Kreditanfrage - Damit Banken nicht Nein sagen

 
Mittelstandsfinanzierung und öffentliche Förderprogramme
» 0. Prozessstruktur Mittelstandsfinanzierung
 1. Sensibilisierung
» 2. Bestandsaufnahme / Ist-Situation
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» 4. Durchführung Mittelstandsfinanzierung
» 5. Post-Deal-Controlling
» 6. Publikationen, Kontaktadressen und Links Mittelstandsfinanzierung
Die Veranstaltung „Mittelstandsfinanzierung – Damit Banken bei der Kreditanfrage nicht Nein sagen“ zeigte, dass die Belange der kreditnachfragenden Unternehmen in der Diskussion um die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen im Finanzwesen Berücksichtigung finden. Anbei die wichtigsten Thesen der Podiumsdiskussion.


Die Meinung des Mittelstandes

These 1
In mittelständischen Unternehmen muss die Eigenkapitalbasis erhöht werden.

These 2
Es ist eine gute, ehrliche, monatliche Finanzplanung erforderlich.

These 3
Es sollten dauerhaft gute Kontakte zu den Banken hergestellt werden, die auch eventuell Risikodarstellungen ermöglichen.

Albert Eckert
Geschäftsführer
Weppler Filter, Oberursel


These 1
Generelle Steigerung der Transparenz, permanente Information zur Lage, Verbesserung der Rentabilität.

These 2
Professionalisierung von strategischer Planung und Finanzmanagement, Nutzung von betriebswirtschaftlichen Planungs- und Steuerungsinstrumenten.

These 3
Rechtzeitige Vorlage des Jahresabschlusses und von vierteljährlichen betriebswirtschaftlichen Abrechnungen.

These 4
Stärkung der Eigenkapitalbasis auch durch alternative Finanzierungsmöglichkeiten (mezzanine Mittel, Beteiligungskapital, Factoring, Leasing).

Michael Kissel
Geschäftsführer
PIV Drives, Bad Homburg


These 1
Steigerung der Transparenz gegenüber Finanzierungsinstituten.

These 2
Ratinganforderungen nutzen.

These 3
Eigenkapitalbasis stärken und/oder alternative Finanzierungsformen nutzen.

Stefan Pauly
Geschäftsführer
Pauly, Friedrichsdorf


Die Meinung der Banken

These 1
Am Anfang steht das Wort: Eine regelmäßige und offene Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Betreuer ist die Basis jeder Geschäftsbeziehung.

These 2
Aus der Not eine Tugend machen: Basel II ist eine Chance und wird nicht erlitten. Jeder Unternehmer hat es selbst in der Hand, die Bonität seines Unternehmens positiv zu beeinflussen, indem er zum Beispiel Zins- und Währungsrisiken managt oder alternative Finanzierungsquellen prüft.

These 3
Erfolgt bedingt Erfolg: Geldinstitute können nur erfolgreich sein, wenn ihre Kunden erfolgreich sind. Deshalb unterstützen sie die Unternehmen bei der Marktpositionierung und der Ausrichtung auf die Anforderungen der Zukunft, beispielsweise durch Konzepterstellung und -umsetzung – im eigenen Haus oder mit professionellen Partnern.

Karin-Brigitte Göbel
Vorstandsmitglied Taunus-Sparkasse, Bad Homburg


These 1
Unternehmensfinanzierung als wichtigen Erfolgsfaktor und unternehmerische Aufgabe verstehen.

These 2
Hausbankprinzip: Die Hausbank ist – nicht zuletzt in schwierigen Zeiten – von besonderer Bedeutung. Genauso wichtig ist es aber, sich frühzeitig zumindest eine zweite stabile Bankverbindung aufzubauen.

These 3
An Alternativen denken: Alternativen zum klassischen Bankkredit prüfen und nutzen, um so unter Umständen die Bilanz zu entlasten.

Peter Radermacher
Direktor, Commerzbank, Bad Homburg


These 1
Offenheit: Die Geldinstitute kennen zwar den Mittelstand und seine ökonomischen und steuerlichen Rahmenbedingungen sowie praktisch alle Branchen im gesamten RheinMain-Gebiet. Das Unternehmen kennt jedoch niemand besser als der Unternehmer selbst. Deshalb sollten Unternehmer ganz offen mit dem Geldinstitut über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse reden.

These 2
Schlüssiges Konzept: Die Unternehmen sollten ihre Geschäftsstrategie offen darlegen. Aufgrund ihrer Erfahrungen können Geldinstitute die Risiken ziemlich gut abschätzen. Deshalb können sie zum Schutz des Unternehmens und auch zum eigenen Schutz Nein sagen. Aber wenn ein Geldinstitut Ja sagt, dann ist es ein entschiedenes und nachhaltiges Ja.

These 3
Vertrauen: Bankgeschäft ist Vertrauenssache. Das gilt in beide Richtungen. Unternehmen würden für die Anlage oder Altersvorsorge ihr Geld nur einer Bank geben, der sie absolut vertrauen. Und auch die Banken geben ihr Geld nur solchen Unternehmern, deren Persönlichkeit überzeugt.

Hans-Joachim Tonnellier
Vorstandsvorsitzender
Frankfurter Volksbank, Frankfurt am Main


Stand: September 2007