Ausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft: Einzigartiges Cluster
Die Bau- und Immobilienwirtschaft ist eines der stärksten Wertschöpfungsnetzwerke der Region FrankfurtRheinMain. Sie nimmt wie kaum eine andere Branche Einfluss auf die räumliche und bauliche Entwicklung.
Mit einem Anteil von 18,5 Prozent an der regionalen Bruttowertschöpfung zählt die Bau- und Immobilienwirtschaft nach wie vor zu den wirtschaftlichen Schwergewichten der Region. Im Vergleich zu 2007 ist der Anteil der Bau- und Immobilienwirtschaft an der Bruttowertschöpfung um rund einen Prozentpunkt (nach einem Anstieg um zwei Prozentpunkte im Vorjahreszeitraum) gestiegen.
Dabei ist das Wachstum vor allem der Immobilienbranche zuzuschreiben. Der Anteil der Bauwirtschaft liegt knapp unter fünf Prozent. Die große Bedeutung der Bau- und Immobilienbranche für die Metropolregion FrankfurtRheinMain zeigt sich aber auch in den Branchenumsätzen, Unternehmenszahlen und Arbeitsplätzen. Der regionale Branchenumsatz lag 2008 bei etwas über 29 Milliarden Euro. Im Jahr 2009 arbeiteten rund 35 500 Unternehmen der Region in der Bau- und Immobilienbranche. Diese Unternehmen beschäftigen etwa 152 000 Mitarbeiter.
Einzigartig in FrankfurtRheinMain ist die enge Verflechtung zwischen Immobilienwirtschaft und Finanzplatz. Aufgrund der räumlichen Nähe und Verwobenheit zwischen diesen Bereichen sind hier exzellente Voraussetzungen für die Entwicklung der Branche und ein Immobilienwirtschafts-Cluster gegeben. Die wesentliche Anforderung an ein Cluster – die Existenz einer kritischen Masse von Firmen, die sich in räumlicher Nähe zueinander befinden und deren gemeinsame Interaktionen sich entlang einer Wertschöpfungskette ergänzen wird erfüllt. Daraus resultiert für alle Beteiligten im betreffenden Wirtschaftsraum ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. In Deutschland existiert außer in der Region FrankfurtRheinMain kein weiteres immobilienwirtschaftliches Cluster.
Aber nicht nur die wirtschaftlichen Kennziffern stehen für die Bedeutung dieser Branche: Kaum eine andere Branche nimmt derart Einfluss auf die bauliche und räumliche Gestaltung der Region. Sie plant, realisiert, vermarktet, wartet und verwaltet den Großteil der gebauten Umwelt. Damit beeinflusst sie konkret die Zukunftsgestaltung von FrankfurtRheinMain. Gleichzeitig ist sie mit einer Vielzahl planerischer und politischer Vorgaben konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ergibt sich ein breites Themenspektrum, mit dem sich der Ausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft der IHK Frankfurt in seinen Sitzungen befasst. Dabei hat er als Fachgremium die Funktion, der IHK-Vollversammlung zur Seite zu stehen. Zu den Themenschwerpunkten zählen unter anderem:
- Verbesserung der Außenwirkung: Vielfach wird die Tätigkeit in der Immobilienbranche noch mit der Maklertätigkeit gleichgesetzt, womit ambivalente Assoziationen verbunden sind. Dies strahlt auf die gesamte Immobilienbranche aus. Daher befasst sich das Gremium derzeit mit der Frage, wie das Image der Branche einerseits, aber auch das Ausbildungsniveau andererseits verbessert werden können.
- Bauen und Planen im IHK-Bezirk: Regelmäßig behandelt der Ausschuss die Rahmenbedingungen für das Bauen im IHK-Bezirk Frankfurt und diskutiert diese mit Vertretern aus Politik und Verwaltung. Ziel dabei ist es, die städtischen Entscheidungsträger für Anliegen der Bau- und Immobilienbranche zu sensibilisieren und das Wirtschaften im IHK-Bezirk zu verbessern. Mehrfach wurde in den vergangenen Jahren mit den Verfassern des regionalen Flächennutzungsplanes über Planentwürfe diskutiert und auf die Belange der regionalen Wirtschaft hingewiesen. In zwei Zukunftsklausuren wurden Szenarien und Handlungsansätze für den Wohnungs- und Büromarkt der Region erarbeitet. Zuletzt hat sich der Ausschuss intensiv mit der Stellplatzsatzung der Stadt Frankfurt befasst und sich für eine Abschaffung dieses Investitionshindernisses eingesetzt.
- Public Private Partnership: PPP als alternatives Beschaffungsinstrument der öffentlichen Hand ist ein weiteres Thema, mit dem sich der Ausschuss und die IHK Frankfurt regelmäßig befassen, um die Interessen der insbesondere mittelständischen Mitgliedsunternehmen zu schützen. Als ein in anderen Ländern bereits weitverbreitetes Instrument für erforderliche Investitionen, steckt es in Deutschland noch immer in den Kinderschuhen. Durch die Vertretung der IHK Frankfurt im PPP-Beirat des Landes Hessen können die Belange der mittelständischen Wirtschaft artikuliert werden. Zudem wird darauf hingearbeitet, dass PPP-Projekte mittelstandsfreundlicher ausgestaltet werden.
- Positionierung von FrankfurtRheinMain: Wie die Region weiter vorankommt, war in den vergangenen Jahren Dauerthema in den Ausschusssitzungen. Aus zahlreichen Diskussionen wurden die Anforderungen an die Region destilliert, im Rahmen verschiedener Zukunftsklausuren, die sich mit den Perspektiven von FrankfurtRheinMain befasst haben, vertieft und in Positionspapieren niedergelegt.
Daneben spielen aber auch das Networking und der Meinungsaustausch eine große Rolle in der Ausschussarbeit. Denn hier können Bedürfnisse der Unternehmen artikuliert und an die richtige Adresse weitergegeben werden: An die IHK, die sich dadurch noch gezielter für die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Branche sowie der Wirtschaft insgesamt einsetzen kann.
Autor
Dr. Mathias Müller
Präsident
IHK Frankfurt und
Vorsitzender
Ausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft sowie
Inhaber
Dr. Mathias Müller
Immobilienwirtschaftliche Beratung
Hofheim
praesident@frankfurt-main.ihk.de
Links zum Thema:
Thesenpapier zur Zukunft der Region Frankfurt-RheinMain:
www.frankfurt-main.ihk.de/metropolregion
Dokumentationen der Zukunftsklausuren: www.frankfurt-main.ihk.de/zukunftsklausur
Berichte der Frankfurter Immobilienbörse bei der IHK Frankfurt: www.frankfurter-immobilienboerse.ihk.de
Januar 2011

Die Mitglieder:
1 Dr. Hubertus Hille, Geschäftsführer, IHK Frankfurt; 2 Peter Ohlig, Geschäftsführer, Ohlig + Compagnon Immobilien; 3 Helmut Christmann, Geschäftsführer, Helmut Christmann Immobilien; 4 Werner Horlacher, Geschäftsführer, Gesellschaft für Finanz- und Beratungsdienstleistungen; 5 Ingrid Mahler, Geschäftsführerin, Mahler Consult; 6 Wolfgang Loeper, Geschäftsfeldleiter Facilities, Infraserv Höchst; 7 Roland Strunk, Inhaber, Stadtplanung + Kommunikation; 8 Harald Blumenauer, Geschäftsführender Gesellschafter, Blumenauer Consulting; 9 Axel Damm, Niederlassungsleiter, Licon Wohnbau; 10 Thomas Keßler, Niederlassungsleiter, Porr Deutschland, Zweigniederlassung Frankfurt; 11 Karl Greiner, Prokurist, Corpus Sireo Makler Frankfurt; 12 Hans-Jörg Vetter, Inhaber, Vetter Immobilien; 13 Prof. Martin Wentz, Geschäftsführer, Wentz Concept Projektstrategie; 14 Torsten Hannusch, Geschäftsführer, GIG-FM Frankfurt am Main; 15 Wolfgang Spohr, Leiter der Niederlassung, Bilfinger Berger Hochbau, Niederlassung Frankfurt; 16 Dr. Mathias Müller, IHK-Präsident, und Inhaber, Dr. Mathias Müller Immobilienwirtschaftliche Beratung;
17 Bernd Klopprogge, Geschäftsführer, Klopprogge Immobilienmanagement; 18 Horst Haas, Geschäftsführer, Dröll & Scheuermann
Dem Ausschuss gehören außerdem an:
Johannes Becker, Abteilungsleiter, Infraserv Höchst; Rainer Beinlich, Prokurist, Grontmij; Gerhard Brand, Geschäftsführender Gesellschafter, AS & P – Albert Speer & Partner; Jürgen Conzelmann, Geschäftsführer, Conzelmann Grundstücksverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft; Peter Diener, Inhaber, Sachverständigenbüro Peter Diener; Jens Dörrie, Kaufmännische Geschäftsführung, The Squaire; Jürgen Engel, Geschäftsführer, KSP Jürgen Engel Architekten; Wolfgang Froelich, Inhaber, Wolfgang Froelich und Partner; Volker Geenen, Geschäftsführer, Ballwanz Projektentwicklung; Dr. Dieter Graumann, Geschäftsführer, Domo Verwaltungs-Gesellschaft; Michael Haack, Geschäftsführer, GWH Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen; Thomas Hofbauer, Geschäftsführer, Drees & Sommer Advanced Building Technologies; Steffen Höhn, Director
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