Bundesförderprogramm: Ausbildungsplätze sichern

Bundesförderprogramm: Ausbildungsplätze sichern in Corona-Zeiten

Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" ist vorgesehen, um Ausbildungsbetriebe zu unterstützen und dazu zu motivieren, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten oder sogar zu erhöhen. Dadurch soll jungen Menschen weiterhin eine Ausbildung ermöglicht werden. Die wichtigsten Fördermaßnahmen und offenen Punkte des Programms finden Sie nachfolgend zusammengefasst. 

 

Die Antragsstellung ist ab sofort über die Arbeitsagentur möglich.

 

Alle wichtigen Informationen sowie die Anträge und Bescheinigungen finden Sie hier.

 

Die Aufgabe der IHK als zuständige Stelle ist die Ausstellung einer Bescheinigung über die Anzahl der Ausbildungsverträge der letzten drei Jahre sowie die eingetragene Ausbildungsvergütung. 

 

Die Bescheinigung finden Sie hier.

 

Gerne stehen wir auch für weitere Beratungsgespräche zur Verfügung, bitten hier aber um Verständnis, dass wir nur bedingt Auskunft über die Antragsberechtigung und die Höhe der Zuschüsse geben können.

Für genaue Aussagen zur Förderfähigkeit und auch zur potentiellen Höhe der Zuschüsse wenden Sie sich bitte an den Arbeitgeberservice Ihrer Arbeitsagentur.

 

Allgemeine Hinweise

 

Diese Ausbildungsprämien können kleine und mittlere Unternehmen (KMU bis 249 Beschäftigte) erhalten, die ihr Ausbildungsniveau in dem im Jahr 2020 neu beginnenden Ausbildungsjahr im Vergleich zu den drei Vorjahren beibehalten oder sogar erhöhen.

 

Gefördert werden Ausbildungen in anerkannten Ausbildungsberufen, die zum neuen Ausbildungsjahr beginnen.

 

Auf den Zeitpunkt des Abschlusses des Ausbildungsvertrags kommt es dabei nicht an, das heißt, es können auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie abgeschlossen worden ist.

 

Folgende Unterschiede sind dabei zu beachten:

 

(1) Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus

 

Dies ist ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit durch die Bundesagentur für Arbeit.

 

Voraussetzungen:

Das Unternehmen/die Einrichtung hat sein Ausbildungsniveau im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringert. Verglichen werden die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen worden sind, mit dem Durchschnitt der über die letzten drei Jahre (2017-2019) abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Die Bestätigung der Ausbildungszahlen erhalten Sie von Ihrer IHK.

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.

 

Das trifft zu wenn:

  • das Unternehmen in der 1. Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat.

oder

  • der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 zurück gegangen ist. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Wie der Nachweis über den Umsatzrückgang erbracht wird, ist noch nicht geklärt.

 

Den Antrag auf Gewährung der Ausbildungsprämie erhalten Unternehmen bei der Agentur für Arbeit. Er muss spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit bei der Bundesagentur für Arbeit eingereicht werden.

 

(2) Ausbildungsprämie bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus

 

Es handelt sich um einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro für jeden über das frühere Ausbildungsniveau zusätzlich für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit durch die Bundesagentur für Arbeit.

 

Voraussetzungen:

Das Unternehmen/die Einrichtung hat sein Ausbildungsniveau im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht. Verglichen werden die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen worden sind, mit dem Durchschnitt der über die letzten drei Jahre (2017-2019) abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Sofern der Betrieb noch keine drei Jahre besteht, kommt es auf den Durchschnitt der während der Betriebsdauer abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse, die über die Probezeit hinaus bestehen, an.

Auch erstmals ausbildende Betriebe erhalten die Prämie. Die Bestätigung der Ausbildungszahlen erhalten Sie von Ihrer IHK.

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.

 

Das trifft zu wenn:

  • das Unternehmen in der 1. Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat.

oder

  • der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 zurück gegangen ist. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Wie der Nachweis über den Umsatzrückgang erbracht wird, ist noch nicht geklärt.

 

Den Antrag auf Gewährung der Ausbildungsprämie erhalten Unternehmen bei der Agentur für Arbeit. Er muss spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit bei der Bundesagentur für Arbeit eingereicht werden.

 

 

(3) Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung

 

Förderung in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem im Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist. Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie. Sie ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.

 

Voraussetzungen:

Es gab einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Auszubildenden sowie deren Ausbilder trotz Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb, bedingt durch die COVID-19-Krise, nicht in Kurzarbeit bringen.

Den Antrag auf Gewährung der Ausbildungsprämie erhalten Unternehmen bei der Agentur für Arbeit. Die Fortsetzung der Berufsausbildung hat der Ausbildungsbetrieb zeitgleich zur Anzeige der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit unter Nennung der Auszubildenden und Ausbilderinnen/Ausbilder anzuzeigen. Hat der Ausbildungsbetrieb bei Inkrafttreten der Förderrichtlinie bereits Kurzarbeit angezeigt, ist die Anzeige der Fortführung der Ausbildung unverzüglich nachzuholen.

 

(4) Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung

 

Förderung der stärkeren Nutzung von Verbund- oder Auftragsausbildung im Ausbildungsjahr 2020/21 für Auszubildende in kleinen und mittleren Betrieben, die ihre Ausbildung temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, weil der Betrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen durch die COVID-19-Krise von Schließungen oder erheblichen Auflagen, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern, betroffen ist.

Die Details der Durchführung einer solchen Verbund- oder Auftragsausbildung werden noch im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung erörtert werden.

Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie. Sie ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

 

Voraussetzungen:

Der Umsatz der kleinen und mittleren Unternehmen, die temporär durch die COVID-19-Krise die Ausbildung nicht im eigenem Betrieb durchführen können, ist in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 zurück gegangen.

Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen und überbetriebliche Bildungsstätten, sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus kleinen und mittleren Unternehmen, die die Voraussetzungen erfüllen, im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen. Die betriebliche Ausbildung hat Vorrang.

Die Programmlinie "Auftrags- und Verbundausbildung" wird demnächst in einer separaten Richtlinie geregelt, hier liegen noch keine weiteren Informationen vor. Wir informieren Sie, sobald weitere Eckpunkte bekannt sind.

 

(5) Übernahmeprämie

 

Eine Prämie in Höhe von 3.000 Euro pro aufgenommenen Auszubildenden an das aufnehmende kleine oder mittlere Unternehmen mit dem Ziel, das Ausbildungsverhältnis fortzusetzen. Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie. Sie ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

 

Voraussetzungen:

Die Insolvenz eines ausbildenden kleinen oder mittleren Unternehmens wurde verursacht durch die COVID-19-Krise, wobei das Insolvenzverfahren bis zum 31. Dezember 2020 eröffnet worden ist und die sich das Unternehmen vor dem 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat.

Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus, durch COVID-19-Krise bedingt, insolventen kleinen oder mittleren Unternehmen (siehe Voraussetzungen) bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

 

Wie und wo erhalte ich Förderungen?

 

Für alle Förderungen (1 bis 5) gilt einheitlich:

Die Förderungen können alle kleine und mittlere Unternehmen in Anspruch nehmen, die

  • eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen

oder

  • in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen.

Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.

  • Neben den Förderungen der Ziffern (1) bis (5) ist die Inanspruchnahme anderer Programme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt nicht möglich.
  • Das Unternehmen entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
  • Eine kumulative Förderung im Rahmen der Maßnahmen (4) und (5) ist ausgeschlossen.
  • Anträge auf Förderung sind hinsichtlich der Maßnahmen (1) bis (3) und (5) bei der für das jeweilige Unternehmen örtlich zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.
  • Hinsichtlich der Maßnahme (4) sollen die Details der Durchführung im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung noch erörtert werden.
  • Kleine und mittlere Unternehmen sind solche mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt.
  • Bei verbundenen Unternehmen werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.
  • Die Förderungen der Maßnahmen (1), (2) und (5) werden in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt und werden nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.
  • Der „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ nach Nummer (3) beträgt 75 Prozent der Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat in dem ein relevanter Arbeitsausfall vorliegt. Die Zuwendung wird im Wege der Projektförderung als Anteilsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt. Bemessungsgrundlage ist das sich auf Grundlage der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Ausbildungsvergütung ergebende Arbeitgeber-Brutto ohne Berücksichtigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Ziel ist es, alle Ausbildungsverträge, die zum neuen Ausbildungsjahr abgeschlossen werden oder schon abgeschlossen wurden, zu berücksichtigen. Entscheidend ist also der Vertragsbeginn und nicht etwa ein bestimmter Stichtag des Vertragsabschlusses. Niemand muss mit dem Abschluss eines Ausbildungsvertrages zögern, auch wenn die Förderanträge noch auf sich warten lassen.

 

 

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Florian Richterich
Telefon: 069 2197-1319

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