Ausbildungsmedien

Bei der Unterweisung ist von großer Bedeutung, möglichst viele Sinne anzusprechen. Ein Umstand der bei praktischen Unterweisungen am Arbeitsplatz naturgemäß gegeben ist.

Beim betrieblichen Unterricht, vorwiegend bei der Vermittlung theoretischer und abstrakter Lerninhalte, ist die Anschaulichkeit nicht von vornherein gegeben. Durch den Einsatz verschiedener Medien und Hilfsmittel kann dieser Mangel ausgeglichen werden.

Die wichtigsten Arbeitsmittel sind:

Schriftliche Ausbildungsunterlagen

Lehr- und Ausbildungspläne bieten einen Überblick über die Ausbildungsziele und ordnen die einzelnen Themen in einen größeren Zusammenhang ein.

Arbeitsblätter geben eine Anleitung für die Ausführung bestimmter, komplexer Ausbildungsarbeiten, die der Auszubildende allein oder in einer Gruppe ausführt. Sie fördern Selbständigkeit, Eigeninitiative und Selbstkontrolle.

Lernzielkontrollen mit offenen oder programmierten Fragen, die regelmäßig durchgeführt werden.

Fachbücher

Fachbücher sind nach wie vor die bedeutendsten Medien der Wissensvermittlung in der Berufsbildung. Gegenüber computergestützten Medien haben sie den grundsätzlichen Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit, guter Lesbarkeit und Übersichtlichkeit.

Lernprogramme

Lernprogramme gibt es in schriftlicher Form oder auf Datenträgern für die Arbeit am PC. Den Lernschritt folgt meist eine Lernzielkontrolle. Weiteres Arbeiten hängt von der richtigen Lösung ab. Das Lerntempo wird selbst bestimmt, die Auszubildenden arbeiten weitgehend unabhängig vom Ausbildungspersonal.

Demonstrationsmittel

Demonstrationsmittel dienen der Veranschaulichung abstrakter Begriffe sowie der Erklärung von schwer verständlichen Vorgängen. Vergrößerte Darstellung verbessert die Anschaulichkeit.

Wichtige Demonstrationsmittel sind:

Bildtafeln

Gegenstände oder Vorgänge werden übersichtlich dargestellt, z.B.

- Fischarten
- Schweißvorgang
- Warenwirtschaftssysteme

Die Bildtafeln müssen auch aus der Entfernung gut erkennbar und möglichst farbig sein. Da sie statisch sind, kann an ihnen nichts entwickelt werden.

Hafttafel

Stoffüberzogene oder magnetische Wandtafeln, auf denen vorgefertigte Symbole zu befestigen sind. Das eingesetzte Material ist häufiger zu verwenden und gut vorzubereiten. Eine Entwicklung ist Schritt für Schritt möglich. Magnettafeln, die gleichzeitig zu beschreiben sind, erhöhen die Einsatzmöglichkeiten. Möglichst helle Untergründe und dunkle Schrift verwenden.

Flip-charts

Ein großer Papierblock auf einem festen Ständer. Das Papier wird üblicherweise mit Filzstift beschrieben. Ideen, Vorschläge und Informationen können gesammelt werden, die einzelnen Blätter sind im Unterrichtsraum aufzuhängen. Dadurch ist während des Unterrichts ein Rückgriff auf Gesagtes möglich. Dieses Verfahren ist für Gruppenarbeit gut geeignet.

Tageslichtprojektor

Ein häufig eingesetztes Demonstrationsmittel. Vorbereitete Einzelfolien oder abrollbare Schreibbänder werden vergrößert auf eine Fläche projeziert. Die Lernenden bleiben stets im Blickfeld, da sich die Vortragenden beim Schreiben nicht abwenden müssen.

Audio-visuelle Medien:

- Dias
- Tonbildschauen
- Film
- Video

Dias haben die gleiche Funktion wie Bildtafeln. Häufig sind sie mit einem Tonband zu Tonbildschauen kombiniert. Auf diese Weise sind Abläufe oder Entwicklungen einprägsam darstellbar. Besonders vorteilhaft ist, dass die Tonbildschau bei jedem beliebigen Bild unterbrochen werden kann, um einen besonders wichtigen Punkt noch einmal zu erläutern oder zu ergänzen, Zwischenfragen zu stellen oder die Problemstellung zu diskutieren.

Ein Film stellt kontinuierliche Vorgänge oder Abläufe besonders lebensnah und realistisch dar. Ein Nachteil ist jedoch, dass er meist sehr schnell abläuft und deshalb in den Einzelheiten nicht so einprägsam ist. Auch der verhältnismäßig große Aufwand (Gerät, Raumverdunkelung) ist nachteilig. Stadt- und Kreisbildstellen halten ein vielseitiges Angebot bereit.

Eine Videoanlage ermöglicht, eigene Produkte herzustellen. Die Anlage besteht aus Kamera, Recorder und Fernsehapparat. Sie wird vor allem dort eingesetzt wo es darauf ankommt, eine bestimmte Tätigkeit oder ein Verhalten zu erlernen. Der Lernende kann bei der Ausübung aufgenommen und das Video vom Personenkreis kritisch betrachtet und besprochen werden. Diese Selbstkontrolle und die wiederholte Übung ermöglichen eine objektive Beobachtung von Lernfortschritten und Verhaltensänderungen. Die Videoanlage wird deshalb häufig bei Rhetorik-Seminaren, Verkäuferschulungen und Unterweisungsübungen verwendet. Sie ist außerdem einsetzbar, um Versuche, die von einer größeren Gruppe nicht zu beobachten sind, aufzunehmen und auf dem Bildschirm für alle deutlich sichtbar zu machen.

Lernen mit Multimedia

Lehren und Lernen mit neuen Medien ist ein modernes Schlagwort und manche Experten glauben, dass Multimedia und Telekommunikation alle Bereiche des Lebens grundlegend verändern werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass die neuen Medien das geschriebene Wort und herkömmliche Methoden und Lehrmittel nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Der angeblich große Nutzen ist bisher weitgehend Teil von Verkaufsargumenten. Bei nüchterner Betrachtung müssen folgende Argumente beachtet werden:

- Die ökonomische Überlegenheit der neuen Lerntechnologien ist nur bei einem tatsächlich massenhaften Einsatz deutlich sichtbar.
- Die pädagogischen Möglichkeiten sind systembedingt begrenzt.
- Die Qualität der Lernprogramme liegt vielfach hinter den Versprechungen und technischen Möglichkeiten zurück.

So tut man vor allem als Anwender und Nutzer gut daran, die Möglichkeiten des interaktiven Lernens mit modernen Lerntechnologien nicht euphorisch sondern realistisch zu betrachten. Moderne Lerntechnologien sind entgegen vielen überzogenen Werbeaussagen nicht das umfassende Patentrezept, mit dem man alle Probleme (ökonomische, organisatorische, strategische und pädagogische) der Aus- und Weiterbildung lösen kann. Lernen am Computer ist nur eine unter vielen Methoden und Ansätzen. Aber es kann, so zeigen positive Beispiele, bei einer gründlichen Analyse des Bedarfs, der entsprechenden Bildungsinhalte und einer sinnvollen mediendidaktischen Konzeption (vor allem in der Form von Simulationen, Planspielen, komplexen Aufgaben in Übungsfirmen) zu einer wichtigen Bereicherung des Methoden- und Medienspektrums beitragen.

Stand im Bereich "Lernen mit Multimedia"

T-Online

  • Telelearning Dienst "Global Learning".
     
  • Lernangebote aus den Bereichen Schulische Bildung, Wissenschaft, Allgemeinbildung und Berufsbildung.
     
  • Plattform für interne Aus- und Weiterbildung.
     
  • Einbindung in firmeneigene Netze (INTRANET).
     
  • Datenzugriff von vielen Orten.
     

Internet

  • Weltweiter Zugriff auf Informationen.
     
  • Weltweite Lernangebote aus allen Bereichen.
     
  • Videokonferenz.
     
  • Lernende in dezentralen Studios.
     
  • Kameraführung auf individuelle Personen in unterschiedlichen Lokationen.
     
  • Übertragung von Papierunterlagen über Kameras auf den Bildschirm.

Business-TV

  • Keine Kameras vor Ort.
     
  • Kameras nur in Übertragungsstudios.
     
  • Interaktion durch Telefon und Telefax.
     

Interaktives Fernsehen

  • Multimediale Teleschule.
     
  • Übertragung über Sender.
     
  • Klassenzimmer mit PC (Video- und Soundkarte) und ISDN-Anschluss.
     
  • Lehrende können online in verfasste Texte eingreifen.
     

Digitales Fernsehen (Radio)

  • Ausstrahlung von Schulungssendungen.
     
  • Empfänger bestimmt die Abrufzeit der Sendung.
     
  • Computerunterstützter Unterricht.
     
  • Multimediale Lernsoftware für verschiedenste Anwendungsbereiche.
     
  • Lernende erhalten Disketten oder CD's.
     
  • Arbeitszeit und -dauer wird vom Lernenden bestimmt.
     
  • Lernen am Arbeitsplatz oder zu Hause.

Pro Share

  • Realisierung einer persönlichkeitsähnlichen Gesprächsatmosphäre am PC-Arbeitsplatz.
     
  • Gemeinsame Dokumentenbearbeitung.
     
  • Gemeinsames Nutzen einer Windows-Applikation.

Weitere Informationen: Ausbildungsberaterteam

 

IHK-Info-Video: Wie werden Sie Ausbildungsbetrieb?

Wie werden Sie Ausbildungsbetrieb? Dieser Film zeigt, welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, um Ihre Fachkräfte selbst ausbilden zu dürfen.

Mitarbeiterförderung durch die IHK-Weiterbildungsberatung

Aktuelle Lehrgangsveranstaltungen des IHK Bildungszentrums

Das IHK Bildungszentrum hat viele virtuelle Lernangebote geschaffen, um den Seminar- und Lehrgangsbetrieb aufrechtzuerhalten und wird dies in den kommenden Wochen weiterhin verfolgen.

Parallel wird eine stufenweise Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs geplant.