Gute Ausgangslage
Demografischer Wandel in der Metropolregion FrankfurtRheinMain
FrankfurtRheinMain gilt unter den deutschen Metropolregionen mittelfristig noch als sogenannter Wanderungsgewinnler. Den Prognosen folgend, wird es – ausgehend von heute rund 5,5 Millionen Einwohnern in der Region bis 2020 noch zu einem leichten Bevölkerungsanstieg kommen. Dieser ist jedoch kein Automatismus, ein gelassenes Zurücklehnen und Abwarten wäre kontraproduktiv. Angesichts niedriger Geburtenraten und steigender Sterbefälle und damit eines mittelfristig negativen natürlichen Bevölkerungssaldos ist die Attraktivität für potenzielle Zuwanderer zu erhöhen.
Deshalb müssen zum einen Maßnahmen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt angestoßen werden, zum anderen geht es um eine weitere Verbesserung der Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Vieles wird sich bereits in naher Zukunft ändern, wobei insbesondere die Verschiebung der Altersstruktur und die Bereiche Arbeiten und Wohnen neue Herausforderungen mit sich bringen werden.
Beim Vergleich der deutschen Metropolregionen wird in den Jahren bis etwa 2020 lediglich für den Raum München ein etwas kräftigerer Bevölkerungszuwachs als für FrankfurtRheinMain erwartet. Damit steht FrankfurtRheinMain nach München und zusammen mit den Metropolregionen Stuttgart und Rhein-Neckar an der Spitze der Zukunftsprognosen bezüglich Bevölkerungsentwicklung. An dieser Stelle drängt sich die Frage auf: Was wird der Metropolregion München diesen leichten Vorsprung verschaffen? Festzustellen ist, dass bereits in der Vergangenheit die Attraktivität Münchens mit der Vielfalt an Arbeitsplätzen sowie den Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten besonders auf junge Arbeitskräfte anziehend wirkte. In abgeschwächter Form galt das auch für Frankfurt-RheinMain. In Zukunft ist daher mit einem Süd-Nord-Gefälle mit einer entsprechend guten Ausgangslage für FrankfurtRheinMain in der Mitte Deutschlands zu rechnen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die weitere Ausgestaltung der Metropolregion FrankfurtRheinMain an Bedeutung: Die Region ist international, weltoffen und wissensorientiert. Ihre polyzentrische Struktur bietet auf dem Wohnungsmarkt für jeden den richtigen Lebensort. Zurzeit wird der neue regionale Flächennutzungsplan des Planungsverbandes aufgestellt, mit einem Planungshorizont bis 2020. Dort werden die rund 2 500 Hektar Wohnflächenreserven in den 75 Städten und Gemeinden im Kern der Region dargestellt. Darüber hinaus bestehen in den Kommunen vielfältige Nachverdichtungsmöglichkeiten in der bestehenden Bebauung (beispielsweise Nutzung von Konversionsflächen, Ausstockungen und Anbauten), sodass sowohl im Bestand als auch auf Neubauflächen die zukünftigen Flächenpotenziale im Gebiet des Planungsverbandes als ausreichend angesehen werden können.
Zunahme der Wohnfläche pro Kopf
Generell wird der Wohnungsmarkt in der Metropolregion in Zukunft davon profitieren, dass sich bei weitgehend gleichbleibender Bevölkerungszahl die Nachfrage nach Wohnfläche weiterhin erhöhen wird. Ursache hierfür ist der kontinuierliche Anstieg der Wohnfläche pro Kopf, die zuletzt im Gebiet des Planungsverbandes bei knapp 41 Quadratmeter pro Bürger lag. Allein seit dem Jahr 2000 ist die Wohnfläche pro Kopf um fast fünf Prozent gestiegen; eine weitere Zunahme ist angesichts der anhaltenden Tendenz der Singularisierung wahrscheinlich. Deshalb werden auch in Zukunft viele zusätzliche Wohnungen nur für die derzeit in der Region lebenden Menschen gebaut. Dabei setzen heute bereits viele Kommunen der Region auf das Motto „Innen- vor Außenentwicklung“ und ziehen eine Verdichtung der Stadt- und Ortskerne dem Bauen auf der grünen Wiese vor. Dies ist eine Entwicklung, die auch der weiterhin alternden Bevölkerung zugutekommt.
Generell wird der Wohnungsmarkt in der Metropolregion in Zukunft davon profitieren, dass sich bei weitgehend gleichbleibender Bevölkerungszahl die Nachfrage nach Wohnfläche weiterhin erhöhen wird. Ursache hierfür ist der kontinuierliche Anstieg der Wohnfläche pro Kopf, die zuletzt im Gebiet des Planungsverbandes bei knapp 41 Quadratmeter pro Bürger lag. Allein seit dem Jahr 2000 ist die Wohnfläche pro Kopf um fast fünf Prozent gestiegen; eine weitere Zunahme ist angesichts der anhaltenden Tendenz der Singularisierung wahrscheinlich. Deshalb werden auch in Zukunft viele zusätzliche Wohnungen nur für die derzeit in der Region lebenden Menschen gebaut. Dabei setzen heute bereits viele Kommunen der Region auf das Motto „Innen- vor Außenentwicklung“ und ziehen eine Verdichtung der Stadt- und Ortskerne dem Bauen auf der grünen Wiese vor. Dies ist eine Entwicklung, die auch der weiterhin alternden Bevölkerung zugutekommt.
Die Zahl der Einwohner in der Gruppe der über 64-Jährigen ist in FrankfurtRheinMain seit einigen Jahren stark gestiegen. Dieser Trend wird anhalten. Der Anteil der Senioren beträgt heute in der Region etwa 19 Prozent. Eine Zunahme auf bis zu einem Viertel an der Bevölkerung bis zum Jahr 2020 wird erwartet. Voraussichtlich wird insbesondere in den Kernstädten und Mittelzentren der Region Frankfurt-RheinMain die Zahl älterer Menschen steigen, da diese in Zukunft verstärkt die Fühlungsvorteile attraktiver Ober- und Mittelzentren nutzen werden: Hier lassen sich die Wege zum Beispiel für die Gesundheitsversorgung, zum Einkaufen und für die Freizeitgestaltung zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr besser zurücklegen. Bereits für den Zeitraum ab der Jahrtausendwende sind in der Kernstadt Frankfurt angesichts reichlich vorhandener neuer Wohnbaugebiete erste Ansätze für ein Zurück in die Stadt zu erkennen.
Künftig weniger Einwohner in FrankfurtRheinMain
Für den Zeitraum 2000 bis 2007 konnten noch einige der 18 Kreise und sieben kreisfreien Städte der Metropolregion ein Bevölkerungsplus verzeichnen. Dies gilt insbesondere für ein Entwicklungsband vom Raum Mainz über Wiesbaden und Frankfurt bis hin in die Wetterau hinein. Insgesamt ist die Einwohnerzahl in FrankfurtRheinMain in den vergangenen Jahren nochmals leicht um etwa ein Prozent gestiegen. Allerdings lassen sich auch Gebietseinheiten mit Bevölkerungsrückgängen seit dem Jahr 2000 erkennen. Dazu gehören beispielsweise der Vogelsbergkreis, der Kreis Limburg-Weilburg und die Teilregion Odenwald. Innerhalb des Bezirks der IHK Frankfurt konnten die Stadt Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis seit dem Jahr 2000 überdurchschnittliche Bevölkerungszunahmen von jeweils rund zwei Prozent verbuchen. Für den Hochtaunuskreis wurde für die jüngste Vergangenheit dagegen eine Stagnation der Einwohnerzahl ermittelt.
Für den Zeitraum 2000 bis 2007 konnten noch einige der 18 Kreise und sieben kreisfreien Städte der Metropolregion ein Bevölkerungsplus verzeichnen. Dies gilt insbesondere für ein Entwicklungsband vom Raum Mainz über Wiesbaden und Frankfurt bis hin in die Wetterau hinein. Insgesamt ist die Einwohnerzahl in FrankfurtRheinMain in den vergangenen Jahren nochmals leicht um etwa ein Prozent gestiegen. Allerdings lassen sich auch Gebietseinheiten mit Bevölkerungsrückgängen seit dem Jahr 2000 erkennen. Dazu gehören beispielsweise der Vogelsbergkreis, der Kreis Limburg-Weilburg und die Teilregion Odenwald. Innerhalb des Bezirks der IHK Frankfurt konnten die Stadt Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis seit dem Jahr 2000 überdurchschnittliche Bevölkerungszunahmen von jeweils rund zwei Prozent verbuchen. Für den Hochtaunuskreis wurde für die jüngste Vergangenheit dagegen eine Stagnation der Einwohnerzahl ermittelt.
Die Demografen sprechen von langfristig unumkehrbaren Entwicklungen. Sie werden ab etwa 2020 auch die wenigen mittelfristig noch wachsenden Metropolregionen in Deutschland, wie zum Beispiel FrankfurtRheinMain, erfassen. Ändert sich die Einwanderungspolitik der Europäischen Union an ihren Außengrenzen nicht grundlegend und das steht nicht zu erwarten , ist langfristig aufgrund erhöhter Sterbeüberschüsse auch in der Metropolregion FrankfurtRheinMain mit rückläufigen Einwohnerzahlen zu rechnen. Zusätzlich wird zu diesem Zeitpunkt eine der Hauptquellen für die Zuwanderung in die Region, nämlich die ostdeutschen Bundesländer, weitgehend versiegt sein. Umso wichtiger ist es deshalb, heute bereits an die Zukunft zu denken und die Reserven auf dem Arbeitsmarkt zu aktivieren, um das Erwerbspotenzial voll auszuschöpfen. Dabei stehen die Qualifizierung junger Menschen, die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in das Berufsleben und die Gewinnung der Beschäftigungsfähigkeit derzeit nicht erwerbstätiger Frauen und Männer, beispielsweise mit Erziehungs- oder Pflegeverantwortung, im Vordergrund.
Matthias Böss
Stellvertretender Abteilungsleiter Analysen und Konzepte
Planungsverband Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main
Frankfurt am Main
IHK WirtschaftsForum
Juni 2009
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