mainraum
hotspot für kreativgründer

Mit dem Mainraum – Gründerhaus Kreativwirtschaft beschreitet Frankfurt neue Wege, um sich als Standort für Existenzgründer zu positionieren. Ziel ist es auch, die Vernetzung innerhalb der Branche weiter zu verstärken.


In den vergangenen beiden Jahren hat in Frankfurt die Entwicklung eines über die Grenzen der Stadt hinaus wahrgenommenen kreativen Stadtimages begonnen. Die Clusterbildung innerhalb verschiedener Zweige der Kreativwirtschaft konnte durch verschiedene Aktivitäten unterstützt und ausgebaut werden. Hierzu hat auch die Etablierung branchenspezifischer Networking- und Business-Foren – wie m2 Medienmittwoch, Gameplaces und Gameplaces International, Woche der Kommunikation sowie Veranstaltungen des Marketingclubs und des Kommunikationsverbandes FRM – beigetragen.


Weltweit unterliegen die Metropolen im Zuge der Globalisierung einem immer schärferen Wettbewerb um kreative Köpfe, die unter anderem als entscheidender Erfolgsfaktor wirtschaftlicher Entwicklung in einem Produktions- und Dienstleistungssystem gelten. Kreativität braucht Kultur. Und für eine städtische Kulturpolitik, der es gelingt, ein für Kreative attraktives Umfeld zu schaffen, ergeben sich aufgrund wirtschaftlicher Prosperität neue Handlungsspielräume. Wenn sich eine Marke „Frankfurt am Main“ langfristig und international ins Bewusstsein der Creative Industries bringen möchte, heißt es zukünftig verschiedene Bereiche stärker zu bearbeiten und selbstbewusst Flagge zu zeigen. Denn je mehr Ergebnisse und Resultate von Unternehmen der Region FrankfurtRheinMain in die breite Öffentlichkeit dringen, desto mehr profitiert die ganze Marke davon.

 

Standortwahl: Auch weiche Faktoren wichtig
Kreative und Kulturschaffende bevorzugen meist gründerzeitliche Wohn- oder Innenstadtquartiere, die sich im Umbruch befinden und noch günstige Mieten zulassen. Diese Standorte sind attraktiv, weil sie Kreativteams selbst gestaltbare Innen- und Außenräume bieten. Die Kreativen haben aber auch hohe Anforderungen an die Qualität der von ihnen genutzten Orte. Ohne ein besonderes Flair wird ein Ort nicht akzeptiert. Dies hat auch damit zu tun, dass es wichtig ist, ein besonderes Ambiente zu bieten, um die Aufmerksamkeit der potenziellen Besucher und Kunden zu gewinnen. Aber nicht nur ästhetische Qualitäten spielen eine wichtige Rolle. Auch die Mieten müssen unter dem ortsüblichen Satz liegen. Sehr wichtig ist die technische und funktionale Eignung der Objekte beziehungsweise Liegenschaft. Hier sind, je nach geplanter Nutzung, Lastenaufzüge, Laderampen, große Fensterflächen oder auch die Möglichkeit zu sehr flexibler Raumgestaltung wichtige Kriterien für die Annahme durch die Kreativen.

 

Bei der Standortwahl ist als weicher Standortfaktor auch die Einbettung in ein lebensfähiges Umfeld zu beachten. Geschäfte, Cafés und Kneipen bieten Rückzugsgebiete und unterstützen die Kommunikation nach innen und außen. Die Einbettung der Akteure in lokal vorhandene Netzwerke ist wichtig und nutzt dem wirtschaftlichen Fortkommen der einzelnen Unternehmen. Ein Zugpferd am Standort, beispielsweise ein Kultur- oder Medienzentrum, eine bekannte Agentur oder Clubs sind weitere Aspekte, die gegen eine Ansiedlung in fernab gelegenen Industriegebieten sprachen.


Seit Februar ist es nun so weit. Frankfurt ist um das Mainraum - Gründerhaus Kreativwirtschaft reicher. Neben dem FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie, das im Wesentlichen Räumlichkeiten für Unternehmen aus dem Bereich Life Science anbietet, und dem Kompass, als allgemeines Zentrum für Existenzgründungen, kam das Gründerhaus Kreativwirtschaft gerade zur richtigen Zeit, um der großen Bedeutung bei der Ansiedlung von Kreativen in der Stadt Rechnung zu tragen.

 

Heimstatt und Plattform für kreative Gründer
Das Mainraum – Gründerhaus Kreativwirtschaft bietet verschiedenen Disziplinen der Kreativwirtschaft eine erste Heimstätte, so Gründern aus der Computerspieleindustrie (Games), dem großen Feld der digitalen, internetbasierten Anwendungen (Digitale Welten) und als dritter Bereich dem Design (Industrie- und Produktdesign). Bei all diesen Bereichen handelt es sich bereits heute um Branchen, die hier in Frankfurt stark vertreten sind. Und da es im Grunde immer gilt, gerade die Stärken einer Region zu stärken, ist der Aufbau dieses Gründerhauses sinnvoll und notwendig gewesen. Zum einen werden gründungswillige, aber kapitalschwache Unternehmen so direkt durch die Stadt gefördert. Zudem entstehen durch die räumliche Nähe verschiedener Unternehmen der Kreativindustrie Synergieeffekte, die den Gründungserfolg begünstigen. Ein solches gezieltes Clustering verschiedener Unternehmen entlang einer Wertschöpfungskette kann als Keimzelle für die Entwicklung in der gesamten Region dienen. Frankfurt hat hier ja bereits hervorragende Erfahrungen mit anderen branchenspezifischen Inkubatoren gemacht.


Ein erfolgreicher Inkubator Kreativwirtschaft fördert die Wettbewerbsfähigkeit von Frankfurt und der Region RheinMain und stärkt die Marke Frankfurt als Stadt der Kreativwirtschaft. Das Mainraum – Gründerhaus Kreativwirtschaft soll aber mehr sein als ein Zentrum für Existenzgründer aus der Medienbranche. Die Vorteile eines gezielten Clusterings werden hier synergetisch genutzt. Das Gründerhaus soll innovativen und kreativen Gründern und Unternehmen Heimstatt und Plattform sein, um sich gegenseitig zu befruchten. Weiterhin soll es nach außen wirken, das heißt in Frankfurt die Rolle eines kreativen Leuchtturmprojekts übernehmen, das überregional ausstrahlt. Gerade im Bereich der Kreativindustrie ist das Markenbild der Stadt und der Region wichtig, um High Potentials und junge Kreative an die Stadt zu binden.


Das Gründerhaus Kreativwirtschaft möchte durch Patenschaften Etablierte mit den jungen Gründern zusammenbringen, die bei Bedarf und im operativen Geschäft zur Seite stehen und den Jungen unter die Arme greifen. Interessant sind hier vor allem Unternehmen der Kreativindustrie, die bereits erfolgreich am Markt agieren und so mit ihrem Know-how und Kontakten wertvolle Hilfe geben können. Bei der Unterstützung und Beratung der Teams muss branchenspezifisch gedacht werden. Dies gilt für betriebswirtschaftliche und Marketingberatung ebenso, wie für Finanzierungs- und Vertriebsangelegenheiten.

 

Auswahl durch Prüf- und Bewertungsverfahren
Anhand eines definierten Prüf- und Bewertungsverfahrens durch den Gründerhaus-Betreiber, soll die Auswahl der geeigneten Bewerber für das Kreativhaus qualifiziert werden. Dadurch soll das Gründerhaus eine klare Wertigkeit und eindeutige Abgrenzungsmerkmale gegenüber anderen Anbietern bekommen. Zudem soll das hohe Investment aller Beteiligten in die unterstützten Existenzgründer legitimiert werden. Mit jeder Unternehmensgründung, die zum Erfolg geführt werden kann, wird die notwendige Profilbildung des Gründerhauses Kreativwirtschaft verstärkt werden.


In dem Prüf- und Bewertungsverfahren wird das Geschäftsvorhaben nach Kriterien wie beispielsweise schnelles Wachstum, Innovationsgrad, Marktreife und -bedarf sowie Einschätzung des wirtschaftlichen Potenzials bewertet werden. Dies kann auf Basis der zur Verfügungstellung von Business- und Finanzplänen oder des entwickelten Bewerbungsbogens erfolgen (Auswahlverfahren). Gegebenenfalls können im Rahmen eines sich anschließenden Präsentationsgesprächs erste weitergehende Informationen über Performance, Bedarf, inhaltliche Stärken und Schwächen gesammelt werden, um ein optimales Paket für die Unterstützung und Beratung der Gründer zu schnüren.


Bleibt zu sagen, dass es jetzt erst einmal darum geht, das Gründerhaus weiter zu beleben und die vorhandenen Mietflächen mit Gründern zu füllen. Das Objekt ist hierfür hervorragend geeignet, sind doch bereits seit Längerem das Filmhaus, die Medienwerkstatt und andere kreative Einrichtungen hier untergebracht. Mit all diesen Mietern kann das Haus nun schnell zu einem Hotspot für Frankfurter Kreativgründer werden.   


Autor


Joerg Weber

Geschäftsführender Gesellschafter

Weber Networking

Frankfurt am Main

j.weber@webernetworking.de



Link zum Thema

Weitere Infos online unter www.mainraum-gruenderhaus.de.



IHK WirtschaftsForum
März 2010