Einzelhandelsausschuss: Interessen der Branche bündeln

Gemessen an der Anzahl der Unternehmen ist der Einzelhandel mit 11,4 Prozent die drittgrößte Branche im IHK-Bezirk Frankfurt. Die Einzelhandelsbetriebe beschäftigen knapp 39 500 Menschen. 

Während der jüngsten Sitzung des Einzelhandelsausschusses haben sich die Mitglieder mit aktuellen Trends in der Branche und vor allem mit der Frage, ob es eine Kreditklemme für den Einzelhandel gibt, beschäftigt. Angelika Göth, Business Consultant des Marktforschungsunternehmens The Nielsen Company, erläuterte am Beispiel des Lebensmitteleinzelhandels und der Drogeriemarktbranche, welche Entwicklungen sich gerade abzeichnen.

Die Trends reichen von Preissenkungswellen im Lebensmittelhandel, die in ihrer Häufigkeit vom Kunden nicht mehr wahrgenommen werden, über die Eigenmarkenpolitik der Handelsunternehmen mit immer größeren und differenzierteren Sortimenten bis zur Intensität des Marketings im Einzelhandel. So rangieren vier Einzelhandelshäuser unter den Top 10 der werbenden Unternehmen in Deutschland. Nicht zu vergessen die wachsenden Marktanteile des Internethandels, insbesondere bei Büchern, Bekleidung und Unterhaltungselektronik. Umfragen zufolge messen die Kunden dem Service im Einzelhandel immer größere Bedeutung bei. Viele Unternehmen unterschätzten diesen Aspekt aber noch, so die Referentin. 

Kreditanfragen bei Sparkassen und Volksbanken
Die Frage nach einer etwaigen Kreditklemme im Einzelhandel beantwortete Volker Klein, Vertriebsleiter Firmenkunden, aus Sicht der Frankfurter Sparkasse. Kleine und mittlere Unternehmen der Branche, die vernünftig aufgestellt seien, finanziere die Frankfurter Sparkasse nach wie vor. Instabile Unternehmen erhielten hingegen, wie schon vor der Wirtschaftskrise, keine Kredite. Schwieriger sei die Lage gerade auch für größere Unternehmen aus Branchen, die mit waghalsigen Geschäftsideen hohe Risiken eingingen. Diese hätten auf dem Finanzierungsmarkt zum Teil erhebliche Schwierigkeiten.

Unternehmen, die in der Vergangenheit niemals Sparkassen oder Volksbanken auf Darlehen angesprochen hätten, versuchten heute in kleinen Tranchen bei unterschiedlichen Häusern ihren Kreditbedarf zu decken. Die Volumina seien, auch aufgeteilt in eine Vielzahl von Krediten, für Sparkassen und Volksbanken oftmals immer noch zu groß. Nicht zuletzt auch durch die Inanspruchnahme von Kreditmediatoren, sei die befürchtete Kreditklemme für den Mittelstand nicht eingetreten. Bisher seien nur wenige Fälle nicht zustande gekommener Finanzierungen den Kreditmediatoren vorgestellt worden. Unwägbarkeiten zeichneten sich jedoch durch die geplanten Regelungen des Basel-III-Abkommens zur Verbesserung der Eigenkapitalquoten der Kreditinstitute ab. Die Interpretation einiger Detailregelungen sei noch ungeklärt und damit auch deren Auswirkungen auf die Kreditvergabe. 

Vizepräsident Horst-Günter Döll, im IHK-Präsidium für den Einzelhandel zuständig, berichtete, dass das Gremium intensiv daran arbeite, die Außendarstellung der Industrie- und Handelskammer noch weiter zu verbessern. Das Angebot der Dienstleistungen für die Mitglieder sei äußerst vielfältig, jedoch sei dies bei Unternehmen oftmals noch zu wenig bekannt. Um sich vor allem auch bei neuen IHK-Mitgliedern vorzustellen und sie bei Interesse auch für das Ehrenamt zu gewinnen, wird nun zweimal jährlich ein Informationsabend für diese Unternehmen angeboten. Die Resonanz auf die Reihe "New Kammer" sei groß. 

Ballungsraumgesetz: Hervorragende Präsentation bei Forderungen
In den Medien habe sich die IHK Frankfurt, gemeinsam mit der Handwerkskammer und der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände, in der Diskussion über die Ausgestaltung des Ballungsraumgesetzes mit ihren Positionen hervorragend präsentieren können, sagte Döll. Die Forderung nach einem einheitlichen Auftritt und Ansprechpartner für die Metropolregion sowie der Bündelung von wesentlichen Aufgaben im Wirtschaftsraum FrankfurtRheinMain in einer Institution sei von den Medien gut transportiert worden. 

Die Planung der künftigen Arbeit des Ausschusses ergab ein breites Spektrum von Themen. Grundsätzlich sollen Einzelhandelsthemen aus dem gesamten IHK-Bezirk, also Frankfurt sowie den Landkreisen Hochtaunus und Main-Taunus, behandelt werden. Die Entwicklung der Einzelhandelsstandorte soll beobachtet und begleitet werden. Aktuelle standortpolitische Themen sollen aufgegriffen und die Positionen der IHK Frankfurt sollen öffentlichkeitswirksam kommuniziert werden. Über Trends und Entwicklungen im Einzelhandel soll berichtet, aber auch Fragen der Betriebsführung sollen vorgestellt und diskutiert werden. 

Den Mitgliedern des Ausschusses ist es wichtig, die Vielfalt der Einzelhandelsbranchen und Betriebsformen, die im Gremium vertreten sind, für die Meinungsbildung zu nutzen. Die Sichtweise von Warenhäusern oder Fachgeschäften, von Unternehmen, die mit Kraftfahrzeugen, Gegenständen zur Raumausstattung, Reformhausartikeln, Bekleidung, Haushaltswaren, Lederwaren, Betten, Lebensmitteln, Möbeln oder Schuhen handeln, oder von Parfümerien oder Apotheken, müssen als Brancheninteressen gebündelt und zu einer ausgewogenen Gesamtposition des Einzelhandels im IHK-Bezirk zusammengefasst werden.


Autor
Dr. Joachim Stoll 
Vorsitzender Einzelhandelsausschuss
IHK Frankfurt und
geschäftsführender Gesellschafter
Leder-Stoll
Frankfurt 
dr.stoll@koffer24.de

 

IHK WirtschaftsForum
November 2010


Ehrenamt-einzelhandel

<b>Die Mitglieder:</b> 1 Joram Wolf, Geschäftsführer, California Store 2 Dr. Andreas Freundt, Geschäftsführer, IHK Frankfurt 3 Karl Michael Arnold, Inhaber, Auktionshaus Arnold 4 Juergen Hahner, Inhaber, Hahner an der Oper 5 Reiner A. Herrmann, persönlich haftender Gesellschafter, Reformhaus Herrmann 6 Norbert Richter, Geschäftsführer, Galeria Kaufhof 7 Silvio Zeizinger, Geschäftsführer, Unternehmerverband Hessischer Einzelhandel Mitte-Süd 8 Dr. Joachim Stoll, geschäftsführender Gesellschafter, Leder-Stoll 9 Markus Buch, Geschäftsführer, Heinz Buch 10 Horst-Günter Döll, Geschäftsführer, Döll Raumgestaltung 11 Günter Hildmann, Geschäftsführer, Betten-Zellekens 12 Jürgen Karpinski, Geschäftsführender Gesellschafter, Autoschmitt Frank- furt 13 Frank Bertsch, Geschäftsführer, Galeria Kaufhof 14 Marion Catacchio, persönlich haftende Gesellschafterin, Linda Schuhsalon Catacchio 15 Angelika Zülch-Busold, Geschäftsführerin, Wacker's Kaffee Geschäft

<b>Dem Ausschuss gehören außerdem an:</b> Frank Albrecht, geschäftsführender Gesellschafter, Drogerie-Parfümerie Albrecht; Matthias Borutta, Center-Manager Main-Taunus-Zentrum, ECE Projektmanagement; Andreas Bovet, Geschäftsführer, Betten-Raab; Roland Fiedler, persönlich haftender Gesellschafter, Reformhaus Freya; Christian Heide, Geschäftsführer, Heide u. Bechtold; Ralf Heinemann, Inhaber, Heinemann Unternehmensberatung; Udo Hermanns, Inhaber, Konstabler-Apotheke Udo Hermanns; Thomas Höster, Expansionsleiter, Kaufland Dienstleistungsgesellschaft; Philipp Keller, Geschäftsführer, Karl Keller J. G. Lorey Sohn Nachfolger; Jens Kirbach, Center Manager MyZeil, DTZ Zadelhoff Tie Leung; Georg-H. Lackner, Geschäftsführer, NordWestZentrum Verwaltungsgesellschaft mbH; Benjamin A. Pfüller, Geschäftsführer, August Pfüller; Frank Schiffke, persönlich haftender Gesellschafter, Auktionshaus Höchst Bauer; Isolde Zindel, Inhaberin, Yves Rocher Schönheitsfachgeschäft

 

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