Faszination Taunus
Ob Hessenpark, Saalburg, Freizeitpark Lochmühle oder Opel-Zoo: Die Destination Taunus profitiert besonders von Tagestouristen

Der Tourismus ist für den Taunus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mit einem neuen Logo und einem verstärkten Marketing wird die Destination Taunus intensiv beworben. Der Taunus Touristik Service organisiert als Verein mit einem Werbeetat von rund 480 000 Euro die Fremdenverkehrswerbung für 31 Mitgliedskommunen aus den beiden Taunus-Landkreisen und der Wetterau.

Ein außergewöhnlich großes Potenzial liegt im Tagestourismus. Nach den Studien des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts (DWIF) berechnet sich die Anzahl der Tagesgäste aus den Übernachtungen mal dem Faktor zehn. So ergeben sich für den Taunus aus 2,76 Millionen Übernachtungen rund 28 Millionen Tagesgäste pro Jahr. Durchschnittlich gibt dabei jeder Tagesbesucher 30 Euro aus, die Bruttowertschöpfung liegt damit bei rund 840 Millionen Euro. Von diesen Umsätzen partizipiert am meisten das Gastgewerbe (65 Prozent oder 546 Millionen Euro), dann mit weitem Abstand das Dienstleistungsgewerbe (22 Prozent oder 185 Millionen Euro) und der Einzelhandel (13 Prozent oder 109 Millionen Euro). Auch die Erhebungen zu den Arbeitsplätzen unterstreichen die Bedeutung des Tagestourismus. Das DWIF geht davon aus, dass 8 000 Tagesgäste einen Arbeitsplatz ermöglichen. Bei 28 Millionen Tagesgästen würde dies 3 500 Arbeitsplätze durch den Tagestourismus bedeuten.

Unter den Gästen im Taunus sind viele Familien mit Kindern. Einige Orte sind wie gemacht für Kinder, vor allem im Usinger Land. Der Hessenpark, die Saalburg, die Lochmühle oder im Vordertaunus der Opel-Zoo gehören zu den Attraktionen. So hat das Freilichtmuseum Hessenpark Extra-Familientage angeboten und sein theaterpädagogisches Angebot erweitert. Die gespielten Führungen etwa mit „Rudi, dem Landbriefträger“ oder dem „Kräuterweiblein Marie“ kamen besonders gut an, ebenso wie der Museums-Theatertag im Sommer.

Fotografier- und Experimentierkurse für Kinder waren in der Regel ausgebucht, die Ferienprogramme mussten auf die Herbstferien ausgeweitet werden. Ausgeweitet hat das Freilichtmuseum die Zusammenarbeit mit den Hanauer Märchenfestspielen, die für drei Aufführungen die historischen Bauten nicht nur als Kulisse nutzen, sondern sie auch bespielen. Dazu kommen täglich wechselnde Handwerksvorführungen als Bestandteil des Museumsprogramms. Mit 180 000 war die Besucherzahl im vergangenen Jahr jedoch rückläufig. Dazu kamen weitere 85 000 Besucher, die ohne Museumseintritt eine der Veranstaltungen auf dem Marktplatz besuchten.

Ausflugsziel Hessenpark belegt hierzulande 2. Rang
Damit liegt das hessische Freilichtmuseum bundesweit auf Platz zwei hinter den Schwarzwälder Vogtsbauernhöfen. Auch wenn im Hessenpark noch bis ins Jahr 2012 gebaut wird, so hofft die Geschäftsführung dennoch, dass die Besucherzahlen schon in diesem Jahr wieder steigen werden. Denn die größten Einbrüche in 2008 gab es im März und April, als der Weg zu den Häusern von Lahn und Dill der Baugruppe Mittelhessen aufgerissen und Kanalrohre verlegt wurden. Bisher wurden im Hessenpark rund 100 Gebäude aufgebaut, etwa genauso viele lagern in den Beständen des Museums. Die Kosten für den Aufbau eines Hauses liegen bei rund 500 000 Euro.

Im Römerkastell Saalburg liegt der Anteil der Kinder an den Besucherzahlen bei über einem Drittel. Mit einer Gesamtbesucherzahl von rund 138 000 wurden allerdings auch hier die Erwartungen nicht erfüllt. Dies ist nicht nur auf schlechtes Wetter zurückzuführen, sondern auch auf die aus Kostengründen reduzierte Anzahl der publikumswirksamen Aktionstage. Allerdings stieg der Anteil der Besucher, die zusätzlich zur Besichtigung gezielt Veranstaltungen mit qualifizierter Betreuung nachfragten.

In 2 650 Veranstaltungen wurden – eine durchschnittliche Beteiligung von 20 Personen angenommen – gut 38 Prozent der Besucher von Mitarbeitern betreut, zum Beispiel bei Führungen oder bei Aktivprogrammen. Veranstaltungen, die Kultur und Kulinarisches miteinander verbanden, waren ausgebucht, die Belegung der Taberna für private Feste und Firmenfeiern stieg. Auch für dieses Jahr gibt es ein umfangreiches Programm mit Familientagen, Führungen, Ausstellungen und Vorträgen. Der Ausbau des Saalburgmuseums zu einem archäologischen Park wird in diesem Jahr wohl vollendet. Aus Eintrittsgeldern steuert die Saalburg rund 650 000 Euro bei, der Zuschuss des Landes Hessen beträgt 500 000 Euro.

Elefanten sind die Attraktion im Opel-Zoo
Direkt am Limes liegt der Freizeitpark Lochmühle, wo vom Frühling bis zum Herbst Familien mit ihren Kindern nach Herzenslust herumturnen, Tiere streicheln, grillen oder Trecker fahren können. Mit gut 250 000 verkauften Karten erreichte die Lochmühle ihr Besucherziel. Dabei liegt die tatsächliche Besucherzahl höher, denn in den 250 000 sind auch Dauerkarten enthalten, deren Besitzer mehrfach kommen. Die meisten Besucher kommen zwar aus dem Hochtaunuskreis und den umliegenden Kreisen. Doch auch Bewohner aus Baden-Württemberg und dem Siegerland kommen nach Wehrheim, wobei eine Stunde Fahrtzeit in Kauf genommen wird. Fünf bis sechs Stunden halten sich die Besucher in der Regel im Park auf. Während der Saison sind hier 25 Mitarbeiter sowie 50 Aushilfen beschäftigt, nach Parkschließung sind im Winter 15 Mitarbeiter in dem Freizeitpark beschäftigt.

Zu den Attraktionen des Vordertaunus gehört der 1956 gegründete Opel-Zoo in Kronberg. Auf rund 27 Hektar leben mehr als 1 400 Tiere in 200 Arten. Darunter sind auch die einzigen Elefanten in einem hessischen Tiergarten, die als Attraktion des Opel-Zoos Besucher sogar aus bis zu 150 Kilometern Entfernung anreisen lassen. Mit seinen rund 700 000 Besuchern im Jahr zählt der Opel-Zoo zu den am besten besuchten Freizeiteinrichtungen in Hessen. Mit 22 000 pädagogisch betreuten Besuchern gehört der Kronberger Tiergarten zu den bestgenutzten außerschulischen Lernorten in Hessen. Fast 450 000 Besucher kommen jährlich, wovon rund 13 000 im Besitz einer Einzel-Jahreskarte sind. Der Opel-Zoo gehört mit 48 festen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern zu den großen Arbeitgebern Kronbergs. Dazu kommt die verpachtete Ausflugsgastronomie im Zoo mit weiteren 35 Arbeitskräften. Der ausschließlich privat finanzierte Zoo erwirtschaftete von1999 bis 2007 ein Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro, 2008 kamen weitere zwei Millionen hinzu. Zahlreiche Neubauprojekte wurden realisiert, darunter die Zooschule, der Streichelzoo, die Afrika-Savanne und die Känguru-Anlage. Für ein modernes Elefantenhaus sind knapp 13 Millionen angesetzt; dieses Bauvorhaben soll durch Spenden finanziert werden. Viele der Besucher sind nicht nur als Tagestouristen im Zoo und den umliegenden Orten, sondern übernachten auch im Taunus. Beide Besuchergruppen stärken somit auch den Einzelhandel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe der nahen Taunusgemeinden.

Kulturell hat der Taunus ebenfalls viel zu bieten. Vor allem im Sommer locken die Aufführungen verschiedener Freilichttheater. Die Burgen von Eppstein, Königstein oder auch Kronberg locken nicht nur mehrere Tausend Gäste jeden Sonntag in den Taunus, sondern Konzerte, Burgfestspiele oder Ausstellungen gehören zum festen Kulturangebot und fördern den Fremdenverkehr.     


Udo Schweickhardt
IHK Frankfurt am Main
Geschäftsstelle Bad Homburg

Links

Freilichtmuseum Hessenpark: www.hessenpark.de
Römerkastell Saalburg, Archäologischer Park: www.saalburgmuseum.de
Freizeitpark Lochmühle: www.lochmuehle.de
Opel-Zoo: www.opel-zoo.de
Taunus Touristik Service: www.taunus-info.de

IHK WirtschaftsForum
Oktober 2009