Verlagsgründung: Berufung und Kommerz

Im April 2002 zählte der Börsenverein des deutschen Buchhandels 1.969 Verlage in Deutschland, die jährlich rund 80.000 Neuerscheinungen auf den Markt bringen. Trotzdem gibt es immer wieder Verlage, die es teils mit großem Erfolg schaffen, sich zu behaupten.

Verlagsgründer müssen über vielfältige Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen. Gerade am Anfang ist der Gründer oder die Gründerin häufig Lektor, Grafiker, Marktforscher, Hersteller, Werbefachkraft und Betriebswirt in einer Person. Das Verlegen, also das Herstellen, Verkaufen und Vertreiben von Publikationen ist im weitesten Sinne ein Handelsgeschäft und unterliegt damit der Gewerbeordnung. Das Schreiben und Illustrieren gilt als künstlerische Tätigkeit und kann als freier Beruf ausgeübt werden. Zu diesem Thema sollten Gründer eine Existenzgründungsberatung in Anspruch nehmen oder sich bei einem Steuerberater über die steuerlichen Hintergründe informieren.

Die ISBN
Nummer, International Standard Book Nummer, wird benötigt, damit Buchhandlungen ein gewünschtes Buch bestellen können. Ein Verlag kann eine Liste mit freien ISBN-Nummern bei der ISBN-Agentur für die Bundesrepublik Deutschland (www.german-isbn.org) gegen Gebühr anfordern. Zeitschriften erhalten ihre ISSN-Nummer, die International Standard Serial Nummer, bei der Deutschen Bibliothek.

Ebenfalls bei der Buchhändler-Vereinigung fordern Buchverlage die Titelmeldungs-Formulare an. Zu halbjährlichen Fristen werden kommende Neuererscheinungen mit ihrer zugehörigen ISBN-Nummer gemeldet, damit sie im Verzeichnis lieferbarer Bücher erscheinen. Darüber hinaus wird je ein Pflichtexemplar der Neuerscheinung an die Deutsche Bibliotheken in Frankfurt und Leipzig sowie an die zuständige Landes- und Staatsbibliothek geschickt.

Empfehlenswert ist eine Mitgliedschaft in der Buchhändler-Abrechnungsgesellschaft (BAG), die das Inkasso bei den Buchhandlungen übernimmt und gerade kleinen Verlagen damit eine Menge Arbeit abnehmen kann. Die BAG erhält dafür eine Provision vom Verkaufspreis.

Ein zentrales Thema beim Verlegen (und auch beim Schreiben) von Büchern ist immer wieder die Frage der Rechte am Werk und damit zusammenhängend die Honorierung des Autors. Hier gibt es unterschiedliche Regelungsmöglichkeiten. Wichtig ist jedoch, dass sich beide Seiten vertraglich absichern. Musterverträge gibt es beim Börsenverein des deutschen Buchhandels (www.boersenverein.de
) und beim Verband der Schriftsteller (www.verband-deutscher-schriftsteller.de).
 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Matthias Müller Unternehmenskommunikation stv. Geschäftsführer
Telefon: 069 2197-1496Fax: 069 2197-1488