Fristlose Kündigung wegen Privatnutzung des Diensthandys

Nutzt ein Arbeitnehmer das Diensthandy im Urlaub ausgiebig privat auf Kosten seines Arbeitgebers, kann dies die fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen. Dies hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen mit Urteil vom 25.7.2011 (Az.: 17 Sa 153/11) entschieden.

 

Der Kläger war über 25 Jahre bei der Lufthansa-Service-Gesellschaft beschäftigt. Für private Gespräche über das Diensthandy musste er eine bestimmte PIN-Nummer eingeben. Nach einem Urlaub des Klägers erhielt der Arbeitgeber eine Telefonrechnung über Auslandsgespräche von mehr als 560 Euro. Daraufhin sprach dieser die fristlose Kündigung aus. Das LAG Hessen wies die Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers ab. Die fristlose Kündigung sei hier ohne vorherige Abmahnung gerechtfertigt, da für den Kläger offensichtlich gewesen sei, dass das Unternehmen Privatgespräche in einem solchen Umfang nicht hinnehmen würde. Auch die Betriebszugehörigkeit von mehr als 25 Jahren ändere daran nichts. Die Aussage des Mitarbeiters, er habe versehentlich die dienstliche statt die private PIN-Nummer eingegeben, wertete das Gericht im Hinblick auf 113 geführte Auslandstelefonate als reine Schutzbehauptung.

Weitere Informationen: Urteil des LAG Hessen
 

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