Im Aufwind
Euro ist die zweitwichtigste Reservewährung der Welt
Die wichtigsten Reservewährungen sind der US-Dollar, der Euro, das Pfund Sterling und der Japanische Yen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) entfallen auf diese vier Währungen mehr als 98 Prozent aller Devisenreserven weltweit.
Seit seiner Einführung ist der Anteil des Euro an den Devisenreserven weltweit von knapp 18 auf fast 26 Prozent im Jahr 2006 gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil des US-Dollar von 71 auf 64,7 Prozent gesunken. Dieser Rückgang entspricht etwa dem Zugewinn des Euro. Bemerkenswert ist auch der Rollentausch auf Platz drei der Rangliste der internationalen Reservewährungen. Während sich der Anteil des Japanischen Yen seit 1999 auf 3,2 Prozent halbierte, verzeichnete das Britische Pfund einen Anstieg von 2,9 auf 4,4 Prozent. Der Schweizer Franken hat als Reservewährung nur eine geringe Bedeutung von weniger als einem Prozent.
Nach einer aktuellen Studie der Deutschen Bank mit dem Titel „Internationale Reservewährung Euro im Aufwind“ haben die weltweiten Fremdwährungsreserven der Notenbanken von Ende 2001 bis Ende 2006 um 150 Prozent auf rund 5000 Milliarden US-Dollar zugenommen. Vom Bestand der internationalen Devisenreserven entfiel nach dieser Studie Ende 2006 ein Anteil von 63 Prozent auf asiatische Länder (ohne die Ölstaaten des Mittleren Ostens) – davon knapp die Hälfte auf Japan und die Volksrepublik China.
Die VR China hat 2006 erstmals Devisenreserven im Wert von mehr als 1 000 Milliarden US-Dollar auf sich vereinigt und damit Japan in der Spitzenposition für Asien abgelöst. Aber auch die Notenbanken anderer asiatischer Länder wie Taiwan, Korea und Indien haben in den vergangenen Jahren ihre Devisenreserven erhöht, als Folge der Asienkrise 1997/1998.
Auch wenn es über die Währungsaufschlüsselung der chinesischen Devisenreserven offiziell keine detaillierten Angaben gibt, sollen inoffiziellen Verlautbarungen zufolge etwa 80 Prozent in US-Dollar angelegt sein. Damit bestünde ein hohes Klumpenrisiko gegenüber dem US-Dollar.
Werden die Notenbanken in der VR China und anderen asiatischen Ländern das Klumpenrisiko US-Dollar verringern und in andere Reservewährungen diversifizieren? Der Druck auf diese Notenbanken wächst. Hierin liegt eine Chance für den Euro mit seinen attraktiven Finanzmärkten, den weltweiten Anteil an Devisenreserven weiter zu erhöhen.Ein weiterer Anreiz zur Euro-Reservehaltung ist die Anfälligkeit des Dollar-Wechselkurses. Mit einem Wechselkurs von 1,35 US-Dollar/Euro ist der Euro bereits hoch bewertet. Da jedoch die Konjunktur in den Vereinigten Staaten sich in diesem Jahr deutlich verlangsamt und die Konjunktur in der Eurozone ein weiteres Jahr gut läuft, ist dies ein Indiz, dass der Prozess der Höherbewertung des Euro noch weitergehen kann. Die Aussicht auf eine weitere höhere Bewertung des Euro-Wechselkurses dürfte die Rolle des Euro als Devisenreserve tendenziell stärken und seine Position als zweitwichtigste Reservewährung der Welt weiter ausbauen.
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