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Ausschuss Bildungswirtschaft
Bildung ist Dienstleistung

Die IHK Frankfurt war bundesweit die erste IHK, die den Interessen der Bildungswirtschaft mit der Einrichtung eines eigenen Ausschusses Rechnung getragen hat. Denn Bildung ist nicht nur Allgemeingut, sondern auch Wirtschaftsgut.

Allein im Bezirk der IHK Frankfurt sind rund 2 300 Gewerbetreibende angesiedelt, die als Geschäftszweck Aktivitäten in der Aus- und Weiterbildung und im Schulungsbereich angeben. Es sind Unternehmungen in Form von Aktiengesellschaften und GmbHs, aber auch viele Kleingewerbetreibende, selbst Einzelpersonen, die neben den Bildungseinrichtungen von politischen Organisationen, gemeinnützigen Einrichtungen, Gewerkschaften und Volkshochschulen im Bildungsgeschäft unterwegs sind. Mit dem Ausschuss Bildungswirtschaft hat die Industrie- und Handelskammer Frankfurt als erste deutsche IHK die Notwendigkeit aufgegriffen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft auch als Anbieter von Bildungsdienstleistungen und -produkten wahrzunehmen und den Interessen der Bildungswirtschaft Gehör zu verschaffen.

Öffentlichkeitswirksame Aktivitäten im Fokus
Die gemeinsamen Anliegen dieser Unternehmen wurden Anfang 2003 in einem Arbeitskreis gebündelt, der Mitte 2004 zur Konstituierung des IHK-Ausschusses Bildungswirtschaft mit Sitz von zwei Vertretern in der IHK-Vollversammlung führte. Neben der Stärkung des regionalen Austausches und der Identifikation als Gremium von Dienstleistern mit gemeinsamen Interessen stehen öffentlichkeitswirksame Aktivitäten im Fokus der Ausschussarbeit. Mit der „Langen Nacht des Lernens“ wurden Mitarbeiter von Unternehmen für Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen sensibilisiert. In Zusammenarbeit mit den Auslandshandelskammern wird das Potenzial neuer Märkte für Aus- und Weiterbildung „Made in Germany“ in den Fokus genommen. Besonderes Augenmerk wird den bildungspolitischen Weichenstellungen in der EU gewidmet: Die Entwicklungen zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF), der zum Ziel hat, beruflich erworbene Kompetenzen europaweit transparent zu machen, wie auch das darauf aufbauende europäische Leistungspunktesystem (ECVET) bilden für die Bildungswirtschaft wichtige Eckpunkte, die auch auf die Angebote Einfluss nehmen werden. Spätestens seit Bologna ist jedem der Einfluss europäischer Bildungspolitik bewusst geworden.

Wesentlich ist der Blick nach Hessen und in die Region: Die Hessencampus-Idee der Landesregierung wurde in 16 Regionen in Angriff genommen. Volkshochschulen, Abendschulen und Berufliche Schulen beraten an runden Tischen über gemeinsame Aktivitäten zum Wohle der Bildung. Bereits Anfang 2007 hat der IHK-Ausschuss Bildungswirtschaft in einer Stellungnahme Pro und Kontra formuliert: Prinzipiell werden die Bestrebungen der hessischen Landesregierung unterstützt, durch Modelle der Selbstorganisation und Selbstverantwortung in öffentlichen Bildungseinrichtungen zu einer Verbesserung der Bildungsqualität beizutragen. Allerdings wird es kritisch, wenn durch die Einrichtung von regionalen Hessencampus-Initiativen neue Strukturen im Bildungsbereich geschaffen werden, die in den funktionierenden pluralen Bildungsmarkt eingreifen und festgelegte Zuständigkeiten außer Acht lassen, besonders wenn diese Strukturen mit Landesmitteln unterstützt werden. Die Unternehmen der Bildungswirtschaft melden sich in den Regionen und über den IHK-Ausschuss zu Wort und fordern ein, die Belange und Interessen dieses Wirtschaftszweiges zu berücksichtigen.

Transparente Qualitätssicherung für Weiterbildungsangebote
Unterstützt werden die bildungspolitischen Instrumente, die vom hessischen Wirtschaftsministerium geschaffen wurden, um einen hohen Standard bei der Qualität von Bildungsdienstleistungen zu sichern und die berufliche Weiterbildung in KMUs zu fördern. Mit dem Qualitätssiegel des Vereins Weiterbildung Hessen wurde, auf Initiative der IHK Frankfurt, Qualitätssicherung für Weiterbildungsangebote auf einen Standard gebracht, der das Bildungsgeschäft für Kunden und anbietende Unternehmen transparent macht. Der für kleine und mittelständische Unternehmen in Hessen aufgelegte Qualifizierungsscheck unterstützt die Weiterbildung von an- und ungelernten Mitarbeitern und von älteren Arbeitnehmern. Damit setzt die hessische Landesregierung ein wichtiges Signal in Richtung Qualifizierungsoffensive, das durch Beratungsleistungen der IHK flankiert wird.

Die IHK-zugehörigen Bildungsunternehmen werden auch die künftigen bildungspolitischen Weichenstellungen in Hessen aufmerksam beobachten und sich insbesondere dann zu Wort melden, wenn der Wettbewerb im pluralen Bildungsmarkt gefährdet ist. Daher sind die Hessencampus-Aktivitäten kontinuierlich auf der Ausschuss-Agenda: Bestrebungen hinsichtlich Effizienz und Qualitätssicherung werden begrüßt, kritische Stellungnahmen bleiben nicht aus, wenn die Projektmittel nicht zielführend eingesetzt werden. Die Ausschussarbeit wird genauso die Ende 2011 anstehenden Novellierungen des Hessischen Weiterbildungsgesetzes und des Bildungsurlaubsanspruchs unter die Lupe nehmen. Der Bildungsausschuss beschäftigt sich auch bereits heute mit den Folgen der demografischen Entwicklung. Eine älter werdende Erwerbsbevölkerung und das Fehlen geeigneter Nachwuchskräfte könnte nach der Krise zu einem Problem anwachsen, wenn Fachkräfte fehlen. Nicht umsonst ist die Stärkung von Europa als „Bildungsmetropole Nummer eins weltweit“ erklärtes Ziel aller europäischen Länder. Bis dieses Ziel erreicht ist, gibt es noch viel zu tun.
    

Autor
Dr. Udo Lemke
Vorsitzender Ausschuss Bildungswirtschaft
IHK Frankfurt und
Geschäftsführer
Provadis Partner für Bildung und Beratung
Frankfurt
 
 
IHK WirtschaftsForum
März 2010
ausschuss-bildungswirtschaft





















Die Mitglieder: 1 Jens Bockemühl, XBo; 2 Dr. Udo Lemke, Provadis Partner für Bildung und Beratung; 3 Rüdiger Rettberg, Arenalingua; 4 Wilhelm Engel, Königsteiner Akademie; 5 Heinz Rehberg, AEG Signum; 6 Walter Gute, IHK Frankfurt; 7 Dr. Karlheinz Krug, TÜV Rheinland Akademie; 8 Oliver Horn, Hartnack Akademie; 9 Claudia Welker, DGQ Weiterbildung; 10 Matthias Hischer, MC Solution; 11 Andreas Kappel, SWA Steuer- und Wirtschafts-Akademie ZN Frankfurt; 12 Rainer Juretzek, Europäische Akademie für Finanzplanung; 13 Heidrun Reul, Deutsches Institut für Betriebswirtschaft (DIB); 14 Petra Weigand-Datz, Schule

für Touristik Weigand; 15 Sascha Gutzeit, RKW Hessen; 16 Gerda Meinl-Kexel, Accadis Bildung; 17 Claus Arwed Lauprecht, Europäisches Bildungswerk für Wellness & Gesundheit <br> <br> Dem Ausschuss gehören außerdem an: Elisabeth Maria Artner-Peil, Artner Seminare und Reisen; Werner Bauer, Bildungszentrum Bauer; Achim Brand, Brand EDV Training; Thorsten Heil, BME Akademie; Holger Müller, BZ Bildungszentrum des Hessischen Handels; Dr. René G.Schwarz, Inlingua Sprachschule Frankfurt; Karl-Ulrich Schweizer, Netucate Systems; Lars Walter, Kumon Deutschland.

Foto: Jochen Müller
 

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