Maklerkosten beim Immobilienkauf werden künftig geteilt

Der Bundestag hat das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten beschlossen. Käufer von Einfamilienhäusern (einschließlich solchen mit Einliegerwohnung) und von Eigentumswohnungen müssen künftig höchstens die Hälfte der Maklercourtage zahlen. Ziel des Gesetzes ist, private Käufer von Wohnimmobilien von Kaufnebenkosten zu entlasten.

 

Neue Regelungen zur Maklervergütung

Künftig kann ein Makler, der aufgrund zweier Verträge für Käufer und Verkäufer tätig ist, von beiden Parteien nur eine Vergütung zu gleichen Teilen verlangen. Hat er mit einer Partei eine unentgeltliche Tätigkeit vereinbart, kann er von der anderen Partei keine Vergütung beanspruchen.

Hat nur eine Partei den Makler beauftragt, muss diese die Maklervergütung zahlen. Vereinbarungen mit dem Ziel, die Kosten an die andere Partei weiterzureichen, sind nur wirksam, wenn die weitergereichten Kosten maximal 50 Prozent der insgesamt zu zahlenden Courtage ausmachen. Zudem muss der Auftraggeber des Maklers zunächst nachweisen, dass er die Courtage gezahlt hat, bevor er von der anderen Vertragspartei deren Anteil verlangen kann.

Wichtig: Die neuen Regeln gelten nur, wenn der Käufer der Immobilie als Privatperson handelt. Findet der Immobilienkauf in einem gewerblichen Rahmen statt, können die Maklerkosten weiterhin anderweitig aufgeteilt werden.

 

Neue Formvorschrift für Maklerverträge
Das Gesetz führt auch eine neue Formvorschrift für Maklerverträge ein: Ein Maklervertrag, der den Verkauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung beinhaltet, bedarf künftig der Textform (beispielsweise als E-Mail). Eine mündliche Abrede oder ein Handschlag reichen nicht mehr aus, um einen wirksamen Maklervertrag zu begründen.

 

Gesetzentwurf im Juni im Bundesrat
Im nächsten Schritt befasst sich der Bundesrat voraussichtlich im Juni 2020 mit dem Gesetz. Stimmt er dem Gesetz zu, kann es nach Unterzeichnung im Bundesgesetzblatt verkündet werden und tritt dann sechs Monate später in Kraft.

 

Ansprechpartner

Ann-Kristin Engelhardt Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung stv. Leiterin
Telefon: 069 2197-1215 Fax: 069 2197-1304