Industrieausschuss: Säule der Wirtschaftskraft
War es früher die große Fabrik, in der viele Arbeiter Waren produzierten, so ist es heute ein Netzwerk hoch spezialisierter Unternehmen, in dem Wissen verschiedenster Art gebündelt, in innovative Produkte und Verfahren umgesetzt und international vermarktet wird. Der Wertschöpfungsprozess in der modernen Industrie ist geprägt durch einen zunehmenden Anteil von Dienstleistungen. Diese werden häufig von rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften oder Drittfirmen im Auftrag erbracht.
Viele industrienahe Dienstleister im IHK-Bezirk Frankfurt
Das Netzwerk Industrie besteht aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie aus Teilen des Verkehrsgewerbes, den Beratungsdiensten und sonstigen unternehmensbezogenen Dienstleistungen. Das BAW-Institut für regionale Wirtschaftsforschung in Bremen kommt in einer Untersuchung über das RheinMain-Gebiet zu dem Ergebnis, dass rund 200 000 Mitarbeiter in Dienstleistungsunternehmen unmittelbar für das verarbeitende Gewerbe tätig sind. Die amtliche Statistik kann allerdings diese ökonomischen Verflechtungen mit dem klassischen Industriebegriff (verarbeitendes Gewerbe beziehungsweise produzierendes Gewerbe) nicht darstellen.
Das zunehmende Gewicht industrienaher Dienstleistungen spiegelt sich auch im IHK-Bezirk Frankfurt wider: Von den rund 7 500 Mitgliedsunternehmen, die der Industrie zugeordnet sind, entfallen etwa ein Drittel auf das verarbeitende Gewerbe, zwei Drittel oder etwa 5 000 Mitgliedsunternehmen sind beispielsweise Ingenieurbüros, Abfallentsorger, Umwelt- und Energieberater, Reinigungsunternehmen oder sonstige technisch-wissenschaftliche Beratungsgesellschaften. Auch unter den derzeit 47 Mitgliedern des Industrieausschusses der IHK sind eine ganze Reihe von Unternehmensvertretern aus verschiedenen Dienstleistungsunternehmen in Frankfurt sowie den Kreisen Hochtaunus und Main-Taunus.
Deutsche Industrie gehört zu den leistungsfähigsten weltweit
Der Industrieausschuss hat sich im vergangenen Jahr in zwei Sitzungen intensiv mit dem Strukturwandel und den Veränderungen der Wettbewerbsfähigkeit in unserem Land als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass die deutsche Industrie heute zu den leistungsfähigsten weltweit gehört. Hightech-Produkte deutscher Industriefirmen – auch aus FrankfurtRheinMain tragen zu einem großen Teil zu den hohen Exportüberschüssen und dem deutschen Leistungsbilanzüberschuss bei. Die Unternehmen mit hoher Exportorientierung zahlen ihren Mitarbeitern überdurchschnittlich hohe Löhne. Der Industriestandort Deutschland ist besser aufgestellt, als dies immer wieder in der öffentlichen Diskussion zum Ausdruck kommt. Dennoch dürfen wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen.
Frankfurt ist nicht nur Finanzplatz, sondern auch Industriestandort. Trotz eines überdurchschnittlich hohen Beschäftigungsrückgangs im verarbeitenden Gewerbe in der Metropolregion FrankfurtRheinMain in den Jahren 1995 bis 2008 hat sich der Arbeitsmarkt in der Region gut entwickelt. Der Grund liegt vor allem darin, dass hauptsächlich in den Branchen neue zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wurden, die vom Outsourcing aus der verarbeitenden Industrie profitierten. Das sind zum Beispiel Unternehmensberater, IT-Unternehmen, Logistikbetriebe, Sicherungsunternehmen und weitere Betriebe im Bereich Facility Management.
Innovationsfähigkeit der Unternehmen muss erhalten bleiben
Das industrielle Zentrum der Metropolregion ist gemessen an der Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe die Stadt Frankfurt. Aber auch in den zum IHK-Bezirk gehörenden Landkreisen Hochtaunus und Main-Taunus sind zahlreiche international aufgestellte Industrieunternehmen angesiedelt. Dazu gehören unter anderem Binding, Braun, Celanese, Continental, Teves, Diehl Avionik, Messer Group, Nestle, Rolls-Royce, Samson, Sanofi-Aventis und Siemens. Außerdem gibt es zahlreiche mittelständisch geprägte Unternehmen, sogenannte Hidden Champions, die weitweit sehr erfolgreich sind, wie beispielsweise die Firma Glasbau Hahn in Frankfurt, Polar-Mohr in Hofheim, Peiker-Akustik in Friedrichsdorf oder Rothenberger in Kelkheim. Diese und weitere Beispiele zeigen, dass der Standort FrankfurtRheinMain für Industrieunternehmen weiterhin attraktiv ist.
Damit dies so bleibt, müssen die Rahmenbedingungen immer wieder überprüft und angepasst werden. Nur wenn die Innovationsfähigkeit der Unternehmen erhalten bleibt, können neue Produkte und Verfahren auf den Markt kommen und Wachstum fördern. Die Politik muss den industriellen Standortfaktoren die notwendige Aufmerksamkeit schenken. Sie muss sich zum Industriestandort FrankfurtRheinMain bekennen. Sie muss die Gefahren, die beispielsweise durch Fachkräftemangel, hohe Steuerbelastung, unnötige Bürokratie oder Sonderlasten im Umwelt- und Energiebereich drohen, beseitigen. Nur dann haben Industrieunternehmen auch in FrankfurtRheinMain eine Zukunft.
Autor
juergen.vormann@infraserv.com

Die Mitglieder: 1 Martin Haase, Geschäftsführer, HPI Resource; 2 Prof. Alexander Wurzer (Gast); 3 Reinhard Meißner, Geschäftsführer, Jung Zeelandia; 4 Dr. Michael Molter (Gast); 5 Rainer Zies, Geschäftsführer, MKV Kunststoffgranulate; 6 Dr. Rudolf Pietzke, Rechtsanwalt, Salger Rechtsanwälte; 7 Dr. Heinrich Polke, L-EA Private Equity; 8 Otto J. Völker, Vorstand, Binding-Brauerei; 9 Dr. Anna Carina Eichhorn, Vorstandsmitglied, Humatrix; 10 Albert Eckert, Bevollmächtigter, Weppler Filter; 11 Günter Huß, Geschäftsführer, Graphia Frankfurt Alfred Huß Druckerei und Verlag; 12 Dr. Klaus Günter Lombeck, Geschäftsführender Gesellschafter, William Metallgießerei; 13 Jürgen Kaziur (Gast); 14 Dr. Fabian Peters, Technischer Direktor, Curasan; 15 Peter E. Schaaf, President und CEO, Messer Cutting & Welding; 16 Karl-Heinz Stupperich (Gast); 17 Dr. Kurt Wagemann, Geschäftsführer, Dechema; 18 Dr. Alfons Enhsen, Site Director, R&D Resources, Sanofi-Aventis Deutschland; 19 Michael Döcke, Leiter Industrial Solutions, Siemens; 20 Rainer Gutweiler, Geschäftsführer, Infrasite Griesheim; 21 Detlev Osterloh, Geschäftsführer, IHK Frankfurt; 22 Johannes Wagner, Stellvertretender Geschäftsführer, IHK Frankfurt; 23 Dr. Hermann H. Oppermann (Gast); 24 Wolfgang Spohr, Leiter der Niederlassung, Bilfinger Berger Hochbau; 25 Dieter Kunzler (Gast); 26 Dagmar Bollin-Flade, Geschäftsführende Gesellschafterin, Christian Bollin Armaturenfabrik; 27 Michael Rentzsch, Geschäftsführer, Wisag Gebäudereinigung Frankfurt; 28 Thomas Moog, Geschäftsführer, Kunzler Notstromtechnik; 29 Dr. Berthold Fuld, Geschäftsführer, Dr. Fuld Ingenieurgesellschaft.
Dem Ausschuss gehören außerdem an: Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender, Mainova; Bernd Ambrosius, Geschäftsführender Gesellschafter,
Ernst F. Ambrosius & Sohn; Marius Balger, Geschäftsführer, BIT Analytical Instruments; Dr. Dirk Bühring, Standortleiter, Clariant Produkte (Deutschland); Dr. Holger Cartsburg, Director, Rolls-Royce Deutschland; Dr. Ralf Cramer, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Continental Teves; Holger Dietsch, Bereichsleiter Flugzeugwartung, Lufthansa Technik; Prof. Jürgen Engel, Vorsitzender der Geschäftsführung AEterna Zentaris; Gary L. Geipel, Director Corporate Affairs, Lilly Pharma Holding; Jost Geweke, Vorstandsmitglied, Süwag Energie; Dr. Karlheinz Haag, Leiter Umweltkonzepte Konzern, Deutsche Lufthansa; Torsten Hannusch, Geschäftsführer, GIG-FM Frankfurt am Main; Wolfgang Hoessrich, Geschäftsführer, ICCS Vermögensverwaltung; Hanns-Michael Hölz, Group-Sustainability Officer, Deutsche Bank; Stefan Kroll, Geschäftsführer, Industriepark Wolfgang; Marcel Lees, Geschäftsführer, Greentop Aircondition and Filtersystems; Jürgen Erwin Maier, Inhaber, IMK Ingenieurbüro; Dirk Reuter, Geschäftsführer, TÜV Technische Überwachung Hessen; Dr. Hilde Riethmüller-Winzen, Geschäftsführerin, Dr. Riethmüller MRS; Dirk Stöver, Geschäftsführer, FES Frankfurter Entsorgungs- und Service Gesellschaft; Hubert Stücke, Vorstandsmitglied, Nestlé Deutschland; Dr. Jörg C. Uhl, Mitglied der Geschäftsleitung, Procter & Gamble Service; Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung, InfraServ Verwaltungsgesellschaft; Dr. Georg Wagner, Vorstandsmitglied, Rothenberger; Gerhard Weber, Mitglied der Geschäftsführung, Diehl Aerospace; Renate Werth-Oster, Geschäftsführerin, Werner Oster; Ludwig Wiesner, Vorstandsvorsitzender, Samson; Dr. Sylvia Wojczewski, Geschäftsführerin, BioSpring Gesellschaft für Biotechnologie; Ralf Zarbock, Geschäftsführender Gesellschafter, Druck- und Verlagshaus Zarbock.
Veranstaltungen und Termine



