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Filialisierung im Einzelhandel steigt an

Die rapide Zunahme der Einzelhandelsketten ist seit Jahren evident. Besonders ausgeprägt ist das Phänomen im Lebensmittelhandel und bei den Drogeriemärkten. Zumal letztere von Filialisten erfunden wurden. Schlecker betreibt sein Deutschlandgeschäft derzeit mit rund 10.650 Filialen.


Viele Filialen in Haupt-Einkaufsstraßen

Der Anteil der Filialbetriebe in Einkaufszentren und bedeutenden Einkaufsstraßen (1a Lagen) – also der Filialisierungsgrad – liegt in größeren Städten zwischen 70 und 90 Prozent. In Frankfurt beträgt der Anteil auf der Zeil nach Erhebungen von Jones Lang LaSalle rund 87 Prozent. Auch in anderen wichtigen Geschäftsstraßen ist der Filialisierungsgrad bedeutend. In der Goethestraße liegt er bei 88 Prozent, an der Hauptwache/Rossmarkt bei 70 Prozent, in der Kalbächer Gasse/Große Bockenheimer Straße (Freßgass´) bei 64 Prozent, in der Liebfrauenstraße/Neue Kräme bei 57 Prozent, in der Schillerstaße bei 54 Prozent, im Steinweg bei 58 Prozent, in der Schweizer Straße bei 61 Prozent, in der Leipziger Straße bei 36 Prozent, in der Berger Straße bei 39 Prozent sowie in der Königsteiner Straße bei 57 Prozent. In Bad Homburg wurde in der Louisenstraße ein Filialisierungsgrad von 57 Prozent festgestellt.


Internationale Unternehmen überwiegen

Sieht man sich die Herkunft der Unternehmen in Frankfurt an, so ergibt sich für die gesamte Stadt, nach Untersuchungen von Lührmann, folgendes Bild: Örtliche Einzelhändler sind mit 34 Prozent vertreten, regionale Filialisten mit 3,4 Prozent, überregionale Filialisten mit 17,5 Prozent und internationale Filialisten mit 45,1 Prozent.


Größte Steigerung in kleinen Städten

Betrachtet man die Entwicklung der Filialisierung von Städten insgesamt, so zeigt sich, dass die größten jährlichen Steigerungsraten in kleinen Städten (bis 50.000 Einwohner) mit durchschnittlich 4 Prozent zu verorten sind. Bei den mittleren Städten (250.000 bis 500.000 Einwohner) sind es durchschnittlich 3,8 Prozent. Bei den Metropolen (über 500.000 Einwohner) lag die Steigerungsrate bei durchschnittlich nur 2,4 Prozent, so das Ergebnis einer Untersuchung von Lührmann.


Verlust des Lokalkolorits

Immer wieder wird am Prozess der Filialisierung der Verlust des Lokalkolorits in den Städten und die Standardisierung des Warenangebots beklagt. Es wird befürchtet, dass die Innenstädte bald nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Die Konsumenten könnten zudem irgendwann das Interesse verlieren, weil sie keine Geschäfte mit eigenständigem Charakter mehr finden. Die Kunden kritisieren zwar die zunehmende Uniformität der Geschäfte. Dennoch unterliegen auf Dauer meist die individuellen, inhabergeführten Läden im Wettbewerb mit den Filialisten. Die klagenden Kunden kaufen letztendlich doch in großem Umfang bei den Filialbetrieben.


Individuelle Geschäfte bieten Authentizität

Standorte mit einem eigenständigen Charakter gibt es zumindest in Großstädten vorwiegend in Straßen, die etwas abseits der Haupt-Passantenströme liegen. In diesen Einkaufsbereichen trifft man kleinere inhabergeführte Geschäfte und nur vereinzelt Filialisten und damit kaum standardisierte Sortimente. Hier dominieren noch Einzelhändler, die in kleineren Geschäften auch Sortimente anbieten, die es bei den Großen kaum noch zu kaufen gibt. Diese Angebote haben eine besondere Bedeutung für die Innenstädte. Sie bieten Vielfalt sowie Überraschungsmomente und Authentizität, die beispielsweise in Shopping-Malls an der Peripherie nur eingeschränkt anzutreffen sind. Allerdings finden wenige Menschen den Weg in diese Nebengeschäftslagen. Das relativiert einerseits die These, die Leute seien vom standardisierten Angebot der Filialisten gelangweilt und suchten nach individuellen Geschäften. Andererseits bedarf es neuer Anstrengungen, um mehr Kunden auf diese Einkaufsbereiche aufmerksam zu machen. Eine weitere Spezialisierung und Profilierung des Angebots, Service-Ausbau, eine individuelle Kundenansprache und Beratung könnten dann insbesondere zum Wiederkommen einladen.

 


Autor

Hanns-Peter Laux

Stv. Geschäftsführer
Geschäftsfeld Standortpolitik

IHK Frankfurt am Main

 

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