Themen, die alle Ausbildungsberufe betreffen

Thema 1
Die Aufteilung der Prüfung in einen praktischen und einen schriftlichen Teil wird von unseren Prüfungsausschüssen begrüßt. Das Vertrautmachen mit der mündlichen Ergänzungsprüfung lief ohne große Probleme.
Antwort/Empfehlung

Thema 2
Der Praxisbezug ist gestiegen.
Antwort/Empfehlung

Thema 3
Die gegebenen Empfehlungen konnten umgesetzt werden.
Antwort/Empfehlung

Thema 4
Bei den komplexen Prüfungsaufgaben der praktischen Prüfung handelt es sich um schriftliche Aufgaben mit praktischem Bezug. Die Prüfungsausschüsse würden gern noch mehr „real“ praktische Prüfungsaufgaben stellen, in denen nachgewiesen wird, dass das „Handwerkszeug“ erlernt wurde. Mit der komplexen Aufgabe, die letztlich eine zusätzliche schriftliche Prüfung ist, wird eine fachpraktische Prüfung auf ein Minimum reduziert, was vor allem die Prüflinge unter einen enormen Druck setzt.
Antwort/Empfehlung

Thema 5
Für eine Berufsabschlussprüfung ist eine so umfangreiche schriftliche Ausarbeitung praxisfremd. In den Häusern, in denen wirklich eine so umfangreiche schriftliche Planung gemacht wird, wird diese sicher nicht von Auszubildenden gemacht. Somit ist die reine Anforderung, eine höchstens dreistündige schriftliche Planung zu erstellen, praxisfremd.
Antwort/Empfehlung

Thema 6
Selbst wenn die komplexe Aufgabe für eine wesentlich geringere Zeit konzipiert wird, wird die Prüfungszeit für den rein fachpraktischen Teil dadurch nicht verlängert. Doch genau hier sollte der Prüfungsschwerpunkt liegen.
Antwort/Empfehlung

Thema 7
Diese Aufgabe ist nur mit schriftlicher Vorbereitung durch die Prüflinge möglich. Die Erfahrungen der Prüfung haben gezeigt, dass Prüflinge mit mäßiger allgemeiner Vorbildung stark benachteiligt waren (verbale Schwächen). Durch die hohe Bewertung mit 60 % ist in vielen Fällen eine schlechtere Praxisnote vorprogrammiert. Mit der Erarbeitung von Verkaufsstrategien sind keine Auszubildenden mit einer durchschnittlichen Ausbildungszeit von zweieinhalb zu betrauen.
Antwort/Empfehlung

Thema 8
Ein „Aufsatz“ sollte nicht zum Bestehen einer praktischen Prüfung genügen.
Antwort/Empfehlung

Thema 9
Die komplexe Prüfungsaufgabe „Planen des Service für eine Veranstaltung“ soll gemäß der Ausbildungsordnung den betrieblichen Ausbildungsbedingungen angepasst sein. Die Ausbildungsbetriebe sind vom Profil her sehr unterschiedlich und reichen vom kleinen familiengeführten Restaurant über erlebnisorientierte Gastronomie bis hin zu Fünf-Sterne-Hotels. Aufgrund der Vielzahl der Prüfungsteilnehmer ist das Zuschneiden der komplexen Prüfungsaufgabe auf die einzelnen Bedingungen nicht oder nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren.
Antwort/Empfehlung

Thema 10
Die komplexe Prüfungsaufgabe (Verkaufsfördernde Maßnahme) soll gemäß der Ausbildungsordnung den Bedingungen im Ausbildungsbetrieb angepasst sein. In der geforderten Form ist diese Aufgabe zu theoretisch und praxisfern und vom Auszubildenden in diesem Umfang nicht zu leisten, da diese Fragen in der Praxis nicht ausreichend vermittelt werden. Weiterhin ist der Spielraum für die Formulierung der Aufgabe durch die sehr konkrete Festlegung in der Verordnung stark begrenzt. Abgesehen davon, dass die Thematik wechseln kann, bietet die Prüfungsaufgabe kaum Gestaltungsmöglichkeiten.
Antwort/Empfehlung

Thema 11
In den Berufen Hotel- und Restaurantfachmann/-frau sowie Fachkraft im Gastgewerbe sollten die komplexen Aufgaben höher gewichtet werden als die beiden weiteren Aufgaben.
Antwort/Empfehlung

Thema 12
Die Prüfer und Ausbilder empfehlen eine Gewichtung von 60 % für die komplexe Prüfungsaufgabe und für die weiteren Prüfungsaufgaben je 20 %, weil in der beruflichen Praxis die Arbeitsabläufe, die durch die komplexe Prüfungsaufgabe abgeprüft werden, einen breiteren Raum einnehmen.
Antwort/Empfehlung

Thema13
Die GFI gab ohne Vorwarnung in den Musterniederschriften einiger Berufe, Wichtungen für die praktische Prüfung vor. Rückfragen ergaben die unterschiedlichsten Meinungen zu diesem Thema: Die Handhabung in den Industrie- und Handelskammern ist verschieden.
Antwort/Empfehlung

Thema 14
Für den Prüfungsausschuss besteht hoher Korrekturaufwand.
Antwort/Empfehlung

Thema 15
Der Wegfall der mündlichen Prüfung ist richtig. Die Ergänzungsprüfung verringert den Aufwand.
Antwort/Empfehlung

Thema 16
Die vorgeschriebene mündliche Abschlussprüfung wurde zur effizienten Ausnutzung der Ausbildungszeit eingesetzt. Das bedeutete jeweils den letzten Prüfungsteil Ende Juli oder Ende August durchzuführen.
Antwort/Empfehlung

Thema 17
Die Prüfungsausschüsse für Hotelfachleute beklagen, dass mit neuer Ausbildungsordnung das Niveau der Prüfung sinkt. Es gibt keine mündliche Prüfung mehr etc, wie kann der Prüfungsausschuss motiviert werden?
Antwort/Empfehlung

Thema 18
Hohe Prüflingszahlen bei den Köchen und zu niedrige Zahlen bei den Restaurantfachleuten erhöhen den Aufwand für den Service beim Prüfungsessen.
Antwort/Empfehlung

Thema 19
Muss beim gastorientierten Gespräch ein Kurzprotokoll angefertigt werden?
Antwort/Empfehlung

Thema 20
Wie viele Prüfungsausschussmitglieder müssen das gastorientierte Gespräch führen?
Antwort/Empfehlung

Thema 21
Es besteht kein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Ausbildung und Abschlussprüfung.
Antwort/Empfehlung

Thema 22
Aus der Sicht der Prüfungsausschüsse gibt es gegenüber den alten Verordnungen zu wenig Prüfungsthemen. Es ist schwierig, Themen auszuwählen, die nicht eindeutig aus der Verordnung hervorgehen, da diese Widersprüche hervorrufen können.
Antwort/Empfehlung

Thema 23
Laut Verordnung kann die Ausbildung durch Unternehmen je nach Eignung des Auszubildenden individuell gestaltet werden. (Zeitvorgabe sind Richtwerte). Wie kann das Prüfungswesen die individuelle Umsetzung bei der Prüfung garantieren, wenn keine Kenntnisse über die Vermittlung von Ausbildungsinhalten nach Schwerpunkten vorliegen. Wie kommt das Prüfungswesen zu solchen Informationen, um die Prüfung entsprechend vorzubereiten?
Antwort/Empfehlung

Thema 24
Durch die allgemein formulierten Handlungsfelder sind die Inhalte auf unterschiedlich strukturierte gastronomische Unternehmen anwendbar. Als kompliziert gestaltet sich dabei die Feststellung einheitlicher Grundvoraussetzungen für die praktische Prüfung.
Antwort/Empfehlung

Thema 25
Die Befreiung von Prüfungsteilen bzw. –bereichen erfordert eine klare Definition in der Ausbildungsordnung.
Antwort/Empfehlung

Thema 26
Organisatorische Einbindung der Hotel- und Restaurantfachkräfte in einen Prüfungsablauf mit sehr hohen Prüflingszahlen.
Antwort/Empfehlung

Thema 27
Die Gestaltung des gastorientierten Gespräches und der praktischen Übung für Hotelkaufleute und Fachleute in der Systemgastronomie.
Antwort/Empfehlung

Thema 28
Bei der Wichtigkeit des gastorientierten Gespräches werden die empfohlenen 15 Minuten (lt. Verordnung 20 Minuten), insbesondere bei Restaurant- und Hotelfachleuten, als zu wenig empfunden.
Antwort/Empfehlung

Thema 29
Das gastorientierte Handeln ist schwer in die Praxis umzusetzen, verschiedenste Klientel, unterschiedliche Lehrmeinungen seitens Ausbildungsbetriebe, Schule, Prüflinge, Gleichbehandlungsprinzip und Bewertungskriterien sind schwierig.
Antwort/Empfehlung

Thema 30
Die gleiche Gewichtung der Prüfungsbereiche in der schriftlichen Prüfung entspricht in keiner Weise dem jeweiligen Unterrichtsvolumen, hier insbesondere bezogen auf den Bereich „Wirtschafts- und Sozialkunde.“ Weiter hat man den Eindruck, dass die Mathematik etwas in den Hintergrund getreten ist.
Antwort/Empfehlung

Thema 31
Die Bewertung der schriftlichen Prüfung wird seitens der Ausbildungsbetriebe und Schulen bemängelt. Es gibt keine Sperrfächer mehr, die Praxis zeigte, dass viele Prüflinge durch Rundungen knapp die Prüfung bestehen.
Antwort/Empfehlung

Thema 32
Es ist schwer nachvollziehbar, dass Prüflinge mit zweimal mangelhaft in der schriftlichen Prüfung bestehen können, eine Sperrfachregelung wäre angebracht.
Antwort/Empfehlung

Thema 33
Das die praktische Prüfung auch dann bestanden ist, wenn ein Arbeitsauftrag innerhalb der praktischen Prüfung mit der Note 6 bewertet wird, ist als unzulänglich anzusehen. Konkretere inhaltliche Vorgaben zu den einzelnen Prüfungsaufgaben wären sinnvoll, da jetzt die Prüfungsanforderungen zwischen den Industrie- und Handelskammern sicherlich sehr differenziert sind.
Antwort/Empfehlung

Thema 34
Der Zeitpunkt und die Inhalte der mündlichen Ergänzungsprüfung sind zu konkretisieren.
Antwort/Empfehlung



Antwort/Empfehlung zu den Themen 1 bis 3

Diese Feststellungen sollten Leitsätze für die Ausbildungsberatung und die Prüfungssachbearbeitung sein. Die Ausbildungsordnungen entsprechen dem was in der gastronomischen Praxis geschieht. Es können mehr Ausbildungsbetriebe ausbilden. Die Abschlussprüfung ist stets eine Momentaufnahme mit dem Versuch die Praxis abzubilden. Sie steht im Spannungsfeld zwischen Kosten und Ertrag. Wichtigster Faktor sind die Prüflinge. Sie sollen in einer fairen Prüfung, am Ende ihrer Ausbildungszeit, möglichst praxisnah zeigen können, dass sie in der Lage sind den erlernten Beruf auszuüben.
Es sollte wieder stärker darauf geachtet werden, dass es sich um eine Erstausbildung handelt. Folgt man den Gedanken derer, die das Berufsbildungsgesetz schufen und damit die Grundlage für die anerkannten Ausbildungsberufe legten, sollte ein Hauptschüler und eine Hauptschülerin in der Lage sein, im Dualen System eine Berufsausbildung zu machen, einen Facharbeiterabschluss zu erwerben und damit Basis für eine soziale abgesicherte Berufstätigkeit zu haben. Das bedeutet nicht, die Qualität außer Acht zu lassen.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 4 bis 10

Ob das „Handwerkszeug“ erlernt wurde ist im Rahmen der vorgegebenen Prüfungsaufgaben feststellbar. Wie in allen Ausbildungsordnungen, musste sich auch das Gastgewerbe diesen Aufgabenstellungen mit geschlossenen Handlungen stellen. In den Ausbildungsordnungen wird ausdrücklich gefordert, die Fertigkeiten und Kenntnisse so zu vermitteln, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit befähigt sind, die insbesondere selbständig Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Dies ist durch die Prüfung festzustellen.

Die komplexen Aufgaben beziehen sich ausdrücklich auf den Schwerpunkt der Ausbildung. Beim Restaurantfachmann ist das die Veranstaltungsorganisation, beim Hotelfachmann die Verkaufsförderung und bei den Fachkräften wahlweise der Service-, Küchenbereich oder Wirtschaftsdienst. Die Gestaltungsvielfalt ist sehr groß. Sie sollen nicht den Ausbildungsbedingungen jedes Ausbildungsbetriebes angepasst sein. Es wäre überlegenswert, alle Aufgaben zentral in eine Aufgabenbank einzustellen, um so aus den Erfahrungen anderer Regionen zu lernen. Langfristig wird der Aufwand neue Aufgaben zu erstellen reduziert, da erprobte Aufgaben aus der Bank nur zu modifizieren sind.

Von der Vorgabe der Ausbildungsordnung hinsichtlich der komplexen Prüfungsaufgaben kann nicht abgewichen werden. Es werden hier keine Diplomarbeiten verlangt. Eine Hotelfachfrau muss keineswegs eine Verkaufsstrategie entwickeln, es ist eine verkaufsfördernde Maßnahme zu planen.
Hier sollten die Prüfungsbereiche und Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammern mäßigend auf die Prüfungsausschüsse einwirken, die zu viel in diese Aufgabe hinein interpretieren.

Hierzu gehören auch regelmäßige Arbeitskreise und Lernortkooperationen. Insbesondere im Vorfeld der Prüfungen muss diese Aufgabenstellung besprochen und geübt werden. Das gilt auch für das sich daraus ergebene gastorientierte Gespräch. Damit eine fachliche, sachliche und objektive Bewertung der Prüfungsarbeiten verbessert werden kann, ist es dringend geboten, die Prüferinnen und Prüfer auf ihre verantwortungsvolle Prüfertätigkeit vorzubereiten und regelmäßig zu schulen. Da die drei Prüfungsgebiete gleichwertig nebeneinander stehen, kann auch ein schwächerer Auszubildender mit den beiden anderen Aufgaben ausgleichen.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 11 bis 13

Die Sachverständigen waren der Meinung keine Gewichtung vorzunehmen, da die drei Aufgaben, unabhängig von den Zeitvorgaben, als gleichwertig gesehen werden. Es gibt daher keine Gewichtungen bei der Bewertung der drei Prüfungsaufgaben. Die Einführung einer Gewichtung über die Musterniederschriften der GFI ist unzulässig. Die GFI hat nach mehrfachen Interventionen diese Niederschriften aus dem Verkehr gezogen.


Antwort/Empfehlung zu Thema 14

Es ist richtig, die bildungspolitische Forderung nach handlungsorientierten Prüfungen, mit den Elementen Planung, Durchführung und Kontrolle führen zu erhöhtem Korrekturaufwand. Als Prüfungszeit sind höchstens drei Stunden vorgesehen. Entsprechend den DIHK-Empfehlungen sollten die in Ausbildungsordnungen empfohlenen Höchstzeiten, nicht im Sinne der Kostensenkung unterschritten werden.
Wird die Ablauforganisation der Prüfung entsprechend gestaltet, z. B. komplexe Aufgabe erarbeiten lassen und während die Ergebnisse bewertet werden, die beiden anderen Aufgaben abwickeln, kann der Aufwand in Grenzen gehalten werden.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 15 bis 17

Die Frage zu welchem Zeitpunkt die praktische Prüfung stattfindet, kann nur regional entschieden werden. Bis auf wenige Ausnahmen liegen die schriftlichen Prüfungstermine einheitlich fest. Welche Lernziele im letztem Ausbildungsjahr, während der Sommerferien, effizient vermittelt werden, soll hier außerhalb der Betrachtung bleiben. Richtig ist, dass der Wegfall der mündlichen Pflichtprüfung zu erheblichen Einsparungen geführt hat. Geht man nur einmal von 20 Minuten für einen Prüfling aus, wendet ein mit drei Personen besetzter Prüfungsausschuss, bei 100 Prüflingen, 600 Stunden Prüfungszeit auf und rechnet sie mit allen Nebenkosten, mit ca. € 4.000,00 bis € 5.000,00 ab. Dabei sind die Kosten der IHK noch nicht berücksichtigt. Da das Prüfungsergebnis der schriftlichen Prüfung in der Regel sehr eindeutig feststand, konnte sich ein Prüfling bei entsprechender Gewichtung nur in ganz seltenen Fällen um eine Note verbessern.

Der Prüfungsausschuss kann mit dem Hinweis, dass eine mündliche Prüfung in Form des gastorientierten Gespräches, innerhalb der praktischen Prüfung stattfindet, motiviert werden. Der Prüfungsausschuss verliert nicht seine Chance, mündlich mit dem Prüfling zu kommunizieren. Diese Form der Prüfung entspricht auch der gastronomischen Praxis und dem Gesamtziel „Gästeorientierung“.

Wenn es um das Bestehen geht, gilt die Ergänzungsprüfung weiterhin. Das gilt auch bei offenen Prüfungsaufgaben.


Antwort/Empfehlung zu Thema 18

Eine Möglichkeit ist die hohe Zahl der Hotelfachleute, die meist über den Köchen liegt, zu nutzen. In der Vorbesprechung anstehender Prüfungen kann der Prüfungsausschuss motiviert werden, das Servieren von Speisen und Getränken als eine der beiden weiteren Prüfungsaufgaben zu beschließen. Weitere Möglichkeiten sind Berufsschüler der Abgangsklassen, Schüler aus berufsbildenden Schulen dieses Berufsfeldes oder Teilnehmer aus überbetrieblichen Bildungsmaßnahmen, zu Übungszwecken in den Service einzubeziehen.


Antwort/Empfehlung zu Thema 19

Über den Verlauf der Prüfung einschließlich der Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse ist eine Niederschrift zu fertigen. Das gastorientierte Gespräch ist ein Element innerhalb der praktischen Aufgaben. In dem Gespräch sollten zum Beispiel Bezüge zwischen Menüempfehlung und Gast hergestellt und in einem Bewertungsbogen festgehalten werden. Die Punktzahl ist in den Bewertungsbogen der Gesamtleistung übertragbar.


Antwort/Empfehlung zu Thema 20

Die Prüfungsordnung der IHK unterscheidet zwischen Prüfungsstück und Arbeitsprobe. Das Prüfungsstück ist unter Aufsicht anzufertigen. Die zuständige Stelle regelt im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss die Aufsichtsführung, die sicherstellen soll, dass der Teilnehmer die Arbeiten selbständig und nur mit erlaubten Arbeits- und Hilfsmitteln ausführt. Die Arbeitsprobe ist von mindestens zwei, nicht der gleichen Gruppe angehörenden Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu überwachen.

Die Ausbildungsordnung enthält an keiner Stelle den Begriff Arbeitsprobe. Verlangt wird ein gastorientiertes Gespräch. Ein solches Gespräch verläuft in der Praxis zwischen zwei Personen, dem Gastgeber und dem Gast.

Das gastorientierte Gespräch sollte daher wie ein Prüfungsstück behandelt und von einem Mitglied des Prüfungsausschusses geführt werden. Er hält es in einer Niederschrift fest, die Punktzahl wird in den, vom Prüfungsausschuss zu unterschreibenden Bewertungsbogen, übertragen.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 21 und 22

Die in den Verordnungen genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nachzuweisen. In den Ausbildungsordnungen sind die Anforderungen für die Zwischen- und Abschlussprüfung geregelt. Die Zwischenprüfungen sollen nach dem ersten Ausbildungsjahr stattfinden. Sie erstrecken sich auf die in der Anlage für das erste Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

Grundlage der Aufgabenerstellung sind, für die Industrie- und Handelskammern, die AkA-Prüfungsaufgaben einsetzen, Stoffkataloge. Hierin sind, gemäß den Vorgaben der Ausbildungsordnung, die entsprechende Lerninhalte des Ausbildungsrahmenplans und der schulischen Rahmenpläne, zu Prüfungsgebieten zusammengeführt.

Die praktischen Prüfungsaufgaben werden von den Prüfungsausschüssen entwickelt. Sie können nur Aufgaben im Rahmen der Vorgaben Ausbildungsordnung erarbeiten. Die Anforderungen für die praktischen Prüfungen sind jeweils beschrieben. Wenn Prüfungsausschüsse Aufgaben beschließen, die diese Rahmenbedingungen berücksichtigen, wird es keine Widersprüche geben. Verwaltungsrichter akzeptieren in der Regel die Fachkompetenz der Prüfungsausschüsse. Es ist kein Fall bekannt, in dem eine praktische Prüfungsaufgabe als mangelhaft erkannt und entsprechendem Widerspruch stattgegeben wurde.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 23 und 24

Diese Thematik beschäftigt die Industrie- und Handelskammern in allen neuen und neu geordneten Ausbildungsordnungen. Die Prüfung soll möglichst die betriebliche Praxis abbilden. Gleichzeitig wird gefordert, die Kosten zu senken. Immer weniger Personen sind bereit ehrenamtlich in Prüfungsausschüssen der IHK mitzuarbeiten, bzw. werden nicht in erforderlicher Menge von ihren Unternehmen dazu freigestellt. Die einheitlichen Grundvoraussetzungen sind in der Regel nur in einer einheitlichen schriftlichen Prüfung zu sichern. Die praktische Prüfung sollte regionale Besonderheiten berücksichtigen. Die Einheitlichkeit der praktischen Prüfung ist durch die Gleichbehandlung der Prüflingen hinsichtlich der Organisation, Durchführung und Bewertung, auf der Basis des Berufsbildungsgesetzes, der Prüfungsordnung und den Ausbildungsordnungen zu sichern. Ein einheitliches Prüfungsniveau wird nicht dadurch erreicht, dass persönliche Regeln und Erfahrungen zur Leitlinie der Bewertung gemacht werden. Bei der Bewertung der Prüfungsleistungen muss das oberste, gemeinsame Lernziel der Gästeorientierung ein wichtiges Kriterium sein.


Antwort/Empfehlung zu Thema 25

Die Befreiung von Prüfungsteilen bzw. –bereichen ist in der Prüfungsordnung einheitlich geregelt.

Feststellung des Prüfungsergebnisses:
Der Prüfungsausschuss kann bestimmen, dass in bestimmten Prüfungsfächern oder Prüfungsgebieten eine Wiederholungsprüfung nicht erforderlich ist.

Wiederholungsprüfung:
Hat ein Prüfungsteilnehmer bei nicht bestandener Prüfung in einem Prüfungsteil mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist dieser Teil auf Antrag des Prüfungsteilnehmers nicht zu wiederholen, sofern dieser sich innerhalb von zwei Jahren gerechnet vom Tage der Beendigung der nicht bestandenen Prüfung zur Wiederholungsprüfung anmeldet. Das gleiche gilt, wenn nach Bestimmung des Prüfungsausschusses in bestimmten Prüfungsfächern oder Prüfungsgebieten eine Wiederholung nicht erforderlich ist oder eine Befreiung von der Wiederholung des Prüfungsstückes ausgesprochen wurde.

Ausbildungsordnungen:
Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und schriftlichen Prüfung bzw. praktischen Übung und schriftlichen Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. In Verbindung mit der Prüfungsordnung bedeutet das, wenn ein Prüfling in der gesamten praktischen Prüfung oder praktischen Übung oder schriftlichen Prüfung die Note ausreichend hat, ist er auf Antrag zu befreien.
Hat ein Prüfling in einem der drei schriftlichen Prüfungsfächern oder Prüfungsgebieten (laut Ausbildungsordnung Prüfungsbereiche) die Note ausreichend, kann der Prüfungsausschuss bestimmen, dass eine Wiederholungsprüfung nicht erforderlich ist.

Hat ein Prüfling in den Berufen Hotelfachmann/-frau, Restaurantfachmann/-frau und Fachkraft im Gastgewerbe, in der komplexen Prüfungsaufgabe oder den zwei weiteren Prüfungsaufgaben (laut Prüfungsordnung Prüfungsgebiete) die Note ausreichend, kann der Prüfungsausschuss bestimmen, dass eine Wiederholungsprüfung nicht erforderlich ist.

Im Beruf Koch/Köchin gibt es nur eine praktische Prüfung. Hier kann nur auf Antrag des Prüflings, bei der Note ausreichend, befreit werden. Das gleiche gilt bei den Berufen Hotelkaufmann/-frau und Fachmann/-frau für Systemgastronomie für die praktische Übung.


Antwort/Empfehlung zu Thema 26

Für dieses Thema gibt es keine allgemeinverbindliche Antwort. Ob und wie eine integrative Prüfung möglich, überhaupt sinnvoll ist, hängt von vielen Rahmenbedingungen in einem IHK-Prüfungsbezirk ab. Die Zahl der Prüflinge in den sechs Berufen ist immer ungleich, sie schwankt über die Jahre extrem nach oben und unten, auch innerhalb der Berufe. Die Zahl der Prüfer, die Prüfungsorte, technischen Ausstattungen, der Materialeinsatz, die Kosten und nicht zuletzt die Sachbearbeitung innerhalb der IHK beeinflussen was geht und was nicht geht.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 27 bis 29

Die Gestaltung und der Ablauf der gastorientierten Gespräche und der praktischen Übungen erfordert eine gute Schulung der Prüfungsausschüsse. Diese IHK-Veranstaltungen wirken in der Regel motivierend auf die Prüfer/-innen. Die IHK muss eindeutige Vorgaben machen. Hierzu gehört die Zeitvorgabe für das Gespräch und die praktische Übung. Nach den Empfehlungen des DIHK sollten die in der Ausbildungsordnung vorgegebenen Höchstzeiten nicht voll ausgeschöpft, sondern unterschritten werden. Bei einem gut vorbereiteten, gezielten Gespräch würden bei den Köchen zum Beispiel 10 Minuten ausreichen, zumal das Gespräch hier ein Teil der komplexen Aufgabe und der Gesamtprüfungszeit ist.
Bei den Hotel- und Restaurantfachleuten sowie den Fachkräften genügen 15 Minuten, um festzustellen, ob die Prüflinge Leistungen anbieten und verkaufen können.

Bei den beiden kaufmännischen Berufen ist die praktische Übung ein eigenständiger Prüfungsbereich. Der in seiner Wertigkeit den praktischen Prüfungen der vier anderen Berufe entspricht. Die Aufgabenstellung ist hier anspruchsvoller, da die Prüflinge zeigen sollen, dass sie betriebliche und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, Problemstellungen bearbeiten sowie Gespräche systematisch und situationsbezogen vorbereiten und führen können. Die vorgegebene Höchstzeit von 30 Minuten ist hier angemessen.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 30 und 31

Mathematik wurde in die einschlägige Prüfungsgebiete integriert und wird im Zusammenhang mit praktischen Fällen aus allen Bereichen geprüft.
Der Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“ nimmt Bezug auf die übergreifenden Handlungsfelder:

- Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
- Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
- Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
- Umweltschutz.

Der AkA-Stoffkatalog, nach dem die Aufgabenerstellungsausschüsse die Prüfungsaufgaben erstellen (Ausnahme Baden-Württemberg und einige Industrie- und Handelskammern in Norddeutschland), nennt hierzu folgende Überschriften:

- Wirtschaftliche und rechtliche Grundfragen,
- Betrieb in Wirtschaft und Gesellschaft,
- Menschliche Arbeit in Betrieb,
- Berufsausbildung,
- Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz,
- Betriebliche Mitbestimmung,
- Sozialversicherung,
- Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit.

Die handlungsorientierten, programmierten Prüfungsaufgaben haben einen starken Bezug zur gastronomischen Arbeitswelt und bilden gut diese Themenkreise ab. Prüfungsfragen im Prüfungsgebiet Wirtschafts- und Sozialkunde sind so gestellt, dass nur ein zu den anderen Prüfungsgebieten gleichwertiges Basiswissen ihre Lösung ermöglicht. Dementsprechend muss das Prüfungsgebiet gleichgewichtet sein.


Antwort/Empfehlung zu den Themen 32 und 33

Die Statistik zeigt sehr seltene Fälle, in denen mit zweimal mangelhaft die Prüfung bestanden wurde. Das ist gewollt. Gleiches gilt für den Wegfall der Sperrfachregelung. Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit „ungenügend“ bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden. Auszubildende, die in der Abschlussprüfung mit zweimal mangelhaft in der schriftlichen Prüfung bestehen, haben auch den praktischen Teil bestanden. In der Regel im Bereich befriedigend bis ausreichend. Sie haben so einen beruflichen Abschluss mit dem sie arbeitsfähig und sozial gesichert sind. Wir kämpfen ständig darum, Schulabgängern mit praktischer Begabung Chancen am Ausbildungsmarkt zu bieten. Die Diskussion darüber, die Bestehungsregelung zu erschweren, ist in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar.


Antwort/Empfehlung zu Thema 34

Wurden in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit „mangelhaft“ und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend“ bewertet, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit „mangelhaft“ bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen.

Die mündliche Ergänzungsprüfung findet nach der schriftlichen Prüfung statt. Den Zeitpunkt regelt die zuständige Stelle im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss. Der Prüfling bestimmt den Prüfungsbereich. Hieraus ergeben sich die Inhalte der mündlichen Prüfung. Wählt zum Beispiel ein Prüfling im Beruf Restaurantfachmann den Prüfungsbereich Restaurantorganisation, kann der Prüfungsausschuss laut Ausbildungsordnung Fragen zu folgenden Gebieten stellen:

- Führen einer Station,
- Angebotserstellung und Kalkulation,
- Arbeitsplanung sowie
- Aufbau und Gestaltung von Angebotskarten.

Das Gleiche gilt für alle anderen Berufe der jeweiligen Prüfungsanforderungen. In der Regel hat der Prüfungsausschuss in der mündlichen Ergänzungsprüfung die Prüfungsakte mit den bearbeiteten, schriftlichen Aufgaben vorliegen. Aus der Verbindung von Prüfungsanforderung, Aufgabenerstellungen sowie der Lösungen ist die mündliche Prüfung abzuleiten.

 

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Sascha Sandner Aus- und Weiterbildung
Telefon: 069 2197-1446Fax: 069 2197-1396

IHK-Info-Video: Wie werden Sie Ausbildungsbetrieb?

Wie werden Sie Ausbildungsbetrieb? Dieser Film zeigt, welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, um Ihre Fachkräfte selbst ausbilden zu dürfen.

Deine Ausbildung in der hessischen Bauwirtschaft (INITIATIVE ZUKUNFT FACHKRAFT)

Aktuelle Lehrgangsveranstaltungen des IHK Bildungszentrums

Das IHK Bildungszentrum hat viele virtuelle Lernangebote geschaffen, um den Seminar- und Lehrgangsbetrieb aufrechtzuerhalten und wird dies in den kommenden Wochen weiterhin verfolgen.

Parallel wird eine stufenweise Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs geplant.