Informationswirtschaft
Urheberrecht vorerst verteidigt

Das verlags- und standortbedrohende Google Book Settlement ist vorerst abgewendet. Der IHK-Ausschuss Informationswirtschaft sieht darin einen wichtigen Meilenstein in der Verteidigung des Urheberrechts.

Hintergrund ist das Vorgehen der Internet-Suchmaschine Google, die seit 2004 die Buchbestände von einigen großen amerikanischen Bibliotheken scannt und zur auszugsweisen beziehungsweise vollständigen Einsicht im Internet freigibt. Da Google bei den Urhebern keine Genehmigung einholte, sahen amerikanische und europäische Verlage und Autoren ihre Rechte verletzt und hatten geklagt.

Der aktuelle Stand und die zukünftige Arbeit der IHK Frankfurt zum Thema Google Book Settlement standen im August auf der Agenda der Ausschusssitzung Informationswirtschaft. Die Mitglieder des Gremiums sprachen sich deutlich gegen die Praxis von Google aus. Frankfurt als Heimat der Buchmesse und als internationale Verlagsstadt wäre von einem solchen Dammbruch des Lizenzschutzes besonders betroffen. Denn unter den sechs Millionen urheberrechtlich geschützten Büchern, die Google eingescannt hat, sind etwa 100 000 deutschsprachige Bücher. Die erstellten Dokumente verwendet das amerikanische Unternehmen für seine „Google Buchsuche“. Gegen das inzwischen vorgelegte Google Book Settlement hat nun aber auch das US-Justizministerium Bedenken geäußert – vor allem aufgrund kartell- und urheberrechtlicher Fragen. Bedrohlich ist unter anderem das entstehende Monopol für Google bei Klassikern beziehungsweise bei den Millionen von Büchern, deren Urheber unauffindbar sind. Nachdem auch Hunderte Einsprüche gegen das Settlement beim zuständigen Gericht in New York eingegangen waren, wurde die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Vergleichs vertagt. Bis 9. November soll ein neuer Vergleich vorliegen.

Wenn der neue Vergleich die inländischen Verlage weiterhin benachteiligen sollte, wollen die in der Branche tätigen Mitglieder des Ausschusses die Aufklärungsarbeit dazu fortsetzen. Zusammen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels sollen zudem Bundestagsabgeordnete angesprochen werden, um die Anliegen der Mitgliedsunternehmen gebündelt an die politischen Vertreter heranzutragen.     


Ulrike Gehring
Vorsitzende
Ausschuss Informationswirtschaft
Geschäftsführende Gesellschafterin
Screen Art Productions
Frankfurt am Main
gehring@screenart.tv


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Weitere Informationen zum Google Book Settlement: MediaCity News


IHK WirtschaftsForum
November 2009