Damit berufliche Ausbildung zukunftsfähig bleibt
IHK-Organisation schlägt Reformmodell „Dual mit Wahl vor“

Bei zurückgehenden Bewerberzahlen wird der Wettbewerb um die guten und ausbildungsfähigen Jugendlichen immer heftiger. Die Konkurrenz durch die Hochschulen und vollschulische Ausbildung steigt. Gleichzeitig haben es schwache Schulabsolventen auch in Zukunft schwer, wenn die Schulen ihnen nicht das notwendige Rüstzeug mitgeben. Die paradoxe Folge: Viele Betriebe finden keine geeigneten Auszubildenden, und gleichzeitig finden viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Außerdem ist in vielen Bereichen ein höheres Ausbildungsniveau nötig.


In den letzten Jahren haben der technische Fortschritt und die zunehmende Arbeitsteilung zu sehr differenzierten, häufig recht eng geschnittenen Berufen geführt. Diese Differenzierung und sinkende Schulabgängerzahlen machen einen betriebs- und wohnortnahen Berufsschulunterricht aber immer komplizierter. Viele Ausbildungsordnungen sind zudem überfrachtet, und ein Betrieb alleine kann die Fülle der Anforderungen an Ausbildungsberufe häufig kaum noch bewältigen.


Der DIHK hat daher gemeinsam mit Unternehmern das Modell „Dual mit Wahl“ entwickelt. Es verbindet die Vorzüge der dualen Ausbildung mit flexiblen Wahlmöglichkeiten, setzt aber nicht auf eine durchgängige und kleinteilige Modularisierung. Das Modell hält an der Ausbildung in Berufsschule und Betrieb fest, passt diese aber flexibler den betrieblichen Belangen an. In einer ein- bis zweijährigen Phase werden den Jugendlichen grundlegende Kompetenzen vermittelt. Daran schließen sich Module mit speziellen Kompetenzen an. Der Vorteil für die Betriebe wie für die Jugendlichen: Die Ausbildung wird passgenauer. Am Schluss steht wie bisher eine öffentlich-rechtliche Prüfung, die bundesweit anerkannte Qualität und damit Mobilität der Fachkräfte garantiert. Am Prinzip einer breit angelegten und fundierten beruflichen Ausbildung wird also nicht gerüttelt. Ein Beruf muss immer mehr sein als die Summe einzelner Module.


DIHK und IHKs werben derzeit bei den Akteuren der Beruflichen Bildung in Deutschland für das neue Modell und finden dabei immer mehr Zustimmung: In der abschließenden Sitzung des Innovationskreises Berufliche Bildung des Bundesbildungsministeriums hat Ministerin Annette Schavan den Vorschlag der IHK-Organisation als solide Grundlage für die Modernisierung des Berufsbildungssystems bewertet. Nicht durchgedrungen sind hingegen die Arbeitgeberverbände mit ihren Forderungen nach einer Modularisierung von Anfang an und Modulprüfungen durch die Betriebe.


Mehr Details zum Modell finden Sie in der Präsentation (pdf).

 

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Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Dr. Brigitte Scheuerle Aus- und Weiterbildung Geschäftsführerin
Telefon: 069 2197-1223Fax: 069 2197-1248

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