Kaufvertrag (Muster)

Muster eines Kaufvertrages (bewegliche Sachen)
Erscheinungsdatum: Januar 2016
Seitenanazahl: 7
  • Rechtliche Hinweise
  • Mustervertrag (HTML)

 

Der Unternehmer schließt im Laufe seiner Geschäftstätigkeit eine Vielzahl von Verträgen ab. Um eine Orientierungshilfe zu bieten, stellen die hessischen Kammern Musterverträge zur Verfügung.

 

Bei vertragsrechtlichen Einzelfragen sollte jedoch grundsätzlich fachkundiger Rat, sei es bei den Industrie- und Handelskammern oder Rechtsanwälten, eingeholt werden. Eine Liste der Industrie- und Handelskammern in Hessen ist im Anhang beigefügt.

 

 

Hinweis zur Benutzung des Mustervertrages:

 

Dieses Vertragsformular wurde mit größter Sorgfalt erstellt, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Es ist als Checkliste mit Formulierungshilfen zu verstehen und soll nur eine Anregung bieten, wie die typische Interessenlage zwischen den Parteien sachgerecht ausgeglichen werden kann. Dies entbindet den Verwender jedoch nicht von der sorgfältigen eigenverantwortlichen Prüfung. Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung wird auf die Nennung beider Geschlechter verzichtet, wo eine geschlechtsneutrale Formulierung nicht möglich war. In diesen Fällen beziehen die verwendeten männlichen Begriffe die weiblichen Formen ebenso mit ein. Der Mustervertrag ist nur ein Vorschlag für eine mögliche Regelung. Viele Festlegungen sind frei vereinbar. Der Verwender kann auch andere Formulierungen wählen. Vor einer Übernahme des unveränderten Inhaltes muss daher im eigenen Interesse genau überlegt werden, ob und in welchen Teilen gegebenenfalls eine Anpassung an die konkret zu regelnde Situation und die Rechtsentwicklung erforderlich ist. Auf diesen Vorgang hat die Industrie- und Handelskammer natürlich keinen Einfluss und kann daher naturgemäß für die Auswirkungen auf die Rechtsposition der Parteien keine Haftung übernehmen. Auch die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ist grundsätzlich ausgeschlossen. Falls Sie einen maßgeschneiderten Vertrag benötigen, sollten Sie sich durch einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beraten lassen.

KAUFVERTRAG

 

(über sukzessive Lieferung beweglicher Sachen)

 

 

Zwischen  (Unternehmen 1) …………………………………………………………………………..

 

mit Sitz in ……………………………………………………………………………………………….

 

- nachfolgend Käufer genannt -

und

 

(Unternehmen 2)………………………………………………………………………………………..

 

mit Sitz in ………………………………………………………………………………………………..

 

- nachfolgend Verkäufer genannt -

 

wird folgender Kaufvertrag geschlossen:

 

Die Parteien sind sich einig, dass dieser Vertrag zum Zwecke des Erwerbs von Waren im gewerblichen Bereich abgeschlossen wird.

 

Als Grundlage des Kaufvertrags erkennen sowohl Verkäufer wie auch Käufer die Bedingungen, wie sie in diesem Vertrag niedergelegt sind, an. Weiterer Bestandteil dieses Vertrags sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Nr. ……….. vom ……………….. des Verkäufers. Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind diesem Vertrag als Anlage beigefügt. Es gelten ausschließlich die Vertragsbedingungen des Verkäufers. Die Geschäftsbedingungen des Käufers gelten nicht.

 

 

                                               § 1 Vertragsgegenstand

 

Vertragsgegenstand ist die Lieferung von insgesamt ………………. (Menge/Maß) ………….

(Gegenstand) des Herstellers ……………. (Name, Nummer).

 

 

                                               § 2 Gültigkeitszeitraum

 

Der Vertrag tritt am ………………. in Kraft und endet am ………………... Während dieser Zeit ist lediglich die außerordentliche Kündigung möglich.

 

Anmerkung:

(Bei einmaligen Lieferungen entfällt diese Klausel).

 

                                    § 3 Liefertermin

 

Lieferzeitraum ist vom ………….. bis zum ………….Der Verkäufer verpflichtet sich, die unter § 1 in diesem Vertrag genannte Menge ……….. (genaue Bezeichnung des Kaufgegenstandes) zu gleichen Teilen innerhalb dieses Zeitraums jeweils zum ……….. eines ………………. (Monats/Quartals/Jahres) an den Käufer zu liefern.

 

Der Käufer seinerseits verpflichtet sich, die Lieferungen bis zum Vertragsende zu den jeweils vereinbarten Terminen anzunehmen.

 

                                               § 4 Vertragsstrafen

 

Kann der Verkäufer die jeweilige Menge nicht liefern oder kann er die Teil-Lieferungen nicht termingerecht ausführen, ist er zur Zahlung einer Vertragsstrafe an den Käufer verpflichtet. Die Vertragsstrafe beträgt pro verspäteten Werktag ………... Prozent des Auftragswerts, wird aber insgesamt auf € ………... (in Worten: ……………………………………….. Euro) je Teil-Lieferung begrenzt.

 

                                               § 5 Preis

 

Der Preis beträgt……………… Euro (in Worten: ……………………….)  pro ….. (Maßeinheit/Menge). Der Preis gilt für die gesamte Vertragsdauer. Es handelt sich um Nettopreise, ohne die jeweils gültige gesetzliche Umsatzsteuer.

 

Anmerkung:

(Diese Preis-Stabilitätsklausel könnte bei Waren, die großen Preisschwankungen (z.B. Rohstoffe) unterliegen, oder bei sehr langfristigen Verträgen problematisch werden. Man könnte vereinbaren, dass Preiserhöhungen des Herstellers (ggf. nur in gewissem Rahmen) weitergegeben werden dürfen.)

 

                                               § 6 Zahlungsbedingungen

 

Der Käufer nimmt die Bezahlung so vor, dass der Betrag spätestens am ….….. Tag nach Erhalt der Rechnung beim Verkäufer eingeht.

 

Leistet der Käufer die Zahlung innerhalb von ………. Tagen nach Rechnungserhalt, ist er zu einem Skontoabzug in Höhe von ….. Prozent berechtigt.

 

 

                                               § 7 Lieferbedingungen

 

Die Lieferung erfolgt innerhalb Deutschlands „frei Haus“ an den in der Bestellung angegebenen Ort.

 

                                               § 8 Gewährleistung

 

Der Verkäufer steht für die Betriebsbereitschaft der hergestellten/gelieferten Ware …………………………. (Verkaufsgegenstand) ein und garantiert die Funktionsfähigkeit nach den vereinbarten technischen Daten.

 

Die Gewährleistungsfrist beginnt mit der Abnahme der Ware und endet nach Ablauf von 2 Jahren.

 

Anmerkung:

(Die Gewährleistungsfrist kann bei hochwertigen technischen Geräten verlängert werden. Jedoch ist eine Verkürzung der Frist bei neuer Ware nicht möglich, wenn an einen Verbraucher verkauft wird.

 

                                               § 9 Eigentumsvorbehalt

 

Die gelieferte Ware (Vorbehaltsware) bleibt bis zur vollständigen Zahlung aller Forderungen aus diesem Vertrag Eigentum des Verkäufers.

 

Anmerkung:

(Diese Formulierung stellt nur eine einfache Eigentumsvorbehaltsklausel dar. Muster für einen verlängerten Eigentumsvorbehalt und für den Fall der Verarbeitung finden Sie in den Muster-AGB „Allgemeine Verkaufsbedingungen (AGB) für den kaufmännischen Verkehr“ § 8).

 

                                               § 10 Erfüllungsort

 

Vertraglicher Erfüllungsort für beide Vertragspartner ist ………………….. Der hier genannte vertragliche Erfüllungsort ersetzt nach dem Willen beider Vertragspartner den in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Verkäufers Nr. ………………. unter ………………. genannten Erfüllungsort.

 

                                               § 11 Gerichtsstand

 

Als Gerichtsstand vereinbaren beide Vertragspartner ausdrücklich den in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Verkäufers Nr. ………………. unter …………….... genannten Gerichtsstand.

 

Anmerkung:

(An dieser Stelle kann auf Wunsch eine Mediations- und/oder Schiedsgerichtsklausel getroffen werden. Zur Erläuterung einer Mediations- und/oder Schiedsgerichtsklausel siehe nächste Seite).

 

                                               § 12 Salvatorische Klausel

 

Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages unwirksam oder undurchführbar sein oder künftig unwirksam oder undurchführbar werden, so werden die übrigen Regelungen dieses Vertrages davon nicht berührt. Anstelle der unwirksamen oder undurchführbaren Regelung verpflichten sich die Parteien schon jetzt, eine wirksame Regelung zu vereinbaren, die dem Sinn und Zweck der unwirksamen oder undurchführbaren Regelung rechtlich und wirtschaftlich möglichst nahe kommt. Entsprechendes gilt für die Ausfüllung von Lücken dieses Vertrages.

 

                                               § 13 Schriftformklausel

 

Stillschweigende, mündliche oder schriftliche Nebenabreden wurden nicht getroffen. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen der Schriftform. Dies gilt auch für eine Aufhebung dieser Schriftformklausel.

 

 

                                               § 14 Anlagen

 

Als Anlage wurden diesem Vertrag die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Verkäufers Nr. ……... vom ………………. beigefügt.

 

 

                                               § 15 Vereinbart und zweifach unterzeichnet

 

 

 

........................................................

Ort, Datum

 

 

………………………………………………………………………………………………………….

Unterschrift Käufer                                                    Unterschrift Verkäufer

 

 

 

Anmerkungen zu § 11:

 

  1. Die Parteien können sich auch auf die Durchführung eines Mediationsverfahren (Mediationsklausel) einigen. Es kann zusätzlich vereinbart werden, dass das Mediationsverfahren gescheitert sein muss, bevor der Rechtsweg beschritten werden kann.

    Muster für eine Mediationsklausel:

Die Vertragsparteien verpflichten sich, im Falle einer sich aus diesem Vertrag ergebenden Streitigkeit vor der Klageerhebung bei einem ordentlichen Gericht oder Schiedsgericht eine Mediation gemäß der Mediationsordnung der Industrie- und Handelskammer  …(bitte vorab klären, welche IHK eine Mediationsstelle anbietet) durchzuführen.
 

  1. Möglich wäre auch die Vereinbarung einer Schiedsgerichtsklausel. In diesem Fall muss die Gerichtsstandsklausel gestrichen werden und durch die Schiedsgerichtsklausel ersetzt werden, weil ein staatliches Gericht nicht zuständig sein soll.

    Wichtig:

Bei Beteiligung eines Nicht-Kaufmanns muss die Schiedsgerichtsklausel in einer separaten Vereinbarung unterzeichnet werden.


Muster für eine Schiedsgerichtsklausel:

Alle Streitigkeiten, die sich im Zusammenhang mit diesem Vertrag oder über seine

Gültigkeit ergeben, werden nach der Schiedsgerichtsordnung der Industrie- und Handelskammer  …unter Ausschluss des ordentlichen Rechtsweges endgültig entschieden. Das gerichtliche Mahnverfahren bleibt aber zulässig.

 

  1. Möglich ist aber natürlich auch die Kombination von Mediation und bei Scheitern anschließendem Schiedsgerichtsverfahren.