Die Bau- und Immobilienwirtschaft in FrankfurtRheinMain
Märkte | Entwicklungen | Strukturen | Bedeutung

Dritte aktualisierte Studie zur Bau- und Immobilienwirtschaft in FrankfurtRheinMain erschienen

 

Nach 2007 und 2009 liegt die dritte aktualisierte IHK-Studie „Die Bau- und Immobilienwirtschaft in FrankfurtRheinMain – Märkte, Entwicklungen, Strukturen, Bedeutung“ vor. Die Studie thematisiert die Bevölkerungsentwicklung, die Entwicklungen auf den Märkten für Wohnungs-, Büro- und Einzelhandelsimmobilien sowie die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bau- und Immobilienbranche in FrankfurtRheinMain. Der Cluster Bau- und Immobilienwirtschaft, den es in dieser Ausprägung und Qualität kein zweites Mal in Deutschland gibt, ist für die Metropolregion FrankfurtRheinMain von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Rund 42.500 Unternehmen mit ca. 164.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählte die Branche in FrankfurtRheinMain im Jahr 2012. Von diesen Unternehmen sind 41,5 Prozent in der Bau- und 58,5 Prozent in der Immobilienwirtschaft tätig. Der regionale Branchenumsatz lag 2011 bei ca. 35 Milliarden Euro. In Frankfurt am Main wurden 8,4 Mrd. Euro (23,9 Prozent) des Umsatzes erwirtschaftet, im Jahr 2002 lag der Anteil Frankfurts noch bei 27,1 Prozent.

umsatzentwicklung b_i_01


Die Studie veranschaulicht zudem, dass die Bedeutung der Kernstädte in der Region sowohl auf dem Wohnungsmarkt als auch auf dem Einzelhandelsmarkt in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Die Bevölkerung in FrankfurtRheinMain stieg zwischen 2002 und 2011 um 1,3 Prozent (plus 71.658). Bemerkenswert hierbei ist, dass sich das Wachstum mit einem Zuwachs von 5,9 Prozent (plus 83.703) nur noch in den Kernstädten vollzog, während die übrigen Gebiete Bevölkerung verloren haben (minus 12.045). Im Betrachtungszeitraum 1999 bis 2008 war der Anteil an der Gesamtentwicklung zwischen den Kernstädten und den übrigen Gebieten noch nahezu ausgeglichen, im Betrachtungszeitraum 1995 bis 2005 waren die übrigen Gebiete sogar noch für den Großteil (80,3 Prozent) des Bevölkerungswachstums in FrankfurtRheinMain verantwortlich.

 

Gleichwohl ist ein deutlicher Nachholbedarf bei den Baugenehmigungen und Baufertigstellungen auf dem Wohnungsmarkt in FrankfurtRheinMain erkennbar. Zwischen 2002 und 2011 wurden in FrankfurtRheinMain 136.852 Wohnungen in Wohngebäuden genehmigt, 131.569 Wohnungen wurden fertiggestellt. 70,9 Prozent dieser Wohnungen wurden außerhalb der Kernstädte fertiggestellt, obwohl das Bevölkerungswachstum vor allem in den Kernstädten stattfand. Allerdings ist diese Quote von 80 Prozent im Jahre 2002 auf 61,3 Prozent im Jahr 2011 gesunken. Die Entwicklung bei den Baugenehmigungen ist ähnlich: 68,7 Prozent der Genehmigungen erfolgte zwischen 2002 und 2011 außerhalb der Kernstädte. Dieser Anteil sank von 77,5 Prozent im Jahr 2002 jedoch auf 55,8 Prozent im Jahr 2011.

 

Insgesamt sind sowohl Baugenehmigungen als auch Baufertigstellungen in FrankfurtRheinMain in den vergangenen 15 Jahren zurückgegangen. Der Rückgang vollzog sich vor allem außerhalb der Kernstädte. Erst im Jahr 2011 konnte in FrankfurtRheinMain wieder ein deutlicher Anstieg der Baugenehmigungen verzeichnet werden. Ob es sich hierbei bereits um eine Trendwende handelt wird aber erst ersichtlich, wenn die Jahrgänge 2012 und 2013 ausgewertet sind.
 

entwicklung baugenehmigungen_wohnen02

 

Der Büroflächenbestand in den Hauptbürozentren der Region beträgt 23.589.645 Quadratmeter. Gegenüber 2002 ist er um 11,2 Prozent gestiegen. Das größte Flächenvolumen liegt mit 11.957.502 Quadratmetern in Frankfurt am Main. Hier ist der Büroflächenbestand seit 2002 um 12,6 Prozent gestiegen.

Die Zahl der Bürobeschäftigten in FrankfurtRheinMain lag im Jahr 2011 bei 884.097, dies ist ein Plus von lediglich 2,6 Prozent gegenüber 2002. Ein Augenmerk sollte daher auf dem hohen Leerständen im Bürosegment liegen. Die Leerstandsraten sind zwischen 2002 und 2011 in allen betrachteten Städten und Landkreisen gestiegen, am stärksten jedoch in Frankfurt am Main (plus 9,7 Prozentpunkte). Ein deutlicher Rückgang der vorhandenen Überkapazitäten bleibt auch weiterhin nicht erkennbar. Daher wird die Handlungsnotwendigkeit, sich mit der Leerstandsthematik auseinanderzusetzen, in Zukunft eher zu- als abnehmen.
 

entwicklung baugenehmigungen_leerstand



Der regionale Einzelhandelsflächenbestand belief sich im Jahr 2011 auf 10.780.419 Quadratmeter. Zunehmend stehen die Kernstädte im Fokus, deren Anteil am Flächenzuwachs über die vergangenen Betrachtungszeiträume der Bau- und Immobilienstudien stetig gestiegen ist. Von 23,1 Prozent im Betrachtungszeitraum 1992 bis 2005 über 27,8 Prozent im Betrachtungszeitraum 1999 bis 2008 auf nunmehr 32,2 Prozent im Betrachtungszeitraum 2002 bis 2011.

 

2011 befanden sich ca. 31 Prozent der Einzelhandelsflächen (plus 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2002) in den Kernstädten. Alleine Frankfurt am Main verfügte 2011 über 13,3 Prozent aller Einzelhandelsflächen (plus 1,0 Prozentpunkte gegenüber 2002). Die durchschnittliche Einzelhandelsfläche pro Einwohner der Region lag 2011 bei 1,94 Quadratmetern und ist seit 2002 um 0,41 Quadratmeter gestiegen. Der Durchschnitt der Kernstädte betrug 2,21 Quadratmeter pro Einwohner, außerhalb betrug er 1,84 Quadratmeter pro Einwohner.
 

einzelhandelsflaeche03


Download der Ausgabe 2013: Die Bau- und Immobilienwirtschaft in FrankfurtRheinMain - Märkte | Entwicklungen | Strukturen | Bedeutung (6 MB)

>> Download der Ausgabe 2009

>> Download der Ausgabe 2007

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Ann-Kristin Engelhardt Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung stv. Leiterin
Telefon: 069 2197-1215Fax: 069 2197-1304