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Beratungsvertrag - Dienstvertrag/Werkvertrag (Muster)

 
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1. Vorbemerkung:

I.
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) >
Näheres zu AGB

AGB sind für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingungen, die eine
Vertragspartei (Verwender) der anderen Vertragspartei bei Abschluss eines Vertrages
vorgibt. Die zur Kontrolle von AGB geltenden Vorschriften des BGB (§§ 305 - 310)
(früher: AGB-Gesetz) legen Grenzen für das "Kleingedruckte", so werden Allgemeine
Geschäftsbedingungen oft auch genannt, zugunsten des Vertragspartners fest.
Ein Verstoß gegen das ABG-Recht kann erhebliche rechtliche Konsequenzen für den
Verwender nach sich ziehen.

Wir raten deshalb generell davon ab, Allgemeine Geschäftsbedingungen selbst zu
erstellen oder Muster-AGB oder sogar fremde AGB ungeprüft zu verwenden. Der
zulässige Wortlaut von AGB kann für einzelne Branchen unterschiedlich sein. Die
Klauseln müssen für das Unternehmen im besonderen Einzelfall formuliert werden.
Wenn eine unzulässige Bestimmung verwendet wird, gilt im Streitfall die gesetzliche
Regelung, die meistens ungünstiger ist als eine nach dem AGB-Recht zulässige.

Nur ein spezialisierter Jurist kann die recht unübersichtliche, aber zu beachtende
Rechtsprechung zur Zulässigkeit von einzelnen Klauseln überschauen.
Wir raten Ihnen deshalb, einen Rechtsanwalt mit der Erstellung von AGB
zu beauftragen.

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allgemein zur Verwendung von Vertragsmustern:
Der Unternehmer schließt im Laufe seiner Geschäftstätigkeit eine Vielzahl von
Verträgen ab. Um eine Orientierungshilfe zu bieten, stellen die hessischen Kammern
Musterverträge zur Verfügung.

Bei vertragsrechtlichen Einzelfragen sollte jedoch grundsätzlich fachkundiger Rat,
sei es bei den Industrie- und Handelskammern oder Rechtsanwälten, eingeholt werden.

Dieses Vertragsformular wurde mit größter Sorgfalt erstellt, erhebt aber keinen
Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Es ist als Checkliste mit Formulierungshilfen
zu verstehen und soll nur eine Anregung bieten, wie die typische Interessenlage
zwischen den Parteien sachgerecht ausgeglichen werden kann. Dies entbindet
den Verwender jedoch nicht von der sorgfältigen eigenverantwortlichen Prüfung. Der
Mustervertrag ist nur ein Vorschlag für eine mögliche Regelung. Viele Festlegungen
sind frei vereinbar.
Der Verwender kann auch andere Formulierungen wählen. Vor einer Übernahme des
unveränderten Inhaltes muss daher im eigenen Interesse genau überlegt werden,
ob und in welchen Teilen gegebenenfalls eine Anpassung an die konkret zu regelnde
Situation und die Rechtsentwicklung erforderlich ist. Auf diesen Vorgang hat die
Industrie- und Handelskammer natürlich keinen Einfluss und kann daher naturgemäß
für die Auswirkungen auf die Rechtsposition der Parteien keine Haftung übernehmen.
Auch die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ist grundsätzlich ausgeschlossen. Falls Sie
einen maßgeschneiderten Vertrag benötigen, sollten Sie sich durch einen Rechtsanwalt
Ihres Vertrauens beraten lassen.

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Ergänzende Erläuterungen zu Schlichtungs- oder Schiedsgerichtsklauseln
(Anmerkung zu § 12 Satz 4 des Vertrages):

a.
Die Parteien können sich auch auf die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens
(Schlichtungsklausel) einigen. Es kann zusätzlich vereinbart werden,
dass ein Schlichtungsversuch gescheitert sein muss, bevor der Rechtsweg
beschritten werden kann.

Muster für eine Schlichtungsklausel:

Die Vertragsparteien verpflichten sich, bei Meinungsverschiedenheiten ein
Schlichtungsverfahren mit dem Ziel durchzuführen, eine interessengerechte und
faire Vereinbarung im Wege einer Mediation mit Unterstützung eines neutralen
Schlichters unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen, rechtlichen, persönlichen und
sozialen Gegebenheiten zu erarbeiten. Alle Streitigkeiten, die sich im Zusammenhang
mit diesem Vertrag oder über seine Gültigkeit ergeben, werden vor Einschaltung der
Gerichte nach der Schlichtungsordnung der Institution der Industrie- und
Handelskammer ...............(z.B. XXXXX = Name der nächstgelegenen IHK mit
Schlichtungsstelle) geschlichtet.


b.
Möglich wäre auch die Vereinbarung einer Schiedsgerichtsklausel. In dem Fall muss
die Gerichtsstandsklausel gestrichen werden und durch die Schiedsgerichtsklausel
ersetzt werden, weil ein staatliches Gericht nicht zuständig sein soll.

Wichtig: Bei Beteiligung eines Nicht-Kaufmannes muss die Schiedsgerichtsklausel
in einer separaten Vereinbarung unterzeichnet werden.

Muster für eine Schiedsgerichtsklausel:

Alle Streitigkeiten, die sich im Zusammenhang mit diesem Vertrag oder über seine
Gültigkeit ergeben, werden nach der Schiedsgerichtsordnung der Industrie- und
Handelskammer ............. unter Ausschluss des ordentlichen Rechtsweges endgültig
entschieden. Das gerichtliche Mahnverfahren bleibt aber zulässig.


c.
Möglich ist aber natürlich auch die Kombination von Schlichtung und bei Scheitern anschließendem Schiedsgerichtsverfahren.

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allgemein zur Schlichtung        und        Schiedsgerichtsbarkeit

sowie zu Schlichtungsklauseln        oder        Schiedsklauseln


Beratungsvertrag*)


Zwischen
..............................................................................................................

..............................................................................................................
(Auftraggeber)

und
..............................................................................................................

..............................................................................................................
(Auftragnehmer)

wird folgender Beratungsvertrag geschlossen:

§ 1 Vertragsgegenstand

1. Der Auftraggeber erteilt hiermit dem Auftragnehmer den Auftrag, ihn bei folgenden
    Entscheidungen/Vorhaben zu beraten:

...............................................................................................................

...............................................................................................................

...............................................................................................................
(eindeutige und detaillierte Beschreibung ;siehe Vorbemerkung)

2. Bestandteile dieses Vertrages sind:

.................................................................................................................

................................................................................................................

.................................................................................................................
(z.B. Allg. Beratungsbedingungen des Auftragnehmers, evtl. weitere Bestandteile)


§ 2 Leistungen des Auftragnehmers

Zur Erfüllung der in § 1 genannten Aufgaben wird der Auftragnehmer insbesondere
folgende Leistungen erbringen:

....................................................................................................................

....................................................................................................................

....................................................................................................................
(z.B. Vorgehensweise und Zeitplan, Zusammensetzung und Funktion der einzelnen
Projektgruppen, Dokumentation des Ergebnisses etc.)



*) Bitte beachten Sie den Benutzerhinweis !

§ 3 Vergütung

1.  Der Auftragnehmer erhält für seine Leistung pro .................... eine Vergütung in
     Höhe von .............. € zzgl. Umsatzsteuer in gesetzlicher Höhe. Die Vergütung ist
     jeweils zum ............................... fällig

oder

Der Auftragnehmer erhält vom Auftraggeber einen Pauschalhonorar in Höhe von insgesamt ............... €,
wodurch auch Reisekosten und alle Auslagen abgegolten sind

oder

der Auftragnehmer erhält vom Auftraggeber ein Pauschalhonorar in Höhe von
insgesamt .......................€.

Übernachtungskosten werden dem Auftragnehmer in nachgewiesener Höhe ersetzt,
Spesen gemäß den steuerlichen Höchstsätzen. Ebenso werden dem Auftragnehmer ersetzt bei Benutzung
  • der Bahn: Fahrtkosten 1. Klasse,
  • eines Flugzeuges: Flugkosten der .....-Klasse,
  • des Pkw: ............   €  für jeden gefahrenen Kilometer.
     
Die Wahl des günstigsten Verkehrsmittels bleibt dem Auftragnehmer vorbehalten.
Dieser ist jedoch verpflichtet, Fahrtkosten jeweils nach den kürzesten Entfernungen zu
berechnen und Reisen, deren Kosten nicht in einem vernünftigen Verhältnis zum
Gesamthonorar stehen, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Auftraggebers zu unternehmen.

2.  Der Auftraggeber zahlt an den Auftragnehmer bei Auftragserteilung einen Vorschuss
in Höhe von ............. € . Ein weiterer Betrag in Höhe von ........... € ist zum ..................
fällig. Den Restbetrag zahlt der Auftraggeber nach Abschluss der Arbeiten.

3.  Alle in Absatz 1 und 2 genannten Beträge verstehen sich als Nettobeträge zuzüglich der jeweils gültigen Mehrwertsteuer.


§ 4 Zeit und Ort der Leistungserbringung

1.  Der Auftragnehmer bestimmt seinen Arbeitsort und seine Arbeitszeit
     eigenverantwortlich.

oder

Zeit und Ort der Leistungserbringung vereinbaren die Vertragsparteien im einzelnen
einvernehmlich.

2.  Der Auftragnehmer verpflichtet sich jedoch, dem Auftraggeber  .......... mal im
     Monat ganztägig in dessen Hause zur Verfügung zu stehen. Der Auftraggeber
     stellt einen Arbeitsplatz innerhalb seiner Räumlichkeiten bereit. Dieser weist
     folgende Ausstattungsmerkmale auf:

...............................................................................................................
   
...............................................................................................................

...............................................................................................................


§ 5 Berichterstattung

1.  Der Auftragnehmer erstattet dem Auftraggeber einen schriftlichen Bericht über
     seine laufende Arbeit und deren Ergebnisse. Die Berichterstattung kann nach
     Wahl des Auftraggebers einmalig oder entsprechend dem Arbeitsfortschritt in
     Form von Zwischenberichten erfolgen.

2.  In jedem Fall ist der Auftragnehmer verpflichtet, dem Auftraggeber spätestens
     zum Vertragsende einen Abschlußbericht schriftlich zu erstatten. Der
     Abschlussbericht ist in zwei Exemplaren dem Auftraggeber vorzulegen.


§ 6 Aufwendungsersatz

1.  Der Auftraggeber erstattet dem Auftragnehmer folgende im Zusammenhang
     mit seiner Tätigkeit anfallenden erforderlichen Aufwendungen:          

...............................................................................................................

...............................................................................................................

...............................................................................................................

2.  Weitere   Auslagen  werden   bis   zu  einem  Betrag von  ..................... €
     durch den Auftraggeber ersetzt:

................................................................................................................
     
................................................................................................................
    
................................................................................................................

3.  Der   Ersatz  aller   sonstigen    Aufwendungen   des  Auftragnehmers  bedarf
    der (schriftlichen) Zustimmung des Auftraggebers.


§ 7 Wettbewerbsverbot

Während der Laufzeit des Vertrages verpflichtet sich der Auftragnehmer, sein
Wissen und Können nicht in die Dienste eines mit dem Auftraggeber in Konkurrenz
stehenden Unternehmens zu stellen oder ein solches zu gründen.


§ 8 Mitwirkungspflicht des Auftraggebers

1.  Der Auftraggeber hat dafür Sorge zu tragen, dass dem Auftragnehmer alle für
     die Ausführung seiner Tätigkeit notwendigen Unterlagen rechtzeitig vorgelegt
     werden, ihm alle Informationen erteilt werden und er von allen Vorgängen und
     Umständen in Kenntnis gesetzt wird. Dies gilt auch für Unterlagen, Vorgänge und
     Umstände, die erst während der Tätigkeit des Auftragnehmers bekannt werden.

2.  Auf Verlangen des Auftragnehmers hat der Auftraggeber die Richtigkeit und
     Vollständigkeit der von ihm vorgelegten Unterlagen  sowie seiner Auskünfte
     und mündlichen Erklärungen schriftlich zu bestätigen.


§ 9 Schweigepflicht, Datenschutz

1.  Der Auftragnehmer ist verpflichtet, über alle Informationen, die ihm im
     Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für den Auftraggeber bekannt werden,
     Stillschweigen zu bewahren, gleichviel ob es dabei um den Auftraggeber
     selbst oder dessen Geschäftsverbindungen handelt, es sei denn, dass der
     Auftraggeber ihn von dieser Schweigepflicht entbindet.

2.  Der Auftragnehmer ist / ist nicht / ist nur mit vorheriger ausdrücklicher schriftlicher
     Zustimmung befugt, im anvertraute personenbezogene Daten im Rahmen seiner
     Tätigkeit zu verarbeiten oder verarbeiten zu lassen. Bei Einschaltung Dritter hat der
     Auftragnehmer  deren Verpflichtung zur Verschwiegenheit sicherzustellen. 




§ 10 Aufbewahrung und Rückgabe von Unterlagen

Der Auftragnehmer verpflichtet sich, alle ihm zur Verfügung gestellten Geschäfts- und
Betriebsunterlagen ordnungsgemäß aufzubewahren, insbesondere dafür zu sorgen,
dass Dritte nicht Einsicht nehmen können. Die zur Verfügung gestellten Unterlagen sind
während der Dauer des Vertrages auf Anforderung, nach Beendigung des Vertrages unaufgefordert dem Vertragspartner zurückzugeben.


§ 11 Sonstige Ansprüche/Rentenversicherung

1.  Mit der Zahlung der in diesem Vertrag vereinbarten Vergütung sind alle
     Ansprüche des Auftragnehmers gegen den Auftraggeber aus diesem Vertrag erfüllt.

2.  Für die Versteuerung der Vergütung hat der Auftragnehmer selbst zu sorgen.

3.  Der Auftragnehmer wird darauf hingewiesen, dass er nach § 2 Nr. 9 SGB VI
     rentenversicherungspflichtig sein kann, wenn er auf Dauer und im Wesentlichen nur
     für einen Auftraggeber tätig ist und keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer
     beschäftigt, deren Arbeitsentgelt aus diesem Beschäftigungsverhältnis regelmäßig
     400,-- €  im Monat übersteigt.


§ 12 Schlussbestimmungen

1.  Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen zu ihrer Wirksamkeit
     der Schriftform.

2.  Mündliche Nebenabreden bestehen nicht.

3.  Sind oder werden einzelne Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam, so wird
     dadurch die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt. Die
     Vertragspartner werden in diesem Fall die ungültige Bestimmung durch eine
     andere ersetzen, die dem wirtschaftlichen Zweck der weggefallenen Regelung
     in zulässiger Weise am nächsten kommt.

4.  Gerichtsstand ist ..............................




........................................,     den ..............................
(Ort)                                       (Datum)



................................................                 ..................................................                                                     
(Auftraggeber)                                                 (Auftragnehmer)

Beraterverträge können Dienstvertrag oder Werkvertrag sein oder aber je nach Auftrag
sowohl dienstvertragliche Elemente als auch werkvertragliche Elemente enthalten. Die
Übergänge sind fließend. Der Text der Muster ist gleichlautend.


3. Mustervertrag als Word-Dokument zum Download (8 Seiten):



Anfragen aus dem IHK-Bezirk Frankfurt am Main beantwortet Ihnen: Carmen Tontsch