Wirtschaftsperspektiven
Gute Gründe für Zuversicht
Die deutsche Wirtschaft bleibt von der Schulden- und Vertrauenskrise im Euroraum nicht gänzlich unbeeindruckt. Aber auch wenn die Wirtschaft in Deutschland das Tempo vom vergangenen Jahr nicht halten kann, so ist doch mit einer weiterhin soliden konjunkturellen Entwicklung zu rechnen. Vorausgesetzt, die Schuldenkrise im Euroraum kann bewältigt werden.
Es gibt gute Gründe für Zuversicht bei den Unternehmen: Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie die damit einhergehenden stabilen Einkommenserwartungen stützen die private Nachfrage. Zudem kommt Deutschland zugute, dass die Finanzierungsbedingungen erheblich günstiger sind, als in anderen Ländern mit viel höherer privater und öffentlicher Verschuldung. Dies stimuliert Investitionen. Darüber hinaus wirkt die Geldpolitik der EZB in Deutschland weiterhin unterstützend.
Für Deutschland erwartet die IHK-Organisation 2012 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent. Auch die Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main setzen für die nächsten Monate weiter auf Wachstum.
Herausforderung Energie und Rohstoffe
Große Herausforderungen ergeben sich für die Unternehmen bei der Energie- und Rohstoffversorgung. Steigende Energie- und Rohstoffkosten führen zu höheren Produktionskosten.
Im Bezirk der IHK Frankfurt am Main schätzen 30 Prozent der Betriebe die Energie- und Rohstoffpreise sogar als ein entscheidendes Hemmnis für den weiteren Verlauf ihrer Geschäfte ein. Als Antwort auf hohe Energie- und Rohstoffpreise setzen die Unternehmen der Region auf verschiedene Maßnahmen. Das Spektrum reicht von der Steigerung der Energie- und Materialeffizienz über die Optimierung der Beschaffung bis hin zum Aufbau eigener Kapazitäten. So wollen 28 Prozent durch die Optimierung der Rohstoff- und Energiebeschaffung Kosten einsparen, in der Industrie will sogar jedes zweite Unternehmen die Beschaffung verbessern. Ebenso stehen Maßnahmen zur Erhöhung der Energie- und Materialeffizienz hoch im Kurs: 18 Prozent der Betriebe wollen hier mit weniger mehr schaffen. Jedes vierte Unternehmen plant in Zukunft die zusätzlichen Kosten teilweise oder ganz an die Kunden weiterzugeben. Einige Unternehmen setzen sogar auf den Aufbau eigener Energieversorgungskapazitäten. Dies gilt insbesondere für Industrie-unternehmen und das Gastgewerbe. Wichtig ist, dass es nun darum geht, eine sichere Energieversorgung und Zugang zu Rohstoffen zu wirtschaftlichen Preisen zu gewährleisten. Viele Unternehmen wünschen sich daher die staatlichen Abgaben auf den Strompreis zu reduzieren. Denn nur so kann es gelingen die Region als Industrie- und Dienstleistungsstandort wettbewerbsfähig zu halten.

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