Lokale Ökonomie: Fechenheim kann

Der Infrastrukturwandel macht dem Stadtteil Fechenheim besonders zu schaffen. Eine Initiative der Ladeneigentümer und der örtliche Gewerbeverein bemühen sich mit vereinten Kräften, den Einzelhandel und auch andere Branchen wieder zu stärken.
 

Seit Gründung der damaligen Cassella-Farbwerke im Jahr 1870 war Fechenheim ein bevorzugter Industriestandort. Als industriell geprägter Stadtteil ist Fechenheim seit einigen Jahrzehnten besonders stark mit dem wirtschaftlichen, demografischen und gesellschaftlichen Strukturwandel konfrontiert. Im Laufe der Zeit verlagerte sich die Gewerbetätigkeit verstärkt auf Handel und Dienstleistungen. Wegen verstärkter Konkurrenz von großen Einkaufszentren und Filialen großer Handelsketten hatte der Einzelhandel in Fechenheim mit einer zurückgehenden Nachfrage zu kämpfen.

 

Derzeit liegt die einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Fechenheim mit einem Index von 105 unter dem Durchschnitt von 114 für das gesamte Frankfurter Stadtgebiet. Anders ausgedrückt: Gemessen an den Verkäufen am Point of Sale (POS) wird in Fechenheim pro Einwohner ein durchschnittlicher POS-Verkauf von 5 800 Euro pro Jahr erzielt, während es im Stadtgebiet durchschnittlich 6 130 Euro sind. Um zusätzliche Kunden zu akquirieren und hinreichende Umsätze zu erzielen, muss der Fechenheimer Einzelhandel über den Ortsteil hinaus auf sich aufmerksam machen.

 

Vor zwei Jahren gründete Nicole Pfeffer die Fechenheimer Initiative der Ladeneigentümer, um das Marketing für diesen Stadtteil zu fördern. In Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein erzielte die Initiative ein gutes Ergebnis beim Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen“. Beworben hatten sich die Fechenheimer mit mehreren Projekten zur Belebung des Stadtteilzentrums, unter anderem mit einer Handwerker- und Gewerbemesse. Die Ideen wurden mit einer Landesförderung in Höhe von 15 000 Euro prämiert.

 

Darauf aufbauend, fand Mitte September vergangenen Jahres unter dem Motto „Fechenheim kann!!!“ erstmals eine Handwerker- und Gewerbemesse statt. Neben Präsentationen an Ausstellungsständen und in den Geschäften rundeten kostenlose Vorträge für Unternehmen und Mitarbeiter das Programm der Messe ab. Auch die IHK Frankfurt nahm teil und informierte über Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Im nächsten Jahr soll eine Neuauflage der Handwerks- und Gewerbemesse in Fechenheim stattfinden.

 

Eine weitere Fördermöglichkeit für Fechenheim bot ein EU-Förderprogramm. Im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) konnten kleine und mittlere Unternehmen aus Fechenheim finanzielle Zuwendungen beantragen, wenn durch die Investitionen beispielsweise den Defiziten des Arbeitsplatzangebots entgegengewirkt, neue Ausbildungsplätze bereitgestellt oder neue Unternehmen angesiedelt wurden.

 

Für die Förderung im Rahmen des Programms „Lokale Ökonomie in Fechenheim“, an der sich auch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt beteiligten, richtete das Stadtplanungsamt einen neuen Förderausschuss ein. Mit Beteiligung der Handwerkskammer, der Wirtschaftsförderung, des Jobcenters, Kompass und der IHK Frankfurt wurde über die Förderanträge aller Branchen in gemeinsamen Sitzungen entschieden. Von Anfang 2010 bis Ende 2013 wurden insgesamt 44 Anträge auf Förderung gestellt. Der Förderausschuss entschied in 41 Fällen positiv, zum Teil mit einer geringeren als der beantragten Förderhilfe. Speziell gefördert wurden neue Ausbildungsplätze, nicht nur bei Einzelhandelsunternehmen, sondern auch bei Handwerksbetrieben und in der Gastronomie. Insgesamt wurde für investive Maßnahmen eine Summe von knapp 560 000 Euro zugesagt sowie weitere 195 000 Euro für zusätzliche Ausbildungsplätze. Gemeinsam mit den Eigenmitteln, die bei den Förderempfängern in Höhe von mindestens 15 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens vorhanden sein mussten, wurde in Fechenheim eine Investitionssumme von rund 1,5 Millionen Euro im Fördergebiet investiert.

 

 

IHK WirtschaftsForum
August 2014

 

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