Kongresse: Botschafter für Frankfurt

Tagungen und Kongresse sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Immerhin resultierten im vergangenen Jahr knapp ein Viertel der insgesamt 1,35 Millionen Übernachtungen in Frankfurt aus dieser Sparte. Der Gesamtumsatz der Tagungswirtschaft lag in der Mainmetropole in 2010 bei rund 522 Millionen Euro. Beachtliche Zahlen, gleichwohl sind die Potenziale bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Und hier kommen die Kongress-Botschafter ins Spiel: Ziel dieser Initiative ist es, Frankfurt mithilfe dieser Persönlichkeiten als Kongress- und Tagungsdestination zu positionieren und für Veranstaltungen in der Mainmetropole zu werben.
 

„Die Bandbreite der Möglichkeiten ist enorm, sie reicht von kleinen Seminaren bis zu mehrtägigen Großkongressen“, sagte Wirtschaftsdezernent Markus Frank bei der Verleihung der Ernennungsurkunden an die ersten Kongress-Botschafter im Römer. „Für die Botschafter ist es eine Herzensangelegenheit, sich für die Stadt Frankfurt einzusetzen, sie transportieren Emotionen.“ Insofern komme ihnen eine wichtige Multiplikatorenrolle in ihren Branchen und Verbänden zu.
 

Der größte Umsatz der Tagungsindustrie resultiert aus Großkongressen. Um dieses Veranstaltungssegment zu verstärken, wurde der städtische Kongressmarketing-Etat aufgestockt und mit dem Frankfurt Convention Bureau im vergangenen Jahr ein neuer Geschäftsbereich der Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt eingerichtet. „Uns war es wichtig, das Marketing in den wichtigsten Quellmärkten und Kernbranchen – wie Finanzen, Kommunikation und Medizin – zu intensivieren“, betonte Frank. Das Büro kümmert sich professionell um die Akquise von Großkongressen. Es unterstützt aber auch Unternehmen und Verbände, wenn es darum geht, sich um Kongresse zu bewerben oder Events zu organisieren.
 

Die vier Botschafter-Pioniere sind Claus Fischer, Geschäftsführer, Voss & Fischer, Frankfurt, sowie Dr. Stephan Vogel, Geschäftsführer, Ogilvy & Mather, Frankfurt. Die beiden Vorstandsmitglieder des Art Directors Club (ADC) waren maßgeblich daran beteiligt, dass der bedeutendste deutsche Kreativevent, das ADC-Festival, von Berlin abgewandert und von 2010 bis 2012 in Frankfurt beheimatet ist. Weitere Kongress-Botschafter sind Prof. Ulf Müller-Ladner, Leiter der Abteilung Rheumatologie und klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim, und Prof. Manfred Kaufmann, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Goethe-Universität. Müller-Ladner setzt sich dafür ein, dass Frankfurt den Zuschlag für den europäischen Rheumatologenkongress 2017 bekommt. Kaufmann hingegen ist der Routinier im Kreise der neu ernannten Kongress-Botschafter. Als Mitglied in internationalen Gesellschaften und Arbeitsgemeinschaften hat er schon viele Events in die Mainmetropole geholt. So findet unter anderem dank seines Engagements der Kongress für Gynäkologie und Geburtshilfe seit vielen Jahren regelmäßig im Congress Center Frankfurt statt. Er versprach, sich auch dafür einzusetzen, einen großen Kongress, der für die nächsten drei Jahre schon fest außerhalb von Frankfurt gebucht ist, in die Mainmetropole zu holen.
 

Initiator des Projekts ist Thomas Hilberath, General Manager des Hotels Intercontinental. In einer von ihm geleiteten Arbeitsgruppe des Tourismusausschusses der IHK Frankfurt konkretisierte sich die Idee des Frankfurter Kongress-Botschafters. „Frankfurt wird oft als eine Dienstag-Mittwoch-Donnerstag-Stadt empfunden, die vor allem vom Geschäftstourismus lebt“, sagte Hilberath. Die Mitglieder des Ausschusses hätten daher intensiv überlegt, wie aus Frankfurt eine „Fünf- oder Sechs-Tage-Stadt“ werden könnte – und dies funktioniere hauptsächlich über Tagungen und Kongresse. Frankfurt verfüge über eine Vielzahl an Unternehmern und Managern, die sich aufgrund ihrer Erfahrungen und ihres Einflusses als Botschafter engagieren und die Stadt mit ihren herausragenden Verkehrsanbindungen und Locations als idealen Standort für Tagungen und Kongresse ins Gespräch bringen können. „Die müssen schließlich nicht immer in München oder Berlin stattfinden“, meinte Hilberath. Er ist überzeugt: „Wer hier einen Kongress gemacht hat, kommt gerne wieder – denn Frankfurt ist mehr als nur die Skyline.“
 

Das Projekt Frankfurter Kongress-Botschafter wird gemeinsam von Congress Frankfurt / Messe Frankfurt Venue, Frankfurt Convention Bureau, Frankfurter Hotellerie und IHK Frankfurt getragen. Die Kooperationspartner entscheiden über die Auswahl der Botschafter, die zunächst für zwei Jahre ernannt werden. Bewerben können sich Unternehmer oder Manager, deren beruflicher Mittelpunkt in FrankfurtRheinMain liegt und die eine einflussreiche Stellung innerhalb des Unternehmens, ihrer Branche oder eines Verbands haben. Idealerweise haben sie in der Vergangenheit schon Kongresse in Frankfurt etabliert oder einzelne Veranstaltungen organisiert. Zudem sollten sie selber regelmäßig an Meetings, Konferenzen oder Kongressen teilnehmen. Was aber vor allem zählt: Die Botschafter sollten die Stadt Frankfurt aus Überzeugung und mit Begeisterung repräsentieren.

 

 

 

 

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Von links: Thomas Feda, Geschäftsführer, Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt, Prof. Ulf Müller-Ladner, Leiter Abteilung Rheumatologie, Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim, Dr. Stephan Vogel, Geschäftsführer, Ogilvy & Mather, Frankfurt, ADC-Vorstand, Markus Frank, Wirtschaftsdezernent, Frankfurt, Prof. Manfred Kaufmann, Direktor, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum der Goethe-Universität, Claus Fischer, Geschäftsführer, Voss & Fischer, Frankfurt, ADC-Vorstand, und Thomas Hilberath, General Manager, Hotel Intercontinental, Frankfurt.
 

 

 

Autorin

Petra Menke

Chefredakteurin

IHK WirtschaftsForum, Unternehmermagazin der IHK Frankfurt

p.menke@frankfurt-main.ihk.de


 

Foto: Markus Goetzke
 

IHK WirtschaftsForum
November 2011

 

 
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