Elektromobilität

Förderung von Elektromobilität

Der Bundesrat hat am 14.10.2016 dem Gesetzentwurf zur Förderung der Elektromobilität zugestimmt. Die Änderungen treten somit zum 1. Januar 2017 in Kraft. Die Förderung soll ein Gesamtpaket im Umfang von 1 Mrd. Euro umfassen, das sich auf drei Gruppen erstrecken wird:

  • eine Kraftfahrzeugsteuerbefreiung,
  • den Ausbau der Ladeinfrastruktur und
  • eine Reduzierung der Kostenlücke zu konventionellen Kfz. 

 

1. Kfz-Steuerbefreiung

Für seit dem 1.1.2016 erstmals zugelassene reine Elektrofahrzeuge (einschließlich Brennstoffzellenfahrzeuge) gilt derzeit eine 5-jährige Kfz-Steuer-Befreiung. Diese Befreiung wird rückwirkend zum 1.1.2016 auf 10 Jahre erweitert.

Die Befreiung gilt für Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Leichtfahrzeuge und Krafträder für Zulassungen bis zum 31.12.2020 (§ 3d Abs. 1 KraftStG).

Auch eine vollständige Elektro-Umrüstung von Bestandsfahrzeugen wird in die 10-jährige Steuerbefreiung mit einbezogen, soweit es sich dabei um verkehrsrechtlich genehmigte Elektroumrüstungen handelt (§ 3d Abs. 4 KraftStG).

 

2. Ausbau Ladeinfrastruktur

Arbeitgeber erhalten einen steuerlichen Anreiz für den Ausbau einer Ladeinfrastruktur. Damit soll auch das öffentliche Netz der Ladesäulen besser ausgebaut werden.

 

Laden von Elektrofahrzeugen beim Arbeitgeber

Vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2020 ist das kostenlose „Betanken“ an Ladestationen beim Arbeitgeber (auf dessen Parkplatz, in dessen Garage, Parkhaus) sowohl für private Elektro- und Hybridfahrzeuge als auch für solche Dienstwagen, die zur privaten Nutzung überlassen wurden, jeweils steuerfrei.

Damit berücksichtigt das Gesetz auch solche Arbeitnehmer, die den geldwerten Vorteil für die private Nutzung des betrieblichen Kraftfahrzeugs nach der sogenannten Fahrtenbuchmethode ermitteln. Mit der Änderung wird das elektrische Aufladen eines vom Arbeitnehmer auch privat genutzten betrieblichen Kraftfahrzeugs in die Steuerfreiheit einbezogen. Die Steuerbefreiung gilt auch für Leiharbeitnehmer im Betrieb des Entleihers. 

Ferner wird auch eine verbilligte oder unentgeltliche Übereignung von Ladevorrichtungen an einen Arbeitnehmer begünstigt. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer einen Elektrodienstwagen erhält und dieser auch an der Wohnung des Arbeitnehmers geladen werden muss. Der Arbeitgeber kann die Kosten für die Anschaffung und Errichtung für die Garage, Wohnhaus, Parkplatz des Arbeitnehmers übernehmen. Diese Kosten kann durch den Arbeitgeber mit 25 % pauschal lohnversteuert werden. Gleiches gilt für Arbeitgeberzuschüsse zur Anschaffung einer Ladeeinrichtung durch den Arbeitnehmer (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG).

In beiden Fällen wird jedoch Voraussetzung sein, dass die Vorteile zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Eine Entgeltumwandlung ist nicht begünstigt.

 

3. Umweltbonus (Kaufprämie für Elektrofahrzeuge)

Seit Juli 2016 können Käufer von Elektroautos eine Prämie beantragen. Sie erhalten einen Betrag von 4.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge und von 3.000 Euro für Plug-in-Hybride. Bund und Industrie tragen jeweils die Hälfte des Zuschusses. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). 

Die Anträge können online beim Bafa gestellt werden. Das Amt vergibt die Förderung solange bis die Bundesmittel von 600 Millionen Euro aufgebraucht sind. Das Programm läuft spätestens 2019 aus.

 

Nicht realisierte Maßnahmen

Nicht umgesetzt wird die von den Bundesländern zunächst vorgeschlagene Förderung mittels einer Sonderabschreibung für Elektrofahrzeuge bzw. für Ladevorrichtungen im betrieblichen Bereich. Und auch das Aufladen sog. E-Bikes wird nicht steuerbefreit sein. Pedelecs dagegen gelten als Kraftfahrzeuge, weil sie in der Lage sind, 25 km/h zu fahren.

 

Bereits bestehende Regelungen für Elektrofahrzeuge

Stellt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer ein Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug auch zur privaten Nutzung zur Verfügung, so entsteht grundsätzlich ein geldwerter Vorteil nach den Grundsätzen der Firmenwagenüberlassung. Der geldwerte Vorteil muss dementsprechend ermittelt werden.

Die Ermittlung des geldwerten Vorteils kann entweder nach der 1 %-Methode oder nach der Fahrtenbuchmethode (§ 8 Abs. 2 Sätze 2 bis 5 i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG) erfolgen.

Da die Kosten für E-Autos aufgrund der teuren Batterien sehr hoch sind, wurde bereits 2013 ein Nachteilsausgleich geregelt. Bei der 1 %-Methode und bei der Fahrtenbuchmethode darf nach den Vorschriften von § 6 Abs. 1 Nr. 4 Sätze 2 und 3 EStG ein Teil der Batteriekosten abgezogen werden. Dadurch mindert sich der zu versteuernde geldwerte Vorteil.

Pro kWh-Leistung können je nach Anschaffungsjahr Beträge vom Bruttolistenpreis abgezogen werden. Die geminderten Bruttolistenpreise sind dann Bemessungsgrundlage für die Pauschalmethode. Die Beträge sinken je Anschaffungsjahr.

Im Jahr 2013 waren es 500 Euro, 2014 450 Euro, 2015 400 Euro, 2016 350 Euro, usw. bis 2022. Der maximale Abzugsbetrag ist begrenzt. Im Jahr 2013 waren es 10.000 Euro, 2014 9.500 Euro, 2015 9.000 Euro, 2016 8.500 Euro usw.

 

Beispiel 1:

Der Arbeitgeber hat in 2016 ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16,3 Kilowattstunden (kWh) erworben und stellt dieses Fahrzeug seinem Arbeitnehmer auch für Privatfahrten zur Verfügung. Der Bruttolistenpreis beträgt 45.000 Euro. Die Privatfahrten sind mit der 1-Prozent-Regelung zu bewerten und zu versteuern. Der Bruttolistenpreis ist um 5.705 Euro (16,3 kWh x 350 Euro) zu mindern. Der für den Ansatz der 1-Prozent-Regelung geminderte und auf volle hundert Euro abgerundete Bruttolistenpreis beträgt 39.200 Euro. Der geldwerte Vorteil für den Arbeitnehmer beträgt monatlich 392 Euro.

 

Hinweis: Die Neuregelungen gelten ab 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2020. Die Umsatzsteuer hat das Aufladen von Kraftfahrzeugen bisher noch nicht steuerbefreit. Von den Neuregelungen nicht betroffen sind zudem das Aufladen von E-Bikes. Hier stellt das kostenlose Aufladen der Batterien einen geldwerten Vorteil dar, den der Arbeitgeber ermitteln und versteuern muss.

 

 

Förderberatung des Bundes

Allgemeine Informationen zu Förderung von Elektromobilität in Unternehmen finden Sie auch auf der Seite Förderinfo des Bundes. Hier finden Sie auch verschiedene Ansprechpartner.

 

Lotsenstelle Elektromobilität 

Christian Stolper

Telefonnummer: 030 20199-522

c.stolper@fz-juelich.de

Förderdatenbank

Einen Überblick gibt ebenso die Förderdatenbank.

 

 

Modellregion Elektromobilität Rhein-Main

Auf der Seite der Leitstelle sowie auf den Seiten der Bundesregierung finden Sie weitere Informationen zur Modellregion Elektromobilität Rhein-Main.

 

 

Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität

Bereits 2007 erklärte die Bundesregierung im Integrierten Energie- und Klimaprogramm die Förderung der Elektromobilität zu einem entscheidenden Baustein für den Klimaschutz. 2009 folgte mit dem "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" dann der maßgebliche Handlungsrahmen. Ziel ist, die Forschung und Entwicklung, die Marktvorbereitung und die Markteinführung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland voranzubringen. Bis spätestens zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren.

 

Am 3. Mai 2010 wurde deshalb die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ins Leben gerufen, um Elektromobilität in Deutschland entscheidend voran zu bringen und die Markteinführung innovativer Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. Die NPE veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Fortschrittsberichte, aktuell den "Wegweiser Elektromobilität", der den bis Juni 2016 erreichten Entwicklungsstand für Elektromobilität in Deutschland erfasst..


Das "Regierungsprogramm Elektromobilität" aus dem Jahr 2011 formulierte schließlich die bis heute maßgebliche Strategie und die zugehörigen Instrumente. Ziel ist, Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu entwickeln. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Bis 2030 sollen es schon sechs Millionen sein. Die vier für Elektromobilität zuständigen Ressorts der Bundesregierung BMWi, BMVI, BMUB und BMBF haben daraufhin die Unterstützung der Elektromobilität intensiviert. 

 

 

Leitfaden zur Integration von Elektrofahrzeugen in die Unternehmensflotte

 

Die Nationale Organisation Wasserstoff (NOW) hat einen Handlungsleitfaden zur Integration von Elektrofahrzeugen in Flotten von Unternehmen bzw. Fuhrparkbetreibern veröffentlicht.

Der Leitfaden zeigt Potenziale der Elektromobilität für Unternehmen auf, macht Handlungsoptionen für die Integration von Elektrofahrzeugen in den Fuhrpark deutlich und informiert mittels Praxisbeispielen.

Der Leitfaden und weitere Publikationen können auf der Seite www.starterset-elektromobilitaet.de/publikationen heruntergeladen oder bestellt werden.

Hier finden Sie auch weitere nützliche Informationen rund um das Thema Elektromobilität in Unternehmen.

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Dr. Susanne Rühle Standortpolitik
Telefon: 069 2197-1303Fax: 069 2197-1485

Publikation: Hessische Verkehrsumfrage

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Ortskenntnisprüfung für Taxifahrer