Bundesweiter Feldversuch mit Lang-LKW


1. Verordnung

 

Mit der Veröffentlichung der Ausnahmeverordnung im elektronischen Bundesanzeiger ist der Feldversuch Lang-LKW am 1. Januar 2012 gestartet. Die Vorgaben für den Feldversuch sind in der Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge (LKWÜberlStVAusnV) geregelt. 
Am 26. August 2014 wurde diese Verordnung mit der Vierten Verordnung geändert. Hier werden insbesondere Neuregelungen zu Gefahrgutkleinstmengen sowie dem Streckennetz getroffen.

Der über fünf Jahre andauernde Feldversuch wird durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wissenschaftlich begleitet. Die in drei Untersuchungsphasen gegliederte wissenschaftliche Begleitung beginnt voraussichtlich im März 2012, wenn eine gewisse Anzahl von Unternehmen ihre Teilnahme bei der BASt bekundet hat. Der nachfolgende Leitfaden dient potenziellen Teilnehmern beim Feldversuch zur Orientierung über die Randbedingungen der Teilnahme.


2. Keine Teilnehmerbegrenzung

 

Jeder, der die Auflagen und Bedingungen aus der LKWÜberlStVAusnV erfüllt, kann Lang-Lkw einsetzen.


3. Genehmigungsverfahren zur Teilnahme am Feldversuch

 

Teilnehmer am Feldversuch durchlaufen kein explizites Genehmigungsverfahren. Die

Teilnahme am Feldversuch ist aber gegenüber der BASt anzuzeigen. Vor dem ersten Fahrtantritt muss die Teilnahme am Feldversuch gemäß § 12 der LKWÜberlStVAusnV bei der

 

Bundesanstalt für Straßenwesen

Stichwort: Lang-Lkw

Brüderstraße 53

51427 Bergisch Gladbach

 

angemeldet  werden. Damit wird gleichzeitig die Einwilligung gegeben, an der wissenschaftlichen Begleituntersuchung teilzunehmen (kostenfrei). In der formlosen Teilnahmebekundung sind:

  • Angaben zum Unternehmen (Sitz)
  • zum eingesetzten Fahrzeug oder zur eingesetzten Fahrzeugkombination (Typ, Erstzulassung) und
  • zur Strecke (Abfahrts- und Zielort)

aufzuführen. Es ist unter anderem auch zu prüfen, ob die geplante Route in der Verordnung aufgeführt ist (siehe Punkt „Befahrbare Routen“).

 

Wer am Feldversuch teilnehmen möchte, findet alle erforderlichen Informationen in einem Leitfaden, den die Bast veröffentlicht hat. Den Leitfaden finden Sie hier:

>> Leitfaden


4. Anforderungen an die Fahrer

 

Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge dürfen am Straßenverkehr nur teilnehmen, wenn deren Fahrer seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen im Besitz der Fahrerlaubnis der Klasse CE sind und über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im gewerblichen Straßengüter- oder Werkverkehr verfügen. Dies regelt § 11 der Verordnung. Außerdem ist eine zweistündige Unterweisung des Fahrers durch den Hersteller oder eine durch diesen beauftragte Stelle zu absolvieren.


5. Grenzüberschreitender Verkehr

 

Der grenzüberschreitende Verkehr mit Lang-Lkw verstößt gegen EU-Recht. Dies gilt auch dann, wenn in einem Nachbarland der Einsatz solcher Lang-Lkw gestattet ist.


6. Technische Details

 

Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge dürfen am Straßenverkehr nur teilnehmen, wenn sie im Kombinierten Verkehr einsetzbar sind (§ 6). Lang-Lkw dürfen eine maximale Länge von 25,25 Metern haben. Genauere Details regeln § 4 und 5 der LKWÜberlStVAusnV. Die zulässige Gesamtmasse der Lang-Lkw beträgt 40 Tonnen, im Vor- und Nachlauf beim Kombinierten Verkehr 44 Tonnen. Diese Gewichtsgrenzen gelten bereits bisher bei herkömmlichen Lkw.

Einen Überblick möglicher Fahrzeugkombinationen findet sich auf den Seiten der Bast:

>> Fahrzeugkombinationen


7. Befahrbares Streckennetz

 

Das derzeit gültige Steckennetz ist auf den Seiten der Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlicht

 

>>Streckennetz

 

Interessierte Unternehmer können erforderliche Strecken zur Prüfung nachmelden. Das in der Verordnung enthaltene Streckennetz wird fortgeschrieben.  

Zuständig sind die Länder, in Hessen das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.

 

Hessisches Ministerium für Wirtschaft,
Verkehr und Landesentwicklung
Matthias Burger

Kaiser-Friedrich-Ring 75
65185 Wiesbaden
Tel.: +49 (611) 815 2419
Fax: +49 (611) 815 49 2419
matthias.burger@hmwvl.hessen.de
www.wirtschaft.hessen.de
 

Sind mehrere Bundesländer betroffen, so muss die Strecke allen zuständigen Ministerien gemeldet werden.

 


8. Wissenschaftliche Begleitung
 

Der Feldversuch wird über fünf Jahre wissenschaftlich begleitet. Die Untersuchung ist in drei Phasen untergliedert. In der ersten Phase wird in umfangreichen statistischen Erhebungen anhand von Fahrtprotokollen und Befragungen zahlreiche Angaben zu den eingesetzten Fahrzeugen, den Fahrern, den transportierten Gütern und den gewählten Routen erfasst. In einer zweiten Phase wird parallel dazu eine systematische Erhebung und Analyse von Unfällen unter Beteiligung von Lang-LKW durchgeführt. Die dritte Phase beginnt gegen Ende des Fünfjahreszeitraums und befasst sich im Wesentlichen mit Nacherhebungen zur ersten Phase. Die gesamten Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung werden durch die BASt in einem abschließenden Bericht nach dem Ende des Feldversuchs zusammengefasst.

>> Alle Details zur Wissenschaftlichen Begleitung


9. FAQ

 

Auf den Seiten des Bundeministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finden Sie die wichtigsten Antworten auf die häufigsten Fragen:

>> FAQ

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Sven Sänger Standortpolitik Stv. Leiter
Telefon:069 2197-1457 Fax:069 2197-1485

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