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Frankfurt und die Region RheinMain, das war einmal die Apotheke der Welt. In der Zeit vor und zwischen den beiden Weltkriegen, aber auch danach war in unserer Region ein einzigartiges Forschungs- und Entwicklungspotenzial versammelt, das weltweit seinesgleichen suchte. Das ist lange her. Heute stellt sich die Frage, ob FrankfurtRheinMain immer noch in der ersten Liga globaler Pharmaregionen spielt oder diesen Ruf langsam einbüßt. Jahrzehntelange ideologische Grundsatzdiskussionen haben den Ruf ebenso tangiert wie Abwanderungen, Fusionen und Firmenschließungen. Auch das Innovationsklima der Region insgesamt hat gelitten. Besteht noch Hoffnung? Ich meine, ja! Denn noch immer sind Global Player wie Sanofi, Merck, Merz und Boehringer Ingelheim in der Region vertreten. Und auch an der Goethe-Universität tut sich etwas: Der Studiengang Pharmazie zählt nach einer bemerkenswerten Aufholjagd inzwischen zu den besten der Republik.
Auf dem Campus Riedberg zwischen Frankfurter Innenstadt und Bad Homburg entsteht eine Science City. Mit dem Aufbau und der Vernetzung universitärer und außeruniversitärer Spitzenforschung mit Draht zu späteren Anwendungen sind wir auch hier auf dem richtigen Weg. Entschieden forcieren wir daher die Idee eines House of Pharma, das neben dem House of Finance und dem House of Logistics and Mobility den Anspruch von FrankfurtRheinMain manifestiert, auch auf diesem Feld weiter internationales Spitzenniveau zu erreichen.
Life Sciences sind der Schlüssel für Medikamente der Zukunft. Die Region hat die Chance, durch einen engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft an die Erfolge der Vergangenheit wieder anzuknüpfen.
Prof. Werner Müller-Esterl
Präsident Goethe-Universität Frankfurt am Main
IHK WirtschaftsForum Juli | August 2010
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