Korruption
Feind der Marktwirtschaft
Korruption verhindert nachhaltige positive wirtschaftliche Entwicklungen, behindert gesunden Wettbewerb, führt zu ernsten rechtlichen Risiken, verhindert Investitionen und zerstört letztlich die Reputation. Der weltweite Kampf gegen Korruption ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit und hat mit der OECD-Konvention zur Auslandsbestechung an Momentum gewonnen.
Es gibt gute Gründe, weshalb Unternehmen entschieden gegen Korruption vorgehen sollten: Korruption ist Missbrauch von Macht und Position mit besonderem Nachteil für arme und benachteiligte Bevölkerungsschichten. Sie unterminiert die Integrität aller Beteiligten und zerstört das eigene geordnete Umfeld. Die Tatsache, dass Taten aufgrund von Unzulänglichkeiten der Legislative, Judikative oder Exekutive nicht verfolgt werden, ist keine Rechtfertigung derselben.
Die Unternehmen – ob globale, mittelständische oder kleine Unternehmen machen sich angreifbar und das Risiko eines Schadens steigt signifikant. Sowohl im Inland als mittlerweile auch im Ausland ist Korruption unter Strafe gestellt. Die Untersuchungsaktivitäten der Ermittlungsbehörden nehmen zusehends an Fahrt auf. Das Risiko, in den Fokus von Ermittlungen zu geraten, steigt in gleichem Maße.
Selbst Entwicklungsländer mit limitierten Ressourcen zur Bearbeitung von Ermittlungsverfahren führen umfassende Untersuchungen mithilfe internationaler Rechtsanwalts- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durch. Ein Beispiel hierfür sind die Ermittlungen zum Oil-for-Food-Korruptionsskandal im Irak. Darüber hinaus überwacht die OECD durch ein Monitoring die Implementierung und Effektivität der vereinbarten Aktivitäten zur Bekämpfung der Bestechung von ausländischen Amtsträgern.
Korruption zieht Zusatzkosten nach sich
Viele Unternehmen haben das Thema Compliance eher auf die leichte Schulter genommen oder sich zu sehr auf die Dokumentation von Compliance-Aktivitäten fokussiert und die Umsetzungseffektivität nicht überprüft. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass gerade solche Unternehmen bei Einleitung von Ermittlungsverfahren wegen Korruption erhebliche Reputationsschäden davontrugen.
Der Hinweis darauf, dass Geschäfte in bestimmten Ländern ansonsten nicht möglich sind, und dass dies der Wettbewerb ebenso tun würde, ist aufgrund der Entwicklungen in der internationalen Korruptionsbekämpfung der vergangenen zehn Jahre nicht mehr akzeptabel. Untersuchungen zeigen, dass Korruption zum Vorteil Einzelner zu Zusatzkosten für Unternehmen und auch für den Staat führt. Die Erfahrungen im Umgang mit Schmiergeldern zeigen zudem, dass sich das Zahlen von Schmiergeld sehr schnell herumspricht. In der Folge kommt es dann zu einer erhöhten Nachfrage nach oder sogar Forderung von Schmiergeldern beim betreffenden Unternehmen. Auf der anderen Seite werden Unternehmen, die auch im Kleinen deutlich kommunizieren, dass sie keine Schmiergelder zahlen, auch weniger auf diese angesprochen. Hinzu kommt die persönliche Gefahr, als Manager oder Mitarbeiter das Opfer von Erpressungen zu werden.
Interne Unternehmenskultur wird zersetzt
Das illegale Umfeld macht diese Personen angreifbar und kompromittierbar für alle erdenklichen weiteren Straftaten sei es Untreue, Betrug oder gar Spionage. Diese Gemengelage führt dann auch zu einer weiteren Zersetzung der internen Unternehmenskultur: Die Loyalität der Mitarbeiter zum eigenen Unternehmen sinkt. Lediglich das eigene Fortkommen steht im Vordergrund. Folglich werden die geschäftlichen Aktivitäten entsprechend den unternehmensinternen Anforderungen und nicht entsprechend den tatsächlichen Gegebenheiten dokumentiert. Letztlich und das ist die entscheidende Erkenntnis zieht Korruption den Unternehmen den Boden unter den Füßen weg. Egal, ob Mitarbeiter ohne Loyalität agieren, oder ob die wettbewerbsfördernde Infrastruktur auf staatlicher und privatwirtschaftlicher Seite zerstört wurde: Korruption ist der Feind von Marktwirtschaft und sozialer Gerechtigkeit.
Das illegale Umfeld macht diese Personen angreifbar und kompromittierbar für alle erdenklichen weiteren Straftaten sei es Untreue, Betrug oder gar Spionage. Diese Gemengelage führt dann auch zu einer weiteren Zersetzung der internen Unternehmenskultur: Die Loyalität der Mitarbeiter zum eigenen Unternehmen sinkt. Lediglich das eigene Fortkommen steht im Vordergrund. Folglich werden die geschäftlichen Aktivitäten entsprechend den unternehmensinternen Anforderungen und nicht entsprechend den tatsächlichen Gegebenheiten dokumentiert. Letztlich und das ist die entscheidende Erkenntnis zieht Korruption den Unternehmen den Boden unter den Füßen weg. Egal, ob Mitarbeiter ohne Loyalität agieren, oder ob die wettbewerbsfördernde Infrastruktur auf staatlicher und privatwirtschaftlicher Seite zerstört wurde: Korruption ist der Feind von Marktwirtschaft und sozialer Gerechtigkeit.
Vor diesem Hintergrund sollten gerade auch mittelständische Unternehmen sicherstellen, dass Korruption in den eigenen Reihen durch die Unternehmensorganisation und durch Kontrollen wirksam vermieden wird. Es gibt Methoden, sich wirksam zu schützen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Korruption aufgedeckt wird, ist in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen. Grund hierfür sind unter anderem auch die steuerlichen Betriebsprüfungen oder die Meldepflichten der Banken im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Geldwäsche.
Dr. Stefan Heißner
Lead Partner
Fraud Investigation & Dispute Services
Zentral-, Ost-, Südosteuropa
Ernst & Young
Frankfurt am Main
IHK WirtschaftsForum
November 2008