Von Lehrplänen zu Bildungsstandards

Die hessische Landesregierung vertritt die Überzeugung, dass Bildung nicht nur ein Bürger- und Kinderrecht ist, sondern auch ein entscheidender Standortfaktor für die hessische Wirtschaft. Eine gute Bildungspolitik dient der Ausbildung des Nachwuchses und damit der nachhaltigen Sicherung unserer Zukunft.

Wenn die ausbildende Wirtschaft innovativ ist, dann muss auch das Schulwesen diesen Weg mitgehen, um junge Menschen auf dem Weg in den Beruf erfolgreich zu begleiten. Schule und Unterricht müssen gerade im beruflichen Bereich immer auf der Höhe der Zeit sein, damit ihre Absolventen bestmögliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Das heißt für uns, dass wir über unsere Bildungssysteme zukünftige Arbeitskräfte besser ausbilden und zu selbstständigem Lernen, zu flexiblerem und innovativerem Denken befähigen müssen. Dazu wird der Unterricht in allen Jahrgangsstufen verstärkt kompetenzorientiert und praxisbezogen gestaltet.

Mit dem Übergang von Lehrplänen zu Bildungsstandards ab dem kommenden Schuljahr wird der Unterricht grundlegend verändert. Bildung versteht sich dann nicht mehr ausschließlich als Ansammlung von Wissen, sondern zeigt sich vielmehr darin, was und wie viel jemand mit diesem Wissen anfangen kann oder inwieweit er in der Lage ist, sich neue Kenntnisse und Fertigkeiten selbstverantwortlich anzueignen. Eben diese Qualifikationen im Sinne der Kompetenzorientierung sind es, die Kinder für den schulischen Erfolg, aber auch für den Erfolg im späteren Berufsleben benötigen.


Dorothea Henzler
Hessische Kultusministerin


IHK WirtschaftsForum
Februar 2010