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Bauwirtschaft und Steuern

Für die Bauwirtschaft gelten einige steuerliche Sonderregelungen.

Bauabzugsbesteuerung

So wurde mit dem Gesetz zur Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe vom 30.08.2001 bei Bauleistungen im Inland ein Steuerabzug zur Sicherung von Steueransprüchen eingeführt (Bauabzugsbesteuerung). Danach haben seit dem 01.01.2002 bestimmte Auftraggeber (alle Unternehmer – hierzu zählen grundsätzlich auch private Vermieter - und alle öffentlichen Auftraggeber) von Bauleistungen 15 % der Rechnungssumme zzgl. Umsatzsteuer einzubehalten und diesen Betrag an das Finanzamt des Auftragnehmers abzuführen. Der Steuereinbehalt kann unterbleiben, wenn gewisse Geringfügigkeitsgrenzen nicht überschritten werden oder wenn der Auftragnehmer eine gültige Freistellungsbescheinigung seines Finanzamtes vorlegen kann.

Weitere Einzelheiten: Bauabzugsbesteuerung

Umsatzsteuer-Schuldumkehr / Reverse-Charge-Verfahren
 

Außerdem hat das Haushaltsbegleitgesetz 2004 im Umsatzsteuergesetz das Reverse-Charge-Verfahren (Steuerschuldumkehr) auf bestimmte Bauleistungen und Grundstückstransaktionen ausgedehnt. Dieses Verfahren bewirkt, dass abweichend von den üblichen Regeln nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger (Auftraggeber) die Umsatzsteuer schuldet. Neu eingeführt wurde die Steuerschuldumkehr

  • bei Bauleistungen, wenn der Auftraggeber selbst Bauunternehmer ist, und
  • bei Grunderwerb, wenn im Kaufvertrag zur Umsatzsteuer optiert wurde.

Dies bedeutet, dass bei Bauleistungen eines Bauunternehmers an einen anderen Bauunternehmer nicht der Auftragnehmer, sondern der Auftraggeber der Bauleistung die Umsatzsteuer schuldet. Ebenso ist bei den genannten Grundstückstransaktionen nicht mehr der Verkäufer Schuldner der Umsatzsteuer, sondern der Grundstückskäufer.

 

Weitere Einzelheiten: Reverse-Charge-Verfahren