Integration in die Arbeitswelt

Nach Schätzungen der Agentur für Arbeit finden Jahr für Jahr viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Die Zahlen sind zu relativieren, da die
Agentur für Arbeit kein Vermittlungsmonopol hat. Daher sind die Statistiken auf der Angebots- und Nachfrageseite nicht korrekt. Gleichzeitig bleiben betriebliche Ausbildungsplätze wegen mangelhafter Ausbildungsreife vieler Bewerber unbesetzt.

Die Wirtschaft kann nicht für das Versagen von Elternhäusern und Schulen verantwortlich gemacht werden. Sie vor allem sind in der Verantwortung die Jugendlichen ausbildungsfähig zu machen. Die Wirtschaft leistet ihren Beitrag zur Integration von Jugendlichen in Arbeit oder Ausbildung, wenn diese qualifizierungsfähig sind. Oberste Priorität hat die Vermittlung geeigneter Bewerber in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis. Nachvermittlungsaktionen haben in den letzten Jahren stets dazu geführt, dass der Kreis der Ausbildungsplatzsuchenden, bis zum Jahresende, deutlich verringert wurde und in der Regel alle ein geeignetes Angebot erhielten.

Die IHK wirkt im Netzwerk Jugend und Arbeit aktiv an der Integration von Schulabgängern in Arbeit oder Ausbildung mit. Zu den wichtigsten Elementen der Arbeit gehören die folgenden Teilprojekte.

Kontinuierliche Praxistage

Die Problematik lässt sich langfristig nur durch vorbeugendes Arbeiten lösen. Die Zielgruppe ist im wesentlichen in Schulen zu finden, die zum Hauptschulabschluss führen. Es gilt, spätestens ab Klasse 7, gezielt den Unterricht an dem Ziel auszurichten die Schüler in die Arbeitswelt zu integrieren. Die kontinuierlichen Praxistage sind ein erprobtes Konzept. Schulen die konsequent danach arbeiten steigerten den Übergang in Ausbildung von 10 auf, durchschnittlich 50 Prozent. Die IHK Frankfurt am Main betreut einen Arbeitskreis und moderiert die Weiterentwicklung des Projektes.

Qualifizierungsbausteine

Qualifizierungsbausteine werden den Jugendlichen angeboten, die nach Ende der allgemeinen Schulpflicht nicht in Arbeit und Ausbildung einmünden. Sie sind in der Regel nur bedingt ausbildungsfähig und benötigen eine Betreuung.

Um die Berufsorientierung zu fördern, wirkt die IHK Frankfurt am Main auf der Basis des Berufsbildungsgesetzes, bei der Entwicklung von Qualifizierungsbausteinen mit. Sie können auf ein spätere Ausbildung angerechnet werden oder erleichtern den Übergang in eine Beschäftigung. Betriebe stellen bei Bedarf Kapazitäten zur Verfügung, um Jugendliche an Arbeit oder Ausbildung heranzuführen.

Teilqualifikationen

Als weiteres Element, im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt, sind die Teilqualifikationen. In maximal sechs Monaten sind die Jugendlichen vier Tage pro Woche in einem Unternehmen. Die verbleibende Zeit dient der pädagogischen Betreuung, der Behebung von Leistungsschwächen sowie der Entwicklung von Sozialkompetenzen. Es werden überwiegend kleine und mittlere Unternehmen eingebunden, die bisher nicht ausgebildet haben. Wie beim kontinuierlichen Praxistag entsteht eine Bindung zwischen den Beteiligten.
Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main entwickelt das Angebot der Teilqualifikationen nach einem Pflichtenheft weiter. Die Ausbildungsberater motivieren die gewonnenen Unternehmen, die Jugendlichen bei Erfolg, in eine Ausbildung zu übernehmen. So entstehen neue Ausbildungsplätze.

Betreute Ausbildung

Um die Nachhaltigkeit zu sichern, ist es erforderlich, die Schüler beim
Übergang in und während der Berufsausbildung zu betreuen. Zur Komplettierung des Konzeptes ist es daher erforderlich, den allgemeinbildenden Schulen, die den kontinuierlichen Praxistag umsetzen, eine Personen zur Betreuung des Projektes zur Seite zu stellen. Dieser „Kümmerer“ ist in Absprache mit der Schulleitung, den Lehrkräften und allen anderen Beteiligten für folgende Aufgaben verantwortlich:
 
  • Aufbau und Pflege der Kontakte von Schulen und Unternehmen,
  • Betreuung der Schüler/-innen in den Praxisphasen,
  • Mitwirkung bei der Weiterentwicklung des Schulprogramms,
  • Betreuung der Schüler/-innen beim Übergang in die Berufsausbildung.
  • Betreuung der Schüler/-innen nach Ende der Schulzeit im Berufsausbildungsverhältnis.

Diese „Kümmerer“ sollten Personen sein, die vom Unternehmen als Fachkundige akzeptiert werden und möglichst keine Sozialarbeiter sind.
Eine anschließende Berufsausbildung sollte durch einen Träger, ähnlich der Ausbildungs-ARGE, begleitet werden. Damit wird dem Betrieb und dem Jugendlichen geholfen. Das Ausbildungsverhältnis verläuft stabil und einem Ausbildungsabbruch wird vorgebeugt.
Verknüpfung mit dem Förderkonzept der Bundesagentur für Arbeit

Das Förderkonzept der Bundesagentur für Arbeit beinhaltet verschiedene, auf den Einzelfall abgestimmte Qualifizierungsebenen. Dazu zählen die
 
  • Eignungsanalyse,
  • Grundstufe,
  • Förderstufe,
  • Übergangsqualifizierung,

Ziel der Grundstufe ist die Entwicklung der erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Aufnahme einer Arbeit oder Ausbildung.

Das Ziel der Förderstufe ist eine individuelle Verbesserung von beruflichen Grundfertigkeiten, die auf eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle vorbereiten. In die Förderstufe sind ausschließlich Teilnehmer aufzunehmen, die das Ziel der Grundstufe nicht erreicht haben.

Das Angebot der Übergangsqualifizierung richtet sich an Jugendliche, denen die Aufnahme einer Ausbildung (noch) nicht gelungen ist und deren Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen durch die weitere Förderung ihrer beruflichen Handlungsfähigkeit erhöht werden sollen. Ziel der Übergangsqualifizierung ist die Verbesserung der beruflichen Handlungskompetenzen insbesondere durch Vermittlung von ausbildungs- oder arbeitsplatzbezogenen Qualifikationen.

Zentrales Element der Grund- und Förderstufe sind Qualifizierungsbausteine. Sie sollen sich inhaltlich an Ausbildungsordnungen und Ausbildungsrahmenplänen orientieren. Sie müssen abprüfbar sein, bescheinigt werden und das Ergebnis des Qualifizierungsprofils beschreiben.

Ein Kernelement der Übergangsqualifizierung ist die betriebliche Qualifizierung.
Die Teilnehmer sollen eine gezielte Vorbereitung auf den Berufsalltag erhalten. Sie lernen Praxisfelder von Ausbildungsberufen, betriebliche Arbeitsbedingungen, Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern sowie Technologien und Arbeitsfelder kennen.

Hieraus ergeben sich die IHK anerkannte Qualifizierungsbausteine im Bereich der Grund- und Förderstufe zum Einsatz kommen. Die IHK-Teilqualifiationen entsprechen dem Anspruch der Übergangsqualifizierung.

An der Realisierung dieser Ziele wirkt die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main mit. Eine Grafik des Konzeptes zur Integration in die Arbeitswelt haben wir als
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Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Florian Richterich
Telefon: 069 2197-1319

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Wie werden Sie Ausbildungsbetrieb? Dieser Film zeigt, welche fachlichen und persönlichen Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, um Ihre Fachkräfte selbst ausbilden zu dürfen.

Mitarbeiterförderung durch die IHK-Weiterbildungsberatung

Aktuelle Lehrgangsveranstaltungen des IHK Bildungszentrums

Das IHK Bildungszentrum hat viele virtuelle Lernangebote geschaffen, um den Seminar- und Lehrgangsbetrieb aufrechtzuerhalten und wird dies in den kommenden Wochen weiterhin verfolgen.

Parallel wird eine stufenweise Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs geplant.