Themen zum Ausbildungsberuf Fachkraft im Gastgewerbe

Thema 1
Durch die Wahlmöglichkeit bei der komplexen Prüfungsaufgabe werden bei geringen Prüflingszahlen die einzelnen Prüfgruppen je Wahlaufgaben oftmals so klein, dass ein reibungsloser Prüfungsablauf sehr erschwert und der Prüfungsaufwand unverhältnismäßig groß wird.

Antwort/Empfehlung
 
Thema 2
Die komplexe Prüfungsaufgabe nach Wahl des Prüflings hat sich bewährt. Damit wird dem Ausbildungsschwerpunkt Rechnung getragen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Ausbildungsunternehmen dann vorrangig nur auf diesen Schwerpunkt konzentrieren. Oftmals treten bei diesen Prüfungsteilnehmern Probleme bei der Bearbeitung der weiteren Prüfungsaufgaben auf. Auch in diesem Beruf besteht die Gefahr der
„Vertheoretisierung“ der praktischen Prüfung.
Antwort/Empfehlung
 
Thema 3
Über die Prüfungsinhalte für den Schwerpunkt Wirtschaftsdienst sollte diskutiert werden. Die weiteren zur Auswahl stehenden Prüfungsaufgaben sind mit einem zu hohen Theorieanteil unterlegt. Entgegen der ursprünglichen Begründung, dass dieser Beruf vorrangig für mehr praktisch orientierte Auszubildende vorgesehen ist, erscheint das Anforderungsprofil sehr hoch.

Antwort/Empfehlung
 
Thema 4
Die komplexe Prüfungsaufgabe sollte gegenüber den beiden anderen Aufgaben höher gewichtet werden, da die Ausbildungsordnung hierfür einen höheren Zeitansatz vorsieht.

Antwort/Empfehlung
 
Thema 5
Es gibt keine genaueren Angaben über die Begriffe
„einfache Speisen“ und „Gastraum“. Die Prüfungsaufgaben sind in praktische Arbeiten schwer umsetzbar.
Antwort/Empfehlung
 
Thema 6
Prüfung findet ausschließlich als praktische Abschlussprüfung in den drei Schwerpunkten statt.

Antwort/Empfehlung
 
Thema 7
Ein Prüfling hat als komplexe Prüfungsaufgabe das anlassbezogene Herrichten eines Gastraumes gewählt. Er bestand die praktische Prüfung nicht. Macht er in der Wiederholungsprüfung die gleiche komplexe Aufgabe?

Antwort/Empfehlung



Antwort/Empfehlung zu den Themen 1 bis 3

Die Konzentration der Ausbildung auf den Wahlbereich der Prüfung ist gewollt. Der Gefahr, die anderen verpflichtend zu vermittelnden Inhalte nicht oder nicht ausreichend zu vermitteln, muss die Ausbildungsberatung entgegenwirken. Die Praxis zeigt, dass eine ausführende Erstberatung notwendig ist, in der die Zusammenhänge dieses Berufes, der Zielgruppe und den späteren Beschäftigungsmöglichkeiten herausgearbeitet werden. Die Aufgaben für diese Prüfungsaufgabe erstellen die Prüfungsausschüsse. Aus der Ausbildungsordnung ist keine „Vertheoretisierung“ abzuleiten. Hier besteht, wie bei den Ausbildungsbetrieben, Aufklärungsbedarf. Ganz problematisch ist, bei geringen Prüflingszahlen, die Fachkraft, je nach Wahl, den entsprechenden Prüfungsausschüssen der Berufe Hotel- und Restaurantfachmann/-frau oder Koch/Köchin zuzuordnen.


Antwort/Empfehlung zu Thema 4

Für den Monoberuf Fachkraft im Gastgewerbe sieht die Ausbildungsordnung als Anlage einen Ausbildungsrahmenplan vor. Der Prüfling hat die Möglichkeit aus den Varianten, die sich auf den Küchen- und Servicebereich sowie den Wirtschaftsdienst beziehen, eine auszuwählen. Eine Vertiefung der Ausbildung in einem dieser Bereiche, durch Ausnutzung der Flexibilitätsklausel in §9 der Verordnung, mit einem entsprechend gestalteten Ausbildungsplan unterstützt diese Wahl.


Antwort/Empfehlung zu Thema 5

Die Lernziele im Handlungsfeld Küchenbereich lauten:

b) Arbeitstechniken und Garverfahren zur Herstellung einfacher Speisen anwenden,
c) einfache Speisen unter Berücksichtigung der Rezeptoren, der Ernährungslehre und der Wirtschaftlichkeit zubereiten.

Es sind hierfür höchstens drei Stunden vorgesehen, die jedoch nach den Empfehlungen nicht voll genutzt werden sollten. Innerhalb dieser Zeit wird geplant, durchgeführt und präsentiert. Es sollten Speisen ausgewählt werden, an denen exemplarisch, die im Küchenbereich üblichen Grundarbeitstechniken, Garverfahren, Anrichteweisen und Zubereitungsarten gezeigt werden können. Die zur Verfügung stehende Zeit und geforderten Arbeiten schränken die Auswahl ein. Hierzu einige Beispiele:

- Tatarenfleisch,
- Rindfleischsalat,
- Italienischer Salat,
- Geflügelsalat,
- Wurstsalat,
- Matjescocktail,
- Heringssalat,
- Cocktails,
- Muschelsalat,
- gefüllte Tomaten,
- Rohkostsalate,
- Gemüsezubereitungen,
- Kartoffelzubereitungen,
- Obstzubereitungen,
- Joghurt, Quark, Käsezubereitungen,
- Frühstücksgerichte,
- Eierspeisen.

Die Lernziele im Handlungsfeld Wirtschaftsdienst lauten:

a) Gästeräumen angebots- und anlassbezogen herrichten,
b) Gästeräume reinigen und pflegen.

Der Wirtschaftsdienst umfasst alle Arbeiten, die dazu dienen, die den Gästen zugänglichen Räume und deren Einrichtung zu pflegen und für den jeweiligen Zweck herzurichten.
Dabei handelt es sich zum Beispiel um:

- Restaurantbereich, Gästeräume, Bars, Bistros, Cafés,
- Veranstaltungsräume, Seminarräume, Tagungsräume, Säle,
- Übernachtungszimmer,
- Aufenthaltsräume, Hallen, Treppen, Aufzüge, Flure, Sanitäreinrichtungen,
- Fitnessräume,
- Schwimmbäder, Duschen, Solarien, Trainingsräume,
- Präsentationsbereiche,
- Nebenräume aller Art.

Entsprechende Prüfungsaufgaben sind erstellbar. Empfehlenswert wäre eine zentrale Aufgabenbank.



Antwort/Empfehlung zu Thema 6

Eine kreative Idee, die der Zielsetzung dieses Berufsbildes entspricht. Rechtlich nicht angreifbar, wenn in dieser Prüfungsvariante alle Anforderungen der Ausbildungsordnung erfüllt werden.


Antwort/Empfehlung zu Thema 7

Der Prüfling hat sich zur Abschlussprüfung Fachkraft im Gastgewerbe angemeldet. Dabei traf er seine Wahl für die komplexe Aufgabe. Die Wiederholungsprüfung ist keine neue Prüfung. Der Prüfling hat daher keine Wahlmöglichkeit mehr, er macht die Wiederholungsprüfung mit einer neuen Aufgabe, aber im gleichen Gebiet.
 
 

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Sascha Sandner Aus- und Weiterbildung
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