Kommunalwahl 2016
Digitale Wirtschaft: Ansiedlung betreiben, Schwerpunkte der Industrie 4.0 schaffen

WIE ES IST

 

Stellenweise hervorragende Infrastruktur: Frankfurt ist Europas Rechenzentren-Hauptstadt, globaler Internet-Knoten und Glasfaser-Netz-Hochburg in Deutschland. Die Unternehmen der digitalen Wirtschaft entwickeln sich dynamisch. FrankfurtRheinMain behauptet seinen Platz als erstrangiger IKT-Standort in Deutschland. Die Kommunen als Eigentümer der Stromversorger und als Auftraggeber von Infrastrukturmaßnahmen müssen deutlich machen, dass die digitale Wirtschaft durch Investitionen in das Stromnetz und zügige Genehmigungen von Versorgungsanschlüssen unterstützt wird.

 

Glasfaser wird wichtiger: FrankfurtRheinMain fehlt es an einem Konzept für Gewerbegebiete mit speziellen An­ge­boten für die digitale Wirtschaft. Dadurch werden neue Projekte nicht ausreichend realisiert und manch eine Investition geht an der Region vorbei.

 

Leistungsträger brauchen Unterkunft: FrankfurtRheinMain ist eine Hochburg der digitalen Kreativwirtschaft. Während das Image Frankfurts als Kompetenzstandort für die kreative und digitale Wirtschaft sehr gut aufgeholt hat, fehlt es nun an finanziell tragbaren Unterkünften für die jungen Leistungsträger. So bleibt manche Stelle unbesetzt und so kommen manche Innovationstreiber in Frankfurt nicht an.

 

Innovationsstandort der Industrie: Die Unternehmen in FrankfurtRheinMain sind hochspezialisiert und forschungsstark. Auch bei industriebezogener Forschung und Ausbildung ist das Angebot von vier Universitäten, 15 Fachhochschulen und rund 20 Forschungseinrichtungen groß. Acht Industrieparks bieten Serviceleistungen für Chemie-, Pharma- und Materialtechnikunternehmen. Hinzu kommen über 40 Netzwerkinitiativen, in denen Austausch und Kooperation gelebt werden. Eines der wichtigsten Kennzeichen der Industriestruktur ist das umfas­sende Wertschöpfungsnetz von Industrie und industrienahen Dienstleistungen.

 

WAS ZU TUN IST

 

Rechenzentren und Internet-Knoten stärken: Frankfurt kann mit Rechenzentren weiter stark wachsen. Die Stadt sollte daher dedizierte Flächen für die Ansiedlung von Rechenzentren ausweisen. Ein wichtiges Kriterium für die Standortwahl ist dabei die Nähe zu bestehenden Rechenzentren-Standorten. Eine der wesentlichen Geschäftsvoraussetzungen für Rechenzentren und Internet-Knoten ist die sichere und absolut unterbrechungsfreie Stromversorgung. Deshalb müssen die Kommunen über ihre Beteiligung an Versorgungsunternehmen bzw. bei der Konzessionsvergabe diese Stromversorgungsqualität sicherstellen.

 

Digitales Gewerbegebiet in Frankfurt und Breitband in den Landkreisen: Unabhängig von den Rechenzentren-Standorten sollte die Stadt Frankfurt ein Pilot-Gewerbegebiet mit Netzanschlüssen von 1 GB|Sekunde entwickeln, das in besonderem Maß die Anforderungen eines datengestützten Innovationszentrums berücksichtigt. In Frankfurt sollte ein Inkubator für digitale neue Geschäftsmodelle einen Standort finden. Innovationspotenziale, die aus der Digitalisierung der Industrie erwachsen, müssen gehoben werden. In den Landkreisen Hochtaunus und Main-Taunus werden in den nächsten Jahren die privaten Haushalte mit Internet-Anschlüssen von bis zu

50 Mbit|Sekunde versorgt. Darüber hinaus muss die Politik sicherstellen, dass die Gewerbegebiete in den Landkreisen mittelfristig ebenfalls Glasfaser-Anschlüsse erhalten. Die Kommunen in den beiden Landkreisen müssen im Wettbewerb der digitalen Wirtschaftsstandorte mithalten.

 

Digitale Kreativ-Hochburg stärken: FrankfurtRheinMain muss seine Initiativen für ein kreatives Image bündeln. In den dynamisch wachsenden neuen Geschäftsfeldern der Kreativwirtschaft wachsen momentan aus kleinen Initia­tiven beachtliche Branchenplattformen. Die Kommunen sollten darauf einen stärkeren Akzent legen. Eine durchgängige Finanzierung von neuen Unternehmen der digitalen Kreativwirtschaft in der Region ist bruchstückhaft. Die kommunale Politik sollte die Verbindung zwischen Finanzplatz und Kreativ-Gründern als eine besondere Chance für unseren Standort erkennen.

 

WAS LEISTET DIE IHK FRANKFURT AM MAIN

 

Mit dem Ziel einer breiten WLAN-Versorgung in Frankfurt und den anderen Kommunen drängt die IHK generell auf den Abbau von Haftungsrisiken, begrüßt die diversen privatwirtschaftlichen Angebote und fordert von den Kommunen, dass durch verwaltungsseitige Unterstützung möglichst weitreichende Gebiete von privaten Anbietern mit kostenfreiem WLAN eingerichtet werden können.

 

Die IHK fordert eine flächendeckende Versorgung mit Breitband in den Landkreisen und unterstützt die Kreise bei der Bedarfsermittlung und der Ansprache der Mitgliedsunternehmen.

 

Die IHK gibt Auskunft und berät ihre Mitgliedsunternehmen zu Fragen rund um Google, Facebook, Big Data und anderen Online-Dienstleistern.

 

ANSPRECHPARTNER

 

Reinhard Fröhlich | Telefon 069 2197-1254  | E-Mail r.froehlich@frankfurt-main.ihk.de

Detlev Osterloh | Telefon 069 2197-1454 | E-Mail d.osterloh@frankfurt-main.ihk.de

Weiterführende Informationen: www.frankfurt-main.ihk.de/branchen/e-business

 

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