pinczowski, The Westin Grand, Frankfurt; 3 Marko Janssen, Tryp Hotel, Frankfurt; 4 Bernhard Haller, Mövenpick Hotel, Frankfurt; 5 Hansjörg Hefel, Frankfurt Marriott Hotelmanagement; 6 Thomas Feda, Tourismus- und Congress GmbH, Frankfurt; 7 Andreas Stöckli, Radisson Blu Hotel, Frankfurt; 8 Werner Adolf Peters, Aviation / Transport Consultant Unternehmensberatung, Hofheim; 9 Werner Döpfner, Maingau-Hotel und Gaststätten-Betrieb, Frankfurt; 10 Manuela Foltys-Baric, B.E.A.T. Business Events And Tours, Frankfurt; 11 Almut Boller, Königsteiner Kurgesellschaft; 12 Eduard Michael Singer, Hessische Hausstiftung, Hotel Hessischer Hof, Frankfurt; 13 Erich Spieker, ADAC Hessen-Thüringen, Frankfurt; 14 Thomas Schmidt, Taxiunternehmen, Frankfurt; 15 Petra Weigand-Datz, Schule für Touristik Weigand, Frankfurt; 16 Friedrich W. Oldenburg, Dream Cruises, Glashütten; 17 Anton M. Wüstefeld, InterCityHotel Frankfurt Airport; 18 Siegmar Schmidt, TCHR Touristik Consulting, Eppstein; 19 Alexandra Regina Staffler, Hilton Hotel, Frankfurt; 20 Anton Nauheimer, Frankfurter Personenschiffahrt Anton Nauheimer; 21 Angelika Heyer, Steigenberger Hotels, Frankfurt;

22 Armin Brysch, Deutsche Zentrale für Tourismus, Frankfurt; 23 Thomas Reichert, Haxen-Reichert Metzgerei-, Gaststätten- und Partyservice-Betriebsgesellschaft, Frankfurt; 24 Henrik Müller-Huck, Maritim Hotelgesellschaft, Frankfurt; 25 Annegret Reinhardt-Lehmann, Fraport, Frankfurt; 26 Martin Katz, Ameropa-Reisen, Bad Homburg 27; Spiridon Sarantopoulos, Hotel Frankfurter Hof.

Nicht anwesend waren: Stefan Ader, Accor Hotellerie Deutschland, Mercure Hotel und Residenz Frankfurt Messe, Frankfurt, Frank Albrecht, Drogerie-Parfümerie Albrecht, Frankfurt, Horst-Günter Döll, Döll Raumgestaltung, Eschborn, Michael Frese, Deutsches Reisebüro, Zweigniederlassung Frankfurt, Dr. Oliver Haferbeck, DB Vertrieb, Frankfurt, Thomas Hilberath, Danube Hotels, Intercontinental Frankfurt, Michael Hoppe, Deutsche Lufthansa, Frankfurt, Nicolas Kitzki, Ikarus-Tours, Königstein, Sascha Konter, Sheraton Frankfurt Hotel & Towers, Stefan Massa, ArabellaSheraton Congress Hotel, Frankfurt, Michael Mauersberger, Best Western Premier IB Hotel Friedberger Warte, Frankfurt, Dr. Dieter Mussler, Mussler & Felten, Frankfurt, Holger Reuter, Kur- und Kongreß GmbH, Bad Homburg, Mireille-Gaby Siebert, Beewell Business Events, Frankfurt.

Foto: Jochen Müller