Kosten und Nutzen der Ausbildung

Die Kostendiskussion in den Unternehmen macht auch vor der Frage der Einsparmöglichkeiten in der Berufsausbildung nicht halt. Angesichts der Herausforderungen des globalen Wettbewerbs und wirtschaftlichen Strukturwandels ist es aber ein Gebot der Selbsterhaltung, den Fachkräftebedarf von morgen bereits heute durch eine vernünftige Ausbildungsarbeit zu sichern.

Unternehmen, die aus Kostengründen die Berufsausbildung vernachlässigen, entziehen ihrer Personalplanung die Basis, handeln sich mittelfristig beträchtliche Kostennachteile ein und verlieren langfristig Vertrauen auf den Nachwuchsmärkten.


Durch Ausbildung Identifikation und Leistungsbereitschaft gewinnen!

Die Zukunft der deutschen Wirtschaft liegt in der Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Das Qualifikationspotential der Mitarbeiter ist dabei von entscheidender Bedeutung. Die Duale Ausbildung ist unser Trumpf im internationalen Wettbewerb, der gestärkt und genutzt werden muss.
  • Qualifizierte Fachkräfte sind notwendig, um betriebliche Abläufe einfacher, flexibler und produktiver zu gestalten.

  • Durch ein hohes Maß an Betriebsidentifikation und Leistungsbereitschaft bieten selbst ausgebildete Fachkräfte die besten Voraussetzungen für die verantwortliche Bewältigung komplexer Arbeitsaufgaben.

  • Diese Fachkräfte verbinden theoretische und praktische Kompetenzen mit Eigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Team- und vor allem Lernfähigkeit.

  • Angelernte können dies nur im Ausnahmefall leisten. Auch regelmäßige Weiterbildung kann eine versäumte solide Ausbildung am Übergang von der Schule in den Beruf nicht wettmachen.

Allein die betriebliche Ausbildung nach modernen Konzepten schafft eine tragfähige Basis für die stetige Entwicklung einer qualifizierten, innovationsfähigen Belegschaft.
  • Hier werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herangebildet, die zur Neugestaltung der Arbeitsstrukturen, mit mehr Eigenverantwortung, notwendig sind.

  • Die nachwachsenden Fachkräfte sind mit ihren veränderten Vorstellungen zur Berufswelt, mit ihrer Ausrichtung auf Flexibilität und Selbständigkeit auch Motoren der notwendigen Organisationsentwicklung im Betrieb.

  • Aufgabe des Managements ist es, die qualifizierten Nachwuchskräfte entsprechend ihren Fertigkeiten einzusetzen, zu fördern und in die Personalentwicklung systematisch einzubeziehen. Damit wird auch die Fluktuation bekämpft.

Ausbildung rechnet sich!

In den vergangenen Jahren hat die Wirtschaft die Kosten der betrieblichen Ausbildung stärker in den Vordergrund gestellt. Diesen Kosten steht aber ein nicht zu unterschätzender Nutzen durch praktische Mitarbeit der Auszubildenden gegenüber. Grundsätzlich gilt:
Je praxisnäher und handlungsorientierter die Ausbildung, desto größer ist der direkte Nutzen.
  • Auszubildende leisten im Rahmen des betrieblichen Einsatzes vielfältige produktive Beiträge in Produktion oder Dienstleistung.

  • Ausbildungsbereiche erbringen bei der praktischen Fachbildung beträchtliche Dienstleistungen für ihr Unternehmen.

Außerdem ist ein indirekter Nutzen der Ausbildung durch Einsparung von Personalkosten an anderer Stelle in Rechnung zu stellen:
  • Auszubildende wachsen zu Mitarbeiter mit hoher Betriebsidentifikation heran. Die mehrjährige Ausbildungsphase erlaubt, die Fähigkeiten und Stärken des Mitarbeiters sicher einzuschätzen und seinen Einsatz langfristig zu planen.

  • Ausbildungsabsolventen haben kaum Schwierigkeiten beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf und benötigen nur geringe Einarbeitungszeiten. Sie sind sofort und flexibel einsetzbar, weil sie die unterschiedlichen Herausforderungen ihres Berufes und Betriebes kennen.

Die Ausbildung spart Kosten bei der Personalbeschaffung und Einarbeitung, Fehlbesetzungen können vermieden, das betriebliche Lohn- und Gehaltsgefüge kann besser ausbalanciert werden.

Ausbildung im Betrieb ist also keine Leistung ohne Gegenwert, die in Zeiten konjunktureller Flaute zur Disposition steht, sondern ein kostengünstiges Instrument zur Nachwuchssicherung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die ausbilden, sind als Arbeitgeber attraktiv.


Unternehmerische Gestaltungsfreiräume nicht verspielen!

Das bewährte, leistungsfähige System der Berufsausbildung in Verantwortung der Wirtschaft steht und fällt mit dem solidarischen Engagement aller ausbildungsfähigen Betriebe.
  • Nur die Ausbildung im Betrieb gewährleistet Aktualität bei der Vermittlung von innovativer Technik.

  • Nur das gemeinsame Engagement aller Unternehmen gewährleistet einen gesamtwirtschaftlich ausreichenden »Output« an Ausbildungsabsolventen.

Sollten sich immer mehr Unternehmen aus der gemeinsamen Ausbildungsverantwortung verabschieden und darauf spekulieren, ihren Fachkräftebedarf »kostengünstiger« auf dem Arbeitsmarkt zu decken, kann die Rechnung langfristig nicht aufgehen.

Wir müssen uns weiterhin zuverlässig bei der Berufsausbildung engagieren, um die aktuellen und künftigen wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.

Eine Kosten-Nutzen-Abwägung und der Vergleich des von unternehmerischer Verantwortung geprägten dualen Berufsausbildungssystems mit schulischen Alternativen macht deutlich, dass betriebliche Berufsausbildung die kostengünstigere Lösung bleibt.

Deshalb müssen die ausbildungsfähigen Unternehmen dazu beitragen, den wichtigsten Standortvorteil der deutschen Wirtschaft zu sichern und weiterzuentwickeln, nämlich die am Bedarf orientierte hohe Qualifikation der Arbeitskräfte.


Aufwendungen

Personalkosten Auszubildende
- Ausbildungsvergütungen
- Gesetzliche Sozialleistungen
- Tarifliche und freiwillige Sozialleistungen
Personalkosten des hauptamtlichen Ausbildungspersonals
- Löhne und Gehälter
- Gesetzliche Sozialleistungen
- Tarifliche und freiwillige Sozialleistungen
Personalkosten des nebenamtlichen Ausbildungspersonals
Sonstige Kosten
- Miete und Energie
- Material und Unterlagen
- Gebühren und Beiträge
- Verwaltungsaufwendungen etc.

Erträge

Erfassbare Produktivleistungen die vom -Endkunden- bezahlt werden.
Sonstige Leistungen
- Produktive Mitarbeit in den Fachabteilungen. Die kalkulatroisch bewertet wird.

Opportunitätsleistungen

Minimierung von Personalbeschaffungskosten
Stabilisierung der Lohn- und Gehaltsstruktur
Einsparung von Einarbeitungskosten
Anpassungsquallifizierung externer Mitarbeiter
Minimierung von Fehlbesetzungen und Folgekosten (ohne Bewertung)
Verringerung von Fluktationskosten (ohne Bewertung)
Verbesserung des Images/der Attraktivität des Unternehmens (ohne Bewertung)


Bruttokosten der Ausbildung
- Nutzen der Ausbildung
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= Nettokosten der Ausbildung



Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbilden

Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, bedarf es eines qualifizierten und flexiblen Teams. Betriebe, die zukunftsorientiert denken, bilden ihren Nachwuchs selbst aus. Um konkurrenzfähig zu bleiben, spielt kosten- und qualitätsbewusstes Handeln eine entscheidende Rolle. Ausbildung sichert die Qualität für eine gute Leistung. Eigene Nachwuchskräfte entsprechen den betrieblichen Anforderungen und sind besonders betriebsverbunden. Das sind zwei Gesichtspunkte unter denen geeignetes Personal nicht auf dem Arbeitsmarkt zu finden ist. So wird eine teure Einarbeitung und die Gefahr personeller Fehlentscheidungen vermieden. Ausbildung bringt darüber hinaus einen Imagegewinn bei den Kunden und in der Öffentlichkeit.


Weitere Informationen: Ausbildungsberaterteam