Sensibilisierung/Krisenerkenntnis „Wie gesund ist meine Unternehmung?"

 
Krisenprävention und -bewältigung
» 0. Prozessstruktur
 1. Krisenerkenntnis
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Der Weg in die Unternehmenskrise vollzieht sich schrittweise, zunächst als schleichender Prozess, der sich im Verlauf der Krise erheblich dynamisiert. Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, weitet sich eine anfängliche strategische Krise zur Ergebniskrise und weiter zur Liquiditätskrise aus, die schlussendlich in der Insolvenz enden kann.

Die strategische Krise, die oft nicht als solche wahrgenommen wird, ist durch eine Veränderung des Wettbewerbsumfelds gekennzeichnet, für die meist mehrere Ursachen verantwortlich sind. Umsatz- und margenstarke Produkte erreichen das Ende ihres Lebenszyklus, Lebenszyklen werden durch technische Innovationen verkürzt, Nachfolgeprodukte haben noch nicht die notwendige Marktreife. Diese Phase ist durch fallende Erträge gekennzeichnet, die im aber Regelfall noch deutlich positiv sind und ausreichen, um erfolgreich gegensteuern zu können. Die Symptome sind für Außenstehende kaum erkennbar, auch die Unternehmensführung erkennt sie oft nicht. Somit ist auch der Handlungsdruck verhältnismäßig gering.

Dieser nimmt in der Ergebniskrise deutlich zu – bei gleichzeitig verringertem Handlungsspielraum. In der Ergebniskrise treten die Problem offen zu tage, die Entwicklung gewinnt erheblich an Dynamik. Ziele hinsichtlich Gewinn und Rentabilität werden nicht mehr erreicht und somit die Krise auch nach außen sichtbar. Das Vertrauen in die Unternehmung und ihr Management sinkt, dem Banken z.B. durch Nachbesicherung von Krediten und Lieferanten z.B. durch Kürzung von Zahlungszielen Rechnung tragen.

Die sich anschließende Liquiditätskrise ist eine direkte Folge der nachhaltig geschmälerten operativen Erträge, die die Handlungsfähigkeit des Unternehmens noch weiter einschränken, da ohne zusätzliche Liquidität die Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllt werden können, was zu einer weiteren Verschärfung der Krise führt.

Der Übergang zwischen den einzelnen Phasen ist fließend. Das frühzeitige Erkennen einer Unternehmenskrise setzt die Existenz adäquater Controllingsysteme voraus, die die Unternehmensentwicklung abbilden und dem Management somit ein zielgerichtetes Handeln erlauben.

Matthias Beck
Partner
Rüdiger Stannek
Ernst & Young Revisions- und
Treuhandgesellschaft mbH

 
Stand: Februar 2010