Ein Leitfaden zur Unterstützung der Übertragung von Untenehmen an einen neuen Eigentümer

 
Unternehmensnachfolge
» 0. Prozessstruktur Unternehmensnachfolge
 1. Sensibilisierung
» 2. Rechtliche Vorbereitung
» 3. Wirtschaftliche Vorbereitung
» 4. Auswahlphase
» 5. Übergabephase
» 6. Sicherungsphase
» 7. Publikationen, Kontaktadressen und Links
Eine solche Unternehmensübertragung kann innerhalb der Familie, an Arbeitnehmer oder an Dritte erfolgen. Unternehmensübertragungen werden vielfach noch immer ausgelöst, wenn der Unternehmer in Ruhestand tritt. Ruhestand ist jedoch nur ein Grund. Zu weiteren Gründen für Übertragungen, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, gehören persönliche Entscheidungen (wie z. B. Vorruhestand oder Berufswechsel), der Wandel des Wettbewerbsumfeldes (Marktveränderungen, neue Produkte, neue Vertriebswege usw.) oder persönliche Lebensumstände (wie Scheidung, schlechter Gesundheitszustand oder Tod).

Hürden und Schwierigkeiten

Bei der Vorbereitung auf eine Unternehmensübertragung handelt es sich um einen langwierigen und komplizierten Prozess, der viele Schwierigkeiten mit sich bringen kann. Eine erste Schwierigkeit ist psychologischer oder emotionaler Natur. Vielen Unternehmern, vor allem wenn sie das Unternehmen selbst gegründet und über lange Jahre geführt haben, widerstrebt es, sich zurückzuziehen um die Übertragung ihres Unternehmens vorzubereiten. Wenn überhaupt, dann findet der Transfer von Know-how und die Weitergabe von Fertigkeiten erst sehr spät statt. Dies führt dazu, dass die Übertragung häufig ungenügend vorbereitet ist. Dies betrifft nicht nur den übertragenden Unternehmer, sondern es hat auch Folgen für den Käufern bzw. Nachfolger oder ihre engsten Mitarbeiter, denen weniger Vorbereitungszeit zur Verfügung steht.

Die zweite Art von Schwierigkeit steht im Zusammenhang mit dem komplizierten Vorgang der Unternehmensübertragung und mit der Tatsache, dass der Unternehmer keinerlei Erfahrung oder Wissen darüber hat, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Meist sind ihm die Anlaufstellen unbekannt, bei denen er Hilfe oder Informationen erhalten kann.

Gerade im Zusammenhang mit der Weitergabe von Wissen können Probleme auftreten, die von Unternehmern (insbesondere von den derzeitigen Inhabern) gefürchtet werden. Wie soll ein Firmeninhaber sein Wissen an die nächste Generation weitergeben? Darüber hinaus werden häufig die Übertragung von Netzwerken und Beziehungen, das Widerstreben, die Firmenleitung zu teilen, und der Druck, eine erfolgreiche Geschäftsführung fortzusetzen, als mögliche Probleme in einer Übertragungssituation gesehen.

Die dritte Art von Hindernissen hat ihren Ursprung in den nationalen Rechtsvorschriften, insbesondere im Unternehmens- und Steuerrecht und in den Verwaltungsformalitäten. Als Beispiele für derartige Probleme sind hohe Erbschafts- und Schenkungssteuern, Finanzprobleme, Hindernisse beim Wechsel der Rechtsform eines Unternehmens zur Vorbereitung der Übertragung und Hindernisse für die Fortführung von Personengesellschaften beim Tod oder Eintritt in den Ruhestand eines der Gesellschafter zu nennen.

Was bei einer Unternehmensübertragung auf dem Spiel steht, hängt auch davon ab, wie groß die Firma ist. Größere Unternehmen können sich in der Regel auf den Rat interner oder externer Sachverständiger stützen, die mit den entsprechenden Gesetzen und den zu lösenden Problemen vertraut sind. Der Inhaber kleinerer Unternehmer sind sich der mit einer Unternehmensübertragung verbundenen Aufgaben deutlich weniger bewusst.


Stand: September 2007