Kommunalwahl 2016
Übergang in Berufsausbildung: Schulträger müssen die Attraktivität der dualen Berufsausbildung mitunterstützen

WIE ES IST

 

Potenzial für duale Berufsausbildung rückläufig: IHK-Unternehmen haben in den letzten Jahren einen Rückgang der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen festgestellt. Statistiken weisen zum einen eine längere Verweildauer in der Schule und einen stärkeren Wunsch nach Erlangen der Fachhochschulreife oder des Abiturs nach. Gleich­zeitig steigt die Studierneigung derjenigen jungen Erwachsenen mit Hochschulreife. Dies birgt für den Arbeitsmarkt Risiken, zumal Prognosen des IHK-Fachkräftemonitors ganz eindeutig von einem großen Bedarf an beruflich gebildeten Fachkräften sprechen: 90 Prozent der zukünftigen Fachkräfte sollten eine Berufsausbildung bzw. eine berufliche Aufstiegsfortbildung mitbringen. Diese Entwicklung spiegelt auch der regionale Ausbildungsmarkt wider, in dem seit Jahren regelmäßig mehr Angebote als Bewerber gezählt werden.

 

Fehlende Kenntnisse erschweren Ausbildung: IHK-Umfragen belegen regelmäßig die mangelnde Ausbildungsreife von Bewerbern. Dies äußert sich zum einen in den ausgewiesenen Kompetenzen wie mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit oder mathematischen Grundkenntnissen. Zum anderen beklagen IHK-Unternehmen fehlende Kenntnisse über die Chancen im Ausbildungsmarkt und im angestrebten Beruf. Die längere Verweildauer an Schulen ist Ausdruck einer Unkenntnis über die Chancen für junge Schülerinnen und Schülern im regionalen Ausbildungsmarkt. Im IHK-Bezirk ist dies im Vergleich zu Hessen besonders ausgeprägt.

 

Schülerinnen und Schüler verweilen lieber länger in der Schule: 43 Prozent der Schüler in Frankfurt und im Main-Taunus-Kreis gehen nach der Sekundarstufe I weiter in SEK II, im Hochtaunuskreis sogar 48 Prozent – in Hessen lediglich 34 Prozent. Nicht immer sind diese längeren Schulaufenthalte von Erfolg gekrönt: Im IHK-Bezirk verlassen überdurchschnittlich viele Schüler an Beruflichen Gymnasien, Berufsfachschüler und Schüler in der Höheren Einjährigen Berufsfachschule ihre Schule ohne Abschluss. 

 

WAS ZU TUN IST

 

Informationen verbessern, Transparenz schaffen: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern sollten besser über die Chancen einer dualen Berufsausbildung am regionalen Arbeitsmarkt Bescheid wissen. Daher ist die Berufs- und Arbeitsweltorientierung in der Lehreraus- und fortbildung sowie an den Schulen selbst zu stärken. Zudem ist der Übergang von Schule in Beruf als Teil der kommunalen Fachkräftestrategie und Wirtschaftsentwicklung zu begreifen. Die Schulträger Frankfurt, Main-Taunus- und Hochtaunuskreis, die die Netzwerke zum Übergang von Schule in Beruf im Rahmen der landesweiten OLOV-Strategie steuern (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit), sollten sich daher messbare Ziele zum stärkeren Übergang in die duale Berufsausbildung setzen. Schulen sollten in Schulabgängerbefragungen die Wirksamkeit ihrer Anstrengungen in Berufsorientierung nachweisen. Wichtig ist, benachteiligte Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Jugendhilfe zu fördern. Die Schulträger sind aufgefordert, entsprechende Rahmenvereinbarungen mit dem Land zu treffen.

 

Berufsorientierung an den Schulen ausbauen: Schulen sollten sich im Rahmen des Erlasses „Berufs- und Studienorientierung“ intensiv mit der Berufswahl befassen und Angebote der Wirtschaft nutzen. Das Instrument des Berufswahlgütesiegels hilft dabei. Hierbei sind die Schulen im IHK-Bezirk Frankfurt im Vergleich zu anderen Regionen unterdurchschnittlich engagiert. Bis 2018 sollten sich 80 Prozent der Schulen im IHK-Bezirk mit diesem Siegel zertifizieren lassen.

 

Einseitige Ausrichtung auf Abitur und Studium abbauen: Die einseitige Ausrichtung auf den Karriereweg Abitur und Studium muss bereits bei den Übergängen nach der vierten Klasse abgebaut werden. Bei allen Informationsveranstaltungen an Grundschulen sind  daher Vertreter von Kammern einzuladen. Schulen mit Realschul- und Gymnasialzweigen sollten einmal jährlich Informationsveranstaltungen zum Thema Karriere mit Lehre anbieten.

 

WAS LEISTET DIE IHK FRANKFURT AM MAIN

 

Die IHK Frankfurt am Main

informiert zu Berufsausbildung und dualem Studium bei allen lokalen und regionalen Ausbildungsevents wie Messen, Elternveranstaltungen, Börsen, Tagen der offenen Tür.

-bietet eine Woche Berufsorientierung in technischen, IT- und naturwissenschaftlichen Berufen im IHK-Feriencamp.

-hilft bei der Suche nach Ausbildungs- und Praktikaplätzen.

-prämiert die besten Haupt- und Realschulen.

-unterstützt das Berufswahlgütesiegel, in dem sie Schulen zum Zertifizierungsverfahren berät und Materialien der Berufsorientierung zur Verfügung stellt.

-bildet das Scharnier zu den IHK-Ausbildungsunternehmen in den OLOV-Netzwerken. Dort bringt sie die gebündelten Interessen und Wünsche der zumeist mittelständischen Ausbildungsunternehmen zur Eignung von Schülerinnen und Schülern sowie zu Bewerbungsverfahren gegenüber Schulbehörden und Arbeitsagentur ein.

 

ANSPRECHPARTNERIN

 

Dr. Brigitte Scheuerle | Telefon 069 2197-1223 | E-Mail b.scheuerle@frankfurt-main.ihk.de

Weiterführende Informationen: www.frankfurt-main.ihk.de/berufsbildung

 

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