Informationen und Tipps für Gastronomie und Handel zur Bewältigung der Krise

Der Handel und das Gastgewerbe sind durch die Corona-Krise besonders stark betroffen. Die folgenden Ideen können Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, Ihre Liquidität zu sichern und in diesen Zeiten Ihre Mitarbeiter und Kunden zu binden. Ob und welche der Maßnahmen sich für Ihr Unternehmen eignen, liegt selbstverständlich in Ihrem Ermessen.

Wiedereröffnung der Gastronomie

 

  • Hotels und Gastronomiebtriebe dürfen ab dem 15. Mai 2020 in Hessen wieder Gäste empfangen. HIER finden Sie einen Leitfaden zur Widereröffnung der Gastronomie, den der DEHOGA herausgegeben hat.

 

Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten

 

Übernachtungsbetriebe dürfen ab Samstag, 27. Juni, keine Reisenden aufnehmen, die aus Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko kommen. Als Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko gelten Regionen, in denen in einer Zeitspanne von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind.

Auflistung der Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko und Beherbergungsverbot des Hessischen Sozialministeriums

 

Ausnahmen:

Nicht betroffen von dieser Regelung sind Personen, die einen ärztlich attestierten negativen Corona-Test vorlegen können. Dieser darf nicht älter als zwei Tage sein. Ausnahmen gibt es auch für Personen, deren Aufenthalt zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst ist oder die einen sonstigen triftigen Grund haben. Hierzu zählt beispielsweise der Besuch eines engen Familienangehörigen oder Lebenspartners.

 

Pflicht zur Datenerfassung der Kunden in der Gastronomie

 

Um die Nachverfolgung von Infektionen zu ermöglichen, müssen bei Verzehr vor Ort nach § 4 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung des Landes Hessen Daten der Gäste zwingend erfasst werden. Dies gilt sowohl für den Innen-, als auch für den Außenbereich! Hier können Sie sich eine Vorlage zur Erfassung Ihrer Gäste herunterladen: Erfassungsformular für die Gastronomie 

 

Stadt Frankfurt unterstützt Gastwirte: Mehr Flächen für die Außengastronomie

 

Die Stadt Frankfurt erlaubt temporär die Nutzung größerer öffentlicher Flächen durch Betriebe mit bereits bestehender Außengastronomie. Zudem sind genehmigte Außenbewirtschaftungen ohne Antrag und ohne zusätzliche Kosten zwei Monate länger gültig. Die Auflagen zur Erweiterung Ihrer Außengastronomie finden Sie in diesem Informationsblatt. Weitere Informationen auf der Website des ASE: www.ase-frankfurt.de

 

Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen in Unternehmen

 

Hierzu alle Informationen hier

 

Mitarbeiter

 

  • Beantragen Sie für Ihre Mitarbeiter Kurzarbeitergeld über die Bundesagenturen für Arbeit. Momentan geht eine telefonische Abwicklung am schnellsten: Infos über den erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier.
  • Ihre Mitarbeiter können trotz Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit ausüben. Diese muss zwar versteuert werden, erhöht aber insgesamt das Einkommen des Mitarbeiters. Wenn die Nebentätigkeit schon vor Beginn der Kurzarbeit durchgeführt wurde, ergeben sich keine Auswirkungen, erfolgt also keine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld. Nehmen Beschäftigte während des Bezugs von Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit auf, wird das daraus erzielte Entgelt auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, denn es liegt eine Erhöhung des tatsächlichen erzielten Entgelts vor.

 

Ware

 

  • Nehmen Sie Kontakt mit Ihren Lieferanten auf um die Warenmenge auf den momentanen Bedarf abzustimmen. Bei der Übergabe sind ebenfalls die gültigen Hygieneregeln zu beachten: Tipps hierzu finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Möglicherweise können Sie Waren retournieren, um das Einkaufslimit bei einem Lieferanten zurückzuerhalten.
  • Versuchen Sie mit Ihren Lieferanten Valuta zu vereinbaren und erhalten Sie so einen Zeitplan für Ihre finanziellen Belastungen.
  • Wenn Sie ein Warenmanagement für Lieferanten nutzen, sollten Sie verhindern, dass ungefragt Ware nachgeliefert wird.
  • Ordern Sie vorausschauend für die zweite Jahreshälfte. Berücksichtigen Sie mögliche Lieferengpässe. Zu geringe Bestellungen könnten dazu führen, dass Sie zu wenig Ware haben.
  • Berücksichtigen Sie "Never-Out-of-Stock"-Systeme und reduzieren Sie Ihre Mindestmengen.
  • Um die Versorgung  der Menschen sicherzustellen, ist bis zum 15. Mai 2020 die Anlieferung in der Nacht grundsätzlich zulässig. Ein auf den Einzelfall bezogener Antrag ist nicht erforderlich. Nichtdestotrotz raten wir den Lebenmittelmärkten, geeignete Absprachen mit dem Lieferverkehr zu treffen, um Lärmbelästigungen auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Kosten

 

 

  • Allgemein: Gehen Sie die Kosten anhand Ihres Finanzplans durch und schauen Sie nach Möglichkeiten, Kosten einzusparen. Werbemaßnahmen, Events, Renovierungen, verschiebbare Instandhaltungsmaßnahmen etc.
  • Miete: Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vermieter, um nach einer Stundung oder gar Reduzierung der Miete zu fragen. Sonderregelungen zu Mietverhältnissen während der Zeit der Corona-Pandemie werden gerade auf Bundesebene verhandelt. Erklären Sie Ihrem Vermieter, dass in der momentanen Lage keine neuen Mietabschlüsse möglich sind und auch zukünftig insbesondere Einzelhandelsflächen geringe Nachfrage haben werden. Für Mietverhältnisse wird das Recht der Vermieter zur Kündigung von Mietverhältnissen eingeschränkt. Dies gilt sowohl für Wohn- als auch für Gewerberaummietverträge. Wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 dürfen Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibt im Gegenzug im Grundsatz bestehen. (Für Unternehmen in Frankfurt: Mieter und Pächter städtischer Liegenschaften können beim Amt für Bau und Immobilien die Stundung von Miet- und Pachtzahlungen beantragen).
  • Nebenkosten: Reduzieren Sie laufende Nebenkosten so weit wie möglich (Beleuchtung, Wärme-/Kältetechnik, sonstige Geräte)
  • GEMA: Für Lizenznehmer ruhten für den Zeitraum, in dem Sie Ihren Betrieb aufgrund behördlicher Anordnungen zur Eindämmung der Pandemie-Ausbreitung schließen mussten, alle Monats-, Quartals- und Jahresverträge. Es entfielen während dieses Zeitraums die GEMA-Vergütungen. Informieren Sie sich bei der GEMA.
  • GEZ: Fragen Sie an, ob Ihre Quartalszahlung ausgesetzt werden kann.
  • Valuta nutzen: Rechnungen sollten Sie mit Valuta versehen. Versuchen Sie auch mit Ihren Geschäftspartnern fair und verantwortungsbewusst umzugehen, da auch diese auf Zahlungsströme angewiesen sind.
  • Verschieben statt Stornieren: Statt der Stornierung kann den Kunden eine Verschiebung vorgeschlagen werden.

 

Bleiben Sie mit Ihren Kunden in Kontakt

 

Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe dürfen unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen. Alles selbstverständlich unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen und Abstände von 1,5 Metern. Örtliche Unterschiede können durch Ordnungsämter entstehen. Seien Sie kreativ und überlegen Sie, was Sie in der momentanen Situation tun können. Ergänzend bietet die Onlinewelt hier ebenfalls viele Möglichkeiten. Wir haben hier einige Ideen für Sie zusammengestellt:

 

  • Information zur Erreichbarkeit und gemeinsamer Auftritt: Informieren Sie Ihre Kunden, wie Sie auch abseits der Möglichkeit des Einkaufs bzw. Gastronomiebesuchs vor Ort erreichbar sind. Liefern Sie beispielsweise insbesondere an Risikogruppen zusätzlich aus oder bieten Sie an, dass man auch vorab bestellen und bei Ihnen abholen kann, um die Aufenthaltszeit bei Ihnen zu verkürzen. Weise Sie Ihre Kunden durch einen Aushang im Schaufenster, eine Information auf der Webseite und/oder in den sozialen Medien darauf hin. Vielleicht bietet sich auch in Ihrer Gemeinde ein gemeinschaftlicher Auftritt bzw. eine Auflistung aller Betriebe mit deren Angeboten und Services an.
  • Lokale Online-Marktplätze: Der gemeinsame Auftritt der Gewerbetreibenden vor Ort kann auch mit einem Online-Marktplatz verknüpft sein. Teilweise gibt es in Ihren Gemeinden bereits Möglichkeiten oder Ansätze dafür. Sprechen Sie hierfür mit dem Gewerbeverein oder der Wirtschaftsförderung.
    • Das BIEG Hessen, Ihre Unterstützung rund um die Themen Internet und Digitalisierung, hat einen übersichtlichen „E-Commerce-Umsetzungs-Leitfaden“ entwickelt. In fünf Schritten erfahren Sie, wie das Internet in der Corona-Krise eine Chance für Sie sein kann.   
    • Die Pro-Bono-Initiative "Händler helfen Händlern" arbeitet zusammen mit ihren Partnern mit Hochdruck an einer Lösung wie Händler innerhalb von 14 Tagen eine Verkaufsplattform aufbauen und einen zusätzlichen Verkaufskanal schaffen können, um Umsatzausfälle zu kompensieren. (Kontaktaufnahme über die LinkedIn-Gruppe 'Händler helfen Händlern')
    • Bei "Frankfurt am Start" finden Sie eine Übersicht mit Tipps und Links zu Plattformen mit aktuellen Angeboten des lokalen Gewerbes.

      Nutzen Sie als Gewerbetreibender die Möglichkeit der kostenlosen Registrierung auf der jeweiligen Plattform.

    • Sie sind ein lokaler Einzelhändler oder Gastronom und möchten online mehr Kunden erreichen? Hier wird Ihnen geholfen.
  • Versand und Lieferung: Sie können Ihre Waren oder Speisen online oder per Messenger anbieten und entweder per Paketzusteller versenden, in einem bestimmten Radius selbst ausliefern, oder eine Kooperation mit lokalen Lieferdiensten oder mit örtlichen Taxiunternehmern eingehen. Dies ist weiterhin insbesondere für Risikogruppen ein schöner Service.
    • Taxiunternehmen sind keineswegs abgeneigt eine Kooperation mit Ihnen einzugehen. Setzen Sie sich einfach mit der "Taxi-Vereinigung Frankfurt am Main e.V." in Verbindung (info@tv-ffm.de), oder direkt mit dem jeweiligen Taxiunternehmen.
    • Die Auslieferung kann auch gemeinschaftlich mit den Betrieben vor Ort organisiert werden. Achten Sie dabei an die Einhaltung der Vorschriften. Die Regelungen dazu finden Sie in unserer Übersicht Corona-Virus - Alle wichtigen Informationen. Seien Sie kreativ mit Ihren Angeboten. Spezielle "Homeoffice-Angebote" und geschnürte Pakete sind möglich. Der DEHOGA hat einen Leitfaden mit Tipps für das Außer-Haus-Geschäft erstellt.
  • Abholung: Speisen und Getränke können zur Abholung in Gaststätten angeboten werden. Um die Anzahl der Wartenden gering zu halten, sollte online oder telefonisch vorbestellt werden. Ebenfalls können Sie als Einzelhändler den Kunden anbieten, vorbestellte Ware bei Ihnen abzuholen. Dies verkürzt die Aufenthaltszeit in Ihrem Laden und kann somit helfen, dass Kunden nicht vor der Tür warten müssen. Achten Sie aber auch hierbei stets auf die Hygieneregeln und Sicherheitsabstände. Denken Sie gerne über Klick&Collect-Boxen außerhalb der Verkaufsräume nach. 
  • Videokonferenzen: Diese bieten sich für eine Warenpräsentation oder sogar für einen Stammtisch in der Gastronomie an. Zudem können Verköstigungen und Tastings auch über Videokonferenz durchgeführt werden. Die Kunden bekommen die Probierpakete vor dem Tasting geliefert und zu einem festen Termin wird das Tasting virtuell moderiert, während die Kunden zu Hause genießen.
  • Netzwerken und neue Konzepte im Verbund angehen: Netzwerken und neue Konzepte im Verbund angehen. Bündeln Sie Ihre Kräfte. Links:
  • Pakete schnüren: Stellen Sie Ihrem Kunden bereits Pakete zusammen (z.B. Outfits, Homeoffice-Spezial-Angebote, Bücher-Abo oder Schreibwaren-Sets für Schüler)
  • Gutscheine: Kunden können über Ihre Webseite oder telefonisch Gutscheine bestellen. Diese können den Kunden nach Zahlungseingang postalisch oder digital zugesendet werden. Registrieren Sie Ihr Unternehmen auf der Interseite helfenffm.de. Auch hier können Kunden bei Ihnen Gutscheine kaufen, um sie später einzulösen.
  • Social Media: Bauen Sie Ihre Social Media Kanäle aus und werden hier zum Experten oder Unterhalter in einer Nische. Ein zusätzlicher gemeinsamer Kanal der Gewerbetreibenden vor Ort kann zusätzliche Aufmerksamkeit auf die vorhandenen Angebote lenken.
  • Onlineshop: Wenn Sie überlegen, einen Onlineshop zu eröffnen, müssen Sie die Regelungen zum Fernabsatz beachten (Informationen der IHK Darmstadt).
  • Weitere allgemeine Ideen für den Einzelhandel finden Sie im Best-Practice-Leitfaden “Vor Ort erfolgreich bestehen” , herausgegeben vom Hessischen Industrie- und Handelskammertag.

 

Welche Vorgaben aktuell für den Handel und das Gastgewerbe gelten, bzw. welche Betriebe geschlossen oder geöffnet haben dürfen, lesen Sie HIER.

 

Einzelhandel

Hanns-Peter Laux
Standortpolitik
stv. Geschäftsführer

Telefon: 069 2197-1262
Fax: 069 2197-1485
h.laux@frankfurt-main.ihk.de

Gastronomie und Tourismus

Martin Süß
Standortpolitik

Telefon: 069 2197-1333
Fax: 069 2197-1485
m.suess@frankfurt-main.ihk.de