IHK-Kreisbereisung: Auf Wachstumspfad zurückkehren
Stellvertretend für die 16 000 Unternehmen im Main-Taunus-Kreis verschaffte sich die IHK-Delegation bei zwei familiengeführten Betrieben einen Überblick über die aktuelle Situation der Unternehmen auf dem Weg aus der Konjunkturkrise.
„Die IHK-Kreisbereisung hat uns gezeigt, dass Unternehmen mit einer breiten Produktdiversifikation, einem international ausgerichteten Vertriebsnetz und innovativen Angeboten gut gerüstet sind, schnell auf den Wachstumspfad zurückzukehren“, sagte IHK-Präsident Dr. Mathias Müller. Es sei beeindruckend, wie viel Kraft und Dynamik im Mittelstand anzutreffen sei.

(v.l.): Detlev Osterloh, IHK-Geschäftsführer, Heinz Walter Menke, Ruco-Geschäftsführer, Horst Platz, IHK-Vizepräsident, Berthold Gall, Landrat, Dr. Mathias Müller, IHK-Präsident, Valentina Scheu, IHK-Geschäftsstelle Bad Homburg, Dr. Andreas Gellrich, Technischer Leiter, Ruco, und Peter Reus, Bürgermeister von Eppstein.
Die Rundreise führte die Delegation mit Landrat Berthold Gall und Bürgermeister Peter Reus zunächst nach Eppstein in das 1857 gegründete Unternehmen Ruco Druckfarben. Der Betrieb in der fünften Familiengeneration stellt Buchdruck-, Offsetdruck- und Siebdruckfarben sowie UV-härtende Farbsysteme her. So findet man die Farben sowohl auf Chipstüten, Margarinetöpfchen, Haushaltsgeräten und Zeitschriften als auch auf den Etiketten von Glasflaschen. Ruco beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. Neben Filialen in China und Hongkong ist der Familienbetrieb über ein weltweites Distributionsnetz in mehr als 70 Ländern der Erde vertreten. Der Exportanteil beträgt mittlerweile fast 60 Prozent.
Im Anschluss informierte sich die Delegation gemeinsam mit Bürgermeisterin Gisela Stang bei GeGa Lotz in Hofheim-Wallau über die Anforderungen der Unternehmen an den Standort. „Für das international operierende Unternehmen GeGa Lotz ist die Nähe zum Flughafen Frankfurt und das dichte Autobahnnetz der wichtigste Standortfaktor“, sagte Horst Lotz, Geschäftsführer von GeGa Lotz. Als Weltmarktführer sei das Unternehmen auf hervorragende Logistiknetze angewiesen.
GeGa Lotz wurde 1965 gegründet; die Abkürzung steht für „Gesellschaft für Gastechnik“. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Brennschneid- und Flämmmaschinen in modernen Stahl- und Walzwerken, insbesondere mit Stranggießanlagen sowie Entbartungsmaschinen, Schnellschneiddüsen und transportablen Brennschneideinrichtungen. Die GeGa-Gruppe beschäftigt in Deutschland und den Schwestergesellschaften in Europa, den USA, Kanada, Südamerika und Südafrika über 300 Mitarbeiter. Darüber hinaus erstreckt sich ein weltweites internationales Service- und Vertriebsnetz über alle Kontinente der Erde.
Privilegierter Main-Taunus-Kreis
Müller bezeichnete den Main-Taunus-Kreis als einen nach wie vor privilegierten Wirtschaftsraum. Die Kaufkraft liegt dort deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Das Regionalranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft 2009 sieht den Main-Taunus-Kreis mit Blick auf die Kaufkraft im bundesweiten Ranking auf Platz vier, im Hinblick auf die Einkommensteuerkraft sogar auf Rang zwei. Mit einer Arbeitslosenquote von rund fünf Prozent ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Main-Taunus vergleichsweise günstig.
Müller bezeichnete den Main-Taunus-Kreis als einen nach wie vor privilegierten Wirtschaftsraum. Die Kaufkraft liegt dort deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Das Regionalranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft 2009 sieht den Main-Taunus-Kreis mit Blick auf die Kaufkraft im bundesweiten Ranking auf Platz vier, im Hinblick auf die Einkommensteuerkraft sogar auf Rang zwei. Mit einer Arbeitslosenquote von rund fünf Prozent ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Main-Taunus vergleichsweise günstig.
Die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage vom Herbst bescheinigt, dass die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis wieder hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Der Gesamtklimaindex stieg gegenüber der Vorumfrage deutlich um 25,7 Punkte auf 90,9 Zähler. Der überwiegende Anteil der Unternehmer bewertet die aktuelle Lage wesentlich günstiger als noch im Frühsommer. Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind erheblich angestiegen. 23,9 Prozent der Unternehmen im Main-Taunus-Kreis erwarten einen positiven Geschäftsverlauf im kommenden Jahr. Insbesondere Dienstleistungen und das produzierende Gewerbe zeigen sich zuversichtlich.
Der Main-Taunus-Kreis gehört neben dem Hochtaunuskreis zum Bezirk der IHK Frankfurt. Bereits seit 1884 gehören Gemeinden aus dem heutigen Gebiet des Main-Taunus-Kreises zum IHK-Bezirk. Im IHK-Präsidium sind drei der zehn Mitglieder Unternehmer aus dem Main-Taunus-Kreis. Durch die Geschäftsstellen Bad Homburg und Hofheim ist die IHK Frankfurt in den beiden Taunus-Landkreisen präsent.
„Mit der Kreisbereisung wollen wir uns direkt am Ort des Geschehens ein Bild machen von den Standortbedingungen“, sagte IHK-Vizepräsident Horst Platz. Dabei wollten die IHK-Vertreter auch in Erfahrung bringen, ob und wo die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmen optimierbar seien. „Wir wollen auch wissen, ob wir in der Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den einzelnen Kommunen etwas besser machen können, und wie wir den bestmöglichen Service für unsere Mitgliedsunternehmen anbieten können“, fügte er hinzu.
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November 2009