Frankfurt: Neuer Service für Gründer
An Zeitmangel leiden wohl alle Teilnehmer an den Existenzgründerseminaren und -workshops der IHK Frankfurt. Sie drücken in ihrer Freizeit – hauptsächlich abends oder samstags – die Schulbank im Bildungszentrum und machen sich für das Unternehmertum fit. Dabei erlernen sie die zur Gründung ihres eigenen Unternehmens erforderlichen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagenkenntnisse.
Zur besseren Vermittlung und Anwendung des Gelernten hat die IHK Frankfurt ihr Angebot für Existenzgründer und Jungunternehmer jetzt erweitert. Als unkompliziert strukturierte Planungshilfe führt die Gründungswerkstatt Frankfurt werdende Unternehmer sicher durch alle relevanten Fragen des Gründungsprozesses. Gründer haben direkten Zugang zu diesem Portal – rund um die Uhr und bequem von zu Hause aus. Von dem neuen Service sollen vor allem diejenigen profitieren, die mit herkömmlichen Beratungsangeboten schwer zu erreichen sind.
Online-Hilfe von Selbstüberprüfung bis Businessplan-Erstellung
Die Werkzeuge sind mannigfaltig und reichen von der Selbstüberprüfung des Gründers mithilfe von Multiple-Choice-Tests über Wissens-Checks, bei denen eigene Stärken und Schwächen im unternehmerischen Know-how überprüft werden können, bis hin zu Planungsmodulen zur Erstellung des Businessplans. Der besondere Clou: Wenn ein Existenzgründer mit einer Fragestellung nicht weiterkommt, hilft ihm die Gründungswerkstatt. An jedem Punkt der Planung steht ein erfahrener Tutor der IHK als fester Ansprechpartner zur Seite, der schnell Antworten auf offene Fragen, Rat und nützliche Tipps gibt und Gründern in ihrem Bedürfnis nach Feedback und Unterstützung entgegenkommt. Die Kommunikation erfolgt in der Regel online.
Diese Fachberater können während des gesamten Gründungsprozesses herangezogen werden – ganz gleich, ob es um Probleme bei der Wahl der Rechtsform, um Standortfragen oder um Markt- und Wettbewerbsbedingungen geht. Selbstverständlich wird die Geschäftsidee dabei streng vertraulich behandelt. Ziel der Arbeit mit der Gründungswerkstatt ist es, einen Businessplan auszuarbeiten, der substanziell alle Teilbereiche des geplanten Unternehmens beschreibt, so wie es Kreditinstitute, Förderbanken oder öffentliche Stellen wie etwa die Arbeitsagenturen fordern. Die Wissensvermittlung geschieht dabei jeweils vorhabenbezogen.
Interaktive Beratung und Begleitung
Die Erfahrung der IHK Frankfurt aus der Existenzgründungsberatung zeigt, dass es Ergänzungsbedarf zum herkömmlichen Angebotsspektrum der Gründungsqualifizierung und -begleitung gibt. Informationsveranstaltungen, Seminare und Internetdienste können Gründungsinteressierten in der Orientierungsphase zwar dazu dienen, sich dem Thema Gründung zu nähern, sind aber noch recht abstrakt und umfassen im Hinblick auf das individuelle Gründungsvorhaben oft nicht den alles entscheidenden Rat. Start-up-Unternehmer können zudem den Transfer der allgemein gehaltenen Informationen auf ihr eigenes Gründungsvorhaben oft nicht oder nur eingeschränkt leisten. Eine interaktive Beratung und Begleitung ist deshalb notwendig, die Gründern nicht nur vermittelt, was zu tun ist, sondern auch wie. Hier greift der Tutor ein und unterstützt die Gründungsanwärter individuell bei der Erarbeitung ihres Businessplans. Aber nicht nur er hilft bei der Konkretisierung und Umsetzung der Geschäftsidee, im Bedarfsfall kann auf das gebündelte Know-how des weitverzweigten IHK-Beraternetzwerks zurückgegriffen werden. Gründer werden so bestmöglich auf den Start in ihre unternehmerische Tätigkeit vorbereitet. Schritt für Schritt wird eine Geschäftsidee zu einem überzeugenden Geschäftskonzept ausgefeilt.
Zu zentralen Themen, wie etwa Finanzierung, Marketing, Personal oder betriebliche Absicherung, bietet das Beratungsportal Lerneinheiten an, mit denen sich die Gründer im Selbststudium von jeweils 15 bis 45 Minuten entsprechendes Fachwissen aneignen können. Mit Wissenstests lassen sich die Lernerfolge online überprüfen. Zudem hilft eine Liste der häufigsten Gründungsfehler, negative Erfahrungen von vornherein zu vermeiden. Für die Aufstellung des Finanzteils können Gründer das Programm Miniplan laden, das eine bewährte und mit Kreditinstituten abgestimmte Struktur für den Zahlenteil des Businessplans vorgibt. Ob Liquidität, Investitionen oder Finanzierung – alle benötigten Tabellen sind enthalten, leicht verständlich und ohne überflüssigen Ballast.
Unternehmergeist fördern
In allen Bereichen des Beratungsportals kommen Gründer auch direkt zu den übrigen Serviceleistungen der IHK Frankfurt zur Existenzgründung und -sicherung. Braucht ein Gründer etwa Fördermittel zur Finanzierung seines Vorhabens, kann er einen Termin mit Finanzierungsexperten der IHK und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) vereinbaren. Für Unternehmen unmittelbar nach der Gründung bietet die IHK in Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zudem das Gründercoaching Deutschland an, welches in den ersten fünf Jahren nach dem Unternehmensstart Coaching-Maßnahmen von externen, professionellen Beratern zu allen wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen fördert. Vervollständigt wird das Angebot durch Krisenpräventionsberatungen im Rahmen des Runden Tisches. Ziel dieses Programms ist es, die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten des eigenen Betriebs in einem Unternehmenscheck von versierten Fachleuten prüfen zu lassen, mögliche Schwachstellen aufzudecken und Lösungsvorschläge zu deren Beseitigung zu erhalten.
Die Gründungswerkstatt ist der jüngste Baustein der IHK Frankfurt zur Förderung von Unternehmergeist und Entrepreneurship in der Wirtschaftsregion FrankfurtRheinMain. Gerade in Bezug auf die dringend benötigten Existenzgründer gilt es, die Schwellen so niedrig wie möglich zu machen, damit sie ihre Ideen umsetzen können. Die IHK Frankfurt ist treibende Kraft in diesem Erneuerungsprozess. Auf einem inzwischen immer heterogeneren Markt ist sie die zentrale Anlaufstelle für Existenzgründer und verlässliche Anbieterin von Dienstleistungen rund um die Unternehmensgründung und -sicherung. Die Existenzgründer haben mit der Industrie- und Handelskammer einen flächendeckenden und branchenneutralen Ansprechpartner für ihre Belange. Die Stärke im Bereich der Existenzgründung weiter auszubauen und damit den Existenzgründern bei ihrem wichtigen und risikovollen Schritt seriös, effizient und kundenorientiert zu helfen, um die Erfolgsaussichten zu verbessern, ist Anspruch der IHK. Gemeinsam mit ihren Partnern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft möchte die IHK Frankfurt die zunehmend positive gesellschaftliche Einstellung gegenüber selbstständigem Unternehmertum stabilisieren und weiter verstärken. Vor allem aber möchte die IHK so gemeinsam zum Erfolg möglichst vieler neuer Betriebe beitragen.
Autor
Michael Höppner
IHK Frankfurt
Finanzplatz | Unternehmensförderung | Starthilfe
m.hoeppner@frankfurt-main.ihk.de
Mehr zum Thema:
www.gruendungswerkstatt-frankfurt.de.
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