Marktbericht der Frankfurter Immobilienbörse
2. Halbjahr 2002



M A R K T B E R I C H T
der Frankfurter Immobilienbörse
für das 2. Halbjahr 2002



Der Immobilienmarkt wurde - neben den unsicheren wirtschaftlichen Verhältnissen - verstärkt durch die zur Zeit restriktiven Bankfinanzierungen und widersprüchlichen steuerpolitischen Vorgaben beeinflusst. Trotzdem wird der Immobilie für Eigennutzung und als Kapitalanlage aufgrund der hohen „Stabilitätskriterien“ am Markt weiterhin gute Chancen eingeräumt.

Bei der Bürovermietung hat sich das Angebot – auch auf dem Bereich der Untervermietung – weiter verstärkt. Die Nachfrage wird als nach wie vor schwach angegeben.

In den einzelnen Marktbereichen wurden folgende Ergebnisse festgestellt:

Bei Mietwohnungen im oberen Marktbereich hat die Nachfrage im gesamten Marktgebiet nachgelassen. Die Preise für Mietwohnungen mit mittlerem bis gutem Wohnwert sind im 2. Halbjahr 2002 im Wesentlichen stabil geblieben. In Frankfurt wurden bei Neuvermietung Preise zwischen 7,00 und 12,00 Euro/m² genannt. Im Umland lagen die Preise zwischen 7,00 und 11,00 Euro/m². Für hochwertigen Wohnraum wurden auch deutlich darüber hinausgehende Preise erzielt.

Bei Eigentumswohnungen bestand eine verhaltene Nachfrage. Die Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen in Frankfurt mit mittlerem bis gutem Wohnwert gaben leicht nach und wurden mit einer Spanne von 2.400,00 bis 4.000,00 Euro/m² angegeben. Auch im Umland wurden nachgebende Preise festgestellt. Die Preisspanne lag zwischen 2.000,00 und 3.000,00 Euro/m², bei einem Schwerpunkt um 2.500 Euro/m². In sehr guten Lagen wurden auch Preise bis 4.000,00 Euro/m² erzielt.

Gebrauchte Eigentumswohnungen wurden in Frankfurt zwischen 1.400,00 bis 2.800,00 Euro/m² angeboten. Im Umland lag die Preisspanne zwischen 1.200,00 und 2.400,00 Euro/m². Sowohl in Frankfurt als auch im Umland wurden in Einzelfällen auch höhere Preise erzielt.

Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften zeigte sich ein stabiles unteres Preissegment, während bei höheren Preisen Rückgänge verzeichnet wurden.
Als Preisspanne wurde 250.000 bis 480.000 Euro angegeben.

Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser wurden zwischen 350.000,00 und 650.000,00 Euro angeboten und verkauft.

Bei dem Kauf von Reihenhäusern, Doppelhaushälften sowie Ein- und Zweifamilienhäusern wurden – innerhalb der angegebenen Preisspannen – erhöhte Ansprüche an Lage und Ausstattung gestellt.

Auch bei hochwertigen Einfamilienhäusern und Villen über 650.000,00 Euro wurden nachgebende Preise innerhalb einer Spanne zwischen 650.000,00 und 1.400.000,00 Euro festgestellt.

Bei Wohngebäuden zur Kapitalanlage wurde im Wesentlichen ein gleichbleibendes Preisniveau zwischen der 12fachen und 16fachen Jahresmiete angegeben, wobei die Objektqualitäten zunehmend kritischer beurteilt wurden. Für Geschäfts- und Bürohäuser zur Kapitalanlage wurden bei Lage und Standard im mittleren bis guten Bereich Preise zwischen der 14fachen und 18fachen Jahresmiete erzielt. Diese Preise wurden mit Abstrichen auch im Umland verlangt.

Die Kaufpreise für Einfamilienhaus-Bauplätze wurden für das gesamte Marktgebiet mit 400 bis 900 Euro/m² angegeben.

Die Preisspanne für Baugrundstücke für den Miet- und Eigentumswohnungsbau hat sich - bei Zugrundelegung einer GFZ von 1,0 - auf den Bereich zwischen 400,00 und 1.000,00 Euro/m² erweitert.

Die Bürovermietung ergab uneinheitliche Marktangaben. Ein starkes Angebot zur Vermietung anstehender Flächen bietet neben Neubauten und unterschiedlichster Büroflächen aus den vergangenen Jahrzehnten, auch zunehmend stärker werdende, mietsubventionierte Flächen zur Untervermietung.

Gesucht – bei generell schwacher Nachfrage – waren moderne Räume zu günstigen Konditionen, wovon insbesondere die Innenstadtrandlagen profitierten.

Für das Bankenviertel wurden Spitzenmieten von bis zu 42,00 Euro/m² genannt. Einfache Büroräume im Innenstadtgebiet und in sonstigen Stadtlagen wurden ab 8,00/10,00 Euro/m² angeboten. Als weitgehend stabil haben sich die Büromieten in der Bürostadt Niederrad mit einer Spanne von 12,00 bis 18,00 Euro/m² erwiesen. Für Eschborn und die Bürolagen im sonstigen Umland wurden Mieten zwischen 8,00 und 17,00 Euro/m² angegeben.

Die der Marktuntersuchung zugrunde liegenden Mieten geben neben in Mietverträgen vereinbarten Mietpreisen auch Mietforderungen der Vermieter mit Verhandlungsspielräumen der unterschiedlichsten Art wieder.

Die Mieten für Lagerflächen von einfacher bis guter Qualität blieben im Wesentlichen stabil und lagen zwischen 3,00 und 5,50 Euro/m². Für Lagerflächen mit gehobenem Standard und für Serviceflächen wurden Preise zwischen 5,00 und 7,50 Euro/m² genannt.

Bei Grundstücken in Industrie- und Gewerbegebieten zeigten sich keine wesentlichen Änderungen. Die Kaufpreise lagen zwischen 150,00 und 300,00 Euro/m². Bei hochwertigen Nutzungsmöglichkeiten auch für Büro, Handel und Service wurden Preise bis 400,00/600,00 Euro/m² erzielt.


Frankfurt am Main, 28.02.2003