Die Nachfolge innerhalb der Familie
Der Gedanke an die Fortsetzung der Familientradition darf nicht im Vordergrund der Unternehmensnachfolgeplanung stehen. Vielmehr ist der langfristige Erhalt des Unternehmens mit seinen Arbeitsplätzen bei der Wahl des Nachfolgers entscheidend. Versuchen Sie daher, so objektiv wie möglich die persönlichen und fachlichen Qualifikationen Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes zu bewerten. Sind sie tatsächlich ausreichend qualifiziert, um ein Unternehmen zu führen? Haben sie Gelegenheit gehabt, sich in anderen Unternehmen in Führungspositionen zu bewähren? Und: Sind Ihre Kinder überhaupt bereit, „aus freien Stücken" den elterlichen Betrieb zu übernehmen oder fühlen Sie sich in die Rolle des Kronprinzen gedrängt? Versuchen Sie, so rational und objektiv festzustellen, ob die Nachfolge innerhalb der Familie tatsächlich sinnvoll ist. Beziehen Sie am besten externe Moderatoren bzw. Berater mit ein und führen Sie mit allen Beteiligten offene Gespräche.
Drängen Sie Ihre Tochter/Ihren Sohn nicht in die Rolle des Nachfolgers, sondern sprechen Sie mit ihr/ihm auch über andere berufliche Perspektiven.
- Bieten Sie ihr/ihm nicht nur Praktika/Ferienjobs im eigenen Unternehmen an, sondern lassen Sie sie auch Erfahrungen in anderen Betrieben sammeln.
- Diskutieren Sie mit Ihren Kindern frühzeitig unternehmerische Entscheidungen. Begründen Sie Ihre Entscheidung, aber nehmen Sie sich auch die Zeit, den Argumenten Ihrer Kinder zuzuhören.
- Nicht selten wünschen sich Unternehmerkinder eine Angestelltentätigkeit, weil sie der Unternehmeralltag ihrer Eltern abschreckt. Nehmen Sie sich die Zeit und versuchen Sie Ihren Kindern auch die positiven Seiten des Unternehmertums klarzumachen: die Gestaltungsmöglichkeiten, die Verantwortung für die Mitarbeiter, die Unabhängigkeit usw. Versuchen Sie Ihren Kindern auch im Alltag, Vorteile der beruflichen Selbständigkeit zu zeigen.
- Bedenken Sie, dass Ihre Tochter/Ihr Sohn nach der Ausbildung erst einmal Abstand zur Familie haben möchte, um eigene Erfahrungen in anderen Unternehmen zu sammeln. Kalkulieren Sie diese Zeit mit ein.
- Spielen Sie immer mit dem Gedanken, dass sich Ihre Kinder unter Umständen nicht für die Übernahme des familieneigenen Unternehmens entscheiden. Wer kommt dann als Nachfolger in Frage?
Stand: September 2007
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