Kreditversorgung für kleinen Mittelstand wieder gewährleistet

Die anziehende Konjunktur hat auch bei der Kreditvergabe für kleine und mittlere Unternehmen für Entspannung gesorgt. So lautet der übereinstimmende Befund der Redner an einem Abend zur Mittelstandsfinanzierung, zu dem die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Main-Taunus-Kreis und der Handwerkskammer Rhein-Main eingeladen hatte. Mehr als 100 Besucher informierten sich im Kreishaus Hofheim über Basel II und seine Folgen sowie die unzureichende Eigenkapitalbasis in mittelständischen Unternehmen. Sorgen über restriktiveres Kreditverhalten konnte von den Vertretern der Sparkassen und der Volksbank entkräftet werden, allerdings müssen Finanzierungsmanagement und Finanzierungskommunikation im kleinen Mittelstand noch wirkungsvoller gestaltet werden.

Mit dieser Veranstaltung trägt die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und der Main-Taunus-Kreis zur Information des für seine Wirtschaftsstruktur so wichtigen Mittelstandes bei, erläuterte Landrat Berthold Gall zu Beginn des Abends. Zwar sei die Arbeitslosenquote im MTK auf 5,2 Prozent gesunken und die Stimmung der Wirtschaft habe sich aufgehellt. Trotz aller optimistisch stimmender Entwicklungen aber bereite ihm die Finanzierung gerade in kleineren und mittleren Unternehmen Sorgen, und besonders nach „Basel II“ sei Aufklärung nötig.

IHK-Vizepräsident Horst Platz unterstrich, zu einer erfolgreichen Unternehmensführung brauche es nicht nur Unternehmergeist, sondern auch eine solide Finanzierung, und gerade dabei gebe es Probleme. Sie würden schwerer als Großunternehmen mit den neuen Kreditanforderungen von Basel II zurechtkommen. Umfragen der IHK bestätigten, dass sich viele der kleineren und mittleren Unternehmen sorgten, keine Kredite zu erhalten. Die anziehende Konjunktur täusche darüber hinweg, dass die Eigenkapitalquote dieser Firmen gering sei; sie müssten sich, gerade nach „Basel II“, verstärkt um Beteiligungskapital bemühen.

Der Befund des Handwerkskammer-Präsidenten Bernd Ehinger ging in die gleiche Richtung. Zwar sehe es wegen der anziehenden Konjunktur im Handwerk „ganz gut aus“, aber bei den kleinen Unternehmen habe die schwache Konjunktur der vergangenen Jahre an der „Substanz gezehrt“. Um ihre Existenz zu sichern, sei ein größeres Verständnis zwischen Kreditgewerbe und Mittelstand nötig, an dem es aber derzeit fehle.

Als Experten für Details der Mittelstandsfinanzierung diskutierten Hans-Dieter Homberg (Vorstandsvorsitzender der TaunusSparkasse), Norbert Kadau (Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen), Rainer Langen (Inhaber der Unternehmensberatung Rainer Langen & Partner), Stefan Pauly (Geschäftsführer eines Betriebes in Friedrichsdorf), Bertram Theilacker (Stellvertretendes Vorstandsmitglied der Nassauischen Sparkasse) und Harald Stroh (Vorstandssprecher der Volksbank Main-Taunus). Moderiert wurde der Abend von dem Wirtschaftsanwalt und Dozenten Professor Dr. Christoph Schließmann.


Stand: September 2007