Hans-Messer-Preis 2008 verliehen
Larissa Bichert und Adam Busch ausgezeichnet / Hans-Messer-Lecture: Prof. Stefanie Dimmeler sprach über neue Erkenntnisse in der Therapie des Herzinfarktes

Diplom-Wirtschaftsjuristin Larissa Bichert und Diplom-Ingenieur Adam Busch sind im Rahmen einer Feierstunde am 3. Februar in der IHK Frankfurt mit dem Hans-Messer-Preis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit insgesamt 6 000 Euro dotiert. Benannt ist die Auszeichnung nach dem langjährigen IHK-Präsidenten und Ehrenpräsidenten, Dr. Hans Messer. Die IHK Frankfurt würdigt mit diesem Preis jährlich herausragende Examens- und Studienleistungen von Absolventen der Fachhochschule Frankfurt. In diesem Jahr wurde der Preis bereits zum 19. Mal vergeben.

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IHK-Präsident Hans-Joachim Tonnellier (1.v.l.) zeichnete Larissa Bichert (2.v.l.) und Adam Busch (3.v.l.) im Beisein des betreuenden Hochschullehrers, Prof. Florian Steinwender, mit dem Hans-Messer-Preis 2008 aus.

Larissa Bichert hat in ihrer Dip-lomarbeit das Thema „Marken und Produktpiraterie in China“ behandelt. Sie hat damit ein hochaktuelles Thema aufgegriffen. Während Deutschland nach einer Untersuchung der Internationalen Handelskammer die besten Rahmenbedingungen für den Schutz des geistigen Eigentums bietet, gilt China als ein Paradies für Produktfälscher. In ihrer Diplomarbeit hat Bichert die chinesischen Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums ausführlich analysiert. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass das gesamte Regelungswerk überwiegend den westlichen Standards entspricht. Die auch in Deutschland vorhandenen Vorurteile über fehlende Gesetze in China sind demnach unzutreffend. Kern des Problems bei der Pirateriebekämpfung in China ist nach der Analyse von Bichert die mangelnde Durchsetzung dieser Vorschriften. Sie schlägt eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes geistigen Eigentums vor, unter anderem eine stärkere länderübergreifende Kooperation zwischen Behörden und der Wirtschaft. Larissa Bichert hat die Diplomprüfung mit der Gesamtnote 1,24 abgeschlossen.
 
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Prof. Stefanie Dimmeler, Direktorin des Instituts für kardiovaskuläre Regeneration am Zentrum für Molekulare Medizin des Frankfurter Universitätsklinikums, war diesmal Festrednerin der Hans-Messer-Lecture. In ihrem Vortrag sprach sie über neue Erkenntnisse in der Therapie des Herzinfarktes.

Adam Busch hat in seiner Dip-lomarbeit das Thema „Erstellen einer generischen Testspezifikation für Türpaneele“ bearbeitet. Es handelt sich um eine Industriearbeit, die in Zusammenarbeit mit der Firma Schindler Aufzüge, Ebikon (Schweiz), durchgeführt wurde. Die Schwerpunkte seiner Diplomarbeit lagen in der Planung, Durchführung und Auswertung experimenteller Versuche, im Einsatz von Berechnungen nach bestimmten Methoden und der Definition einer Prüfvorschrift. Die Diplomarbeit wurde mit der Note 1,3 bewertet, die Gesamtnote der Diplomprüfung von Busch beträgt 1,6. Hervorzuheben ist auch, dass er sich über mehrere Semester neben seinem Studium auch im Fachbereich engagiert hat. Er war ständiges Mitglied im Prüfungsausschuss der maschinentechnischen Studiengänge sowie als Tutor im Studiengang Maschinenbau für die Fächer Messtechnik und Produktentwicklung tätig. Neben der Diplom- oder Bachelorarbeit sind für die Preisvergabe die Examensnote, Studiendauer, praktische Relevanz und wirtschaftliche Verwertbarkeit der Abschlussarbeit ausschlaggebend.

Festrednerin der 12. Hans-Messer-Lecture war Prof. Stefanie Dimmeler, Direktorin des Instituts für kardiovaskuläre Regeneration am Zentrum für Molekulare Medizin des Frankfurter Universitätsklinikums. Dimmeler ist seit Kurzem auch Mitglied des Deutschen Ethikrats des Deutschen Bundestages. Hans-Joachim Tonnellier, IHK-Präsident, wies in seiner Begrüßung auf die zahlreichen Preise und Auszeichnungen von Dimmeler hin und bezeichnete sie als eine „deutsche Ausnahmewissenschaftlerin“. Vor wenigen Jahren sei ihr bereits im Alter von 38 Jahren der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und damit der höchst dotierte deutsche Forschungspreis verliehen worden.

Dimmeler ging in ihrem Vortrag auf neue Erkenntnisse in der Therapie des Herzinfarktes ein. In mehreren Studien, auch mit Patienten am Universitätsklinikum Frankfurt, sei nachgewiesen worden, dass durch Gefäßneubildung und Gewebe-Reparatur mithilfe der Stammzelltherapie bereits Erfolge erzielt werden konnten, in dem die Herzfunktionen betroffener Patienten deutlich verbessert wurden. Eine erst vor wenigen Monaten von der Europäischen Union nach einem strengen Auswahlverfahren bewilligte Forschungsförderung in Höhe von 2,4 Millionen Euro soll es dem rund 25-köpfigen Frankfurter Forscherteam um Prof. Stefanie Dimmeler ermöglichen, neue Behandlungsverfahren zur Heilung des Herzens nach einem Herzinfarkt zu entwickeln.

Detlev Buchholz, Präsident der Fachhochschule Frankfurt, ging in seinem Grußwort auch auf die Veränderungen an der Fachhochschule durch den bereits weit fortgeschrittenen Bologna-Prozess näher ein. Er wies ferner auf eine Reihe neu eingerichteter anwendungs- und praxisorientierter Studiengänge in den verschiedenen Fachbereichen hin. Eine zur Stärkung der Wissensregion FrankfurtRheinMain wichtige Aufgabe sei es, die Zusammenarbeit zwischen Goethe-Universität und Fachhochschule sowie mit anderen Hochschulen weiter zu verbessern sowie noch stärker Lehrinhalte und Abschlüsse aufeinander abzustimmen.    


Johannes Wagner
IHK Frankfurt am Main
Innovation und Umwelt
 

Fotos: Markus Goetzke


IHK WirtschaftsForum
April 2009
 

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