AKA-Globalkredit
Mehr Liquidität ohne zusätzliche Sicherheiten
Die Weltwirtschaft boomt. Auch bei vielen exportorientierten, mittelständischen Unternehmen in der Region FrankfurtRheinMain stehen die Zeichen auf Expansion. Für den daraus entstehenden erhöhten Liquiditätsbedarf verlangen die Banken in der Regel stärkere Sicherheiten. Mit dem AKA-Globalkredit haben jetzt auch mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, ihren erhöhten Liquiditätsbedarf zu befriedigen, ohne dass ein Mehr an Sicherheiten erforderlich ist.
Der AKA-Globalkredit funktioniert wie folgt: Das Unternehmen tritt Forderungen aus grenzüberschreitenden Geschäften an die Ausfuhrkreditanstalt (AKA) und die Hausbank ab, die jeweils 50 Prozent des Risikos übernehmen. 77 Prozent der abgetretenen Forderungen erhält das Unternehmen in Form eines Kredites von der AKA zurück. Das bedeutet: Wenn ein Unternehmen Forderungen im Wert von beispielsweise 260 000 Euro abtritt, erhält es im Gegenzug einen Kredit in Höhe von 200 000 Euro. Die Zahlungsziele der abzutretenden Forderungen liegen in der Regel zwischen 30 und 90 Tagen und damit in einem Bereich, der den Gepflogenheiten ausländischer Märkte entspricht.
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, den Kredit auszugestalten: Entweder mit einer Festzinsvereinbarung mit einer Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren oder mit einer variablen Verzinsung auf Basis des 6-Monats-Euribor. Unter dem Strich stehen auf jeden Fall Konditionen, die deutlich unter denen eines Kontokorrentkredites liegen.
Nun ist dieses Finanzierungsinstrument nicht neu. Allerdings mussten klassischerweise Einzelforderungen im einstelligen Millionenbereich abgetreten werden – eine Größenordung, die die meisten mittelständischen Unternehmen nicht erreichen. Deshalb ist der Globalkredit speziell auf die Bedürfnisse der Mittelständler angepasst: So wurde die Untergrenze, ab der Forderungen angekauft werden, deutlich auf 260 000 Euro gesenkt. Zugleich ist es möglich, diese Summe durch eine Vielzahl verschiedener Geschäfte aus unterschiedlichen Ländern und Erdteilen aufzubringen. Durch die Einbindung des staatlichen Kreditversicherers Euler-Hermes können zudem auch Forderungen aus Risikoländern abgetreten werden, was die Basis deutlich erweitert.
Mit dem AKA-Globalkredit erhalten nun auch mittelständische Unternehmen die Möglichkeit ihren erhöhten Liquiditätsbedarf aus der Expansion im internationalen Geschäft zu befriedigen, ohne zusätzliche Sicherheiten stellen zu müssen. Er ist damit ein Beispiel dafür, worin Bankdienstleistungen im Firmenkundengeschäft in Zukunft vermehrt bestehen werden: nicht im Bereitstellen von Krediten, sondern im Erarbeiten von innovativen und bedarfsgerechten Finanzierungskonzepten unter Einbindung verschiedener Partner.
Karin-Brigitte Göbel
Vorstandsmitglied
TaunusSparkasse, Bad Homburg
Karl Specht
Leiter
Zentrale Firmenkundenbetreuung
TaunusSparkasse, Bad Homburg
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