Asean
Auf dem Weg zu einer asiatischen EU?

Die Association of South-East-Asian Nations (Asean) wurde am 8. August 1967 in Bangkok von den Ländern Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand gegründet. Das Ziel dieser aufstrebenden Nationen ist die Zusammenarbeit für wirtschaftlichen Aufschwung, sozialen Fortschritt und politische Sta-bilität in der Region. In diesem Jahr feiert die Asean ihr 40-jähriges Bestehen.
 
Seit 1984 ist das Sultanat Brunei Mitglied der Association of South-East-Asian Nations (Asean) und in den Neunzigerjahren entschieden sich vier weitere Staaten – nämlich Vietnam, Myanmar, Laos und Kambodscha – der Organisation beizutreten. In der gesamten Asean-Region leben heute über 560 Millionen Menschen auf einer Fläche von 4,5 Millionen Quadratkilometern. Das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen betrug 2005 rund 876 Milliarden US-Dollar und das durchschnittliche Wirtschaftswachstum lag bei 5,5 Prozent. Ein Marktpotenzial, das nicht zu unterschätzen ist.
 
Die Asean feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. In ihrer bisherigen Geschichte hat sie viel erreicht: Sie trug maßgeblich zur Entwicklung der politischen Stabilität ihrer Mitgliedsländer und somit der gesamten Region Südost-asien bei. Auch auf wirtschaftlicher Ebene wurde einiges in die Wege geleitet. Seit 1992 besteht der Beschluss für eine Asean Free Trade Area (Afta) und seit 1995 für die Asean Investment Area (Aia).
 
Gemeinsam stark
 
Trotz politischer, wirtschaftlicher, ethnischer und religiöser Unterschiede sind die Asean-Länder auf dem besten Weg zu einer engen Kooperation. Besonders in jüngster Vergangenheit haben gemeinsame Initiativen stark zugenommen. So haben sich die Mitgliedsstaaten darauf verständigt, die für 2020 geplante Freihandelszone bereits 2015 umzusetzen. Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand und Brunei wollen schon ab 2010 untereinander keine Zölle mehr erheben. Eine weiterreichende Zusammenarbeit wurde bereits auf dem Gipfel in Bali 2003 beschlossen und aktuell im Januar 2007 während des Asean-Gipfels auf den Philippinen bestätigt und vorangetrieben. Unter anderem soll eine verbindliche Verfassung ausgearbeitet werden. Auf den Philippinen begannen zusätzlich Verhandlungen mit den Staaten China, Japan, Südkorea, Indien, Australien und Neuseeland, um die Zielsetzung Zollfreiheit auch über Süd-ostasien hinaus zu erreichen.
 
Engagement in der Region
 
Die aktuelle Entwicklung innerhalb der Asean-Staaten zu mehr Integ-ration macht die Region für ausländische Geschäftsleute und Investoren noch interessanter. Wenn die Asean-Staaten ihre Pläne einer Freihandels- und Investitionszone umsetzen, schaffen sie damit einen Wirtschaftsraum von über 560 Millionen Menschen. Die Vorteile eines solchen Marktes versprechen der Region weitere Investitionen aus dem Ausland.
 
Die fortschreitende Integration, politische Stabilität und ein großes Freihandelsgebiet eröffnen nicht nur für internationale Großunternehmen neue Möglichkeiten. Chancen bestehen gleichfalls für Unternehmen aus dem Mittelstand. Zur Unterstützung der deutschen Unternehmen vor Ort gibt es Auslandshandelskammern und Delegiertenbüros in den Ländern Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam und Singapur. Die AHKs bieten ein vielseitiges Dienstleistungsangebot und sind das Forum, um Geschäftsleute aus Deutschland und den Gastländern zusammenzubringen.    
 
 
Dr. Tim Philippi
Geschäftsführer, Singaporean-German Chamber of Industry and Commerce (SGC)
Singapore
 
IHK WirtschaftsForum
März 2007